Jochen Berger Festlich ist der Rahmen, erwartungsvoll das Publikum. Im stuckverzierten Andromedasaal der Landesbibliothek in Schloss Ehrenburg warten treue Fans auf ein ganz besonderes Künstler-Duo. Leise präludierende Cellotöne dringen in den Saal, dann öffnen sich die historischen Doppeltüren für den Pianisten Hans-Dieter Bauer und den Cellisten Jürgen de Lemos.

Beide Künstler verbindet seit Jahrzehnten eine podiumserprobte Freundschaft. Der in Coburg aufgewachsene, am musischen Gymnasium Albertinum früh entscheidend geprägte Cellist und der aus Berlin stammende, aber seit vielen Jahrzehnten in Coburg heimisch gewordene Pianist sind ein bestens aufeinander eingespieltes Duo.

Hohe Erwartungen geweckt

Für Nostalgiker werden die folgenden zwei Stunden zu einem schwelgerischen Erlebnis. Silvia Pfister, Direktorin der Landesbibliothek Coburg, weckt begrüßend hohe Erwartungen, verspricht einen Abend der Extraklasse.

Klassik bis Impressionismus

Bei Klängen aus Klassik, Romantik und Impressionismus können die Zuhörer schwelgen - auch in Erinnerungen, die wach gerufen werden, Erinnerungen an zwei Musikerkarrieren, die die beiden Künstlerfreunde in den vergangenen Jahrzehnten in ganz unterschiedliche Teile der Welt und nun doch wieder gemeinsam auf das Podium geführt haben.

Zwei Routiniers zu Gast

Mit großer Geste, mit großem Nachdruck musizieren Bauer und de Lemos zunächst Ludwig van Beethovens A-Dur-Sonate. Das Publikum erlebt zwei Routiniers, die den bühnenwirksamen Auftritt noch immer mit großer Selbstverständlichkeit beherrschen. Hoch konzentriert zelebrieren sie neben Beethoven auch Schumann im ersten Teil, dazu Debussy und Chopin im zweiten Teil.zt

Zwei Zugaben

Bravo-Rufe und schließlich noch zwei Zugaben: Ravels Habanera und der Schwan aus dem "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saens.

Aus dem Leben zweier Künstler

Jürgen de Lemos Der gebürtige Leipziger Jürgen de Lemos wuchs in Coburg auf, besucht hier das Gymnasium Albertinum, zählte zu den Gründungsmitgliedern des Collegium musicum und spielte als ständige Aushilfe im Orchester des Landestheaters. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Pianisten Hans-Dieter Bauer gab er viele Konzerte und spielte Aufnahmen für den Bayerischen Rundfunk ein. Er studierte an der Münchner Musikhochschule und an der Juilliard School New York. 1964 kam er als jüngstes Mitglied zu den New Yorker Philharmonikern unter Leonard Bernstein. Hans-Dieter Bauer, 1937 in Berlin geboren, lebt seit vielen Jahrzehnten in Coburg. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in Nürnberg und Frankfurt bei Otto A. Graef, Branka Musulin und Geza Anda. Als Solist und Kammermusiker ist er international vielfach hervorgetreten. Sein künstlerisches Schaffen ist in zahlreichen Aufnahmen dokumentiert. Weitere Konzerte mit Hans-Dieter Bauer und Jürgen de Lemos: Montag, 24. September, 19 Uhr, Kaisersaal Kloster Banz; Samstag, 29. September, 20 Uhr, Familienzentrum am Schützenplatz Neustadt