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Jetzt wird ab 7.30 Uhr im Steinweg in Coburg gekehrt


Autor: Christoph Winter

Coburg, Dienstag, 09. August 2016

Künftig soll Coburgs Kneipen- und Partymeile am Samstag früher vom Dreck der Nacht befreit werden.
Belebt war der Steinweg beim Public Viewing während des EM-Halbfinalspiels Deutschland - Frankreich. Nachtschwärmer hinterlassen aber auch an ganz normalen Abenden Müll auf der Straße. Archivfoto: Jochen Berger


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Am letzten Samstag im Juli hat es wieder schlimm ausgesehen: Als um 8 Uhr die ersten Geschäfte im Steinweg aufmachten und die frühen Kunden des Bauernmarktes ihre Einkäufe erledigten, haben die Betreiber zuerst vor ihren Schaufenstern und Eingängen gekehrt. Jede Menge Unrat - zerbrochene Gläser und Flaschen, Papier, Zigarettenkippen, mitunter auch verschiedene Ausscheidungen erinnerten an die vergangene Nacht. Im Unterschied zur Vergangenheit waren die Mitarbeiter der Stadtreinigung noch nicht da gewesen.

Gegen 8.30 Uhr erst arbeitet der Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB) im Steinweg. Künftig soll spätestens ab 7.30 Uhr der Steinweg gekehrt werden.

Beschwerden von Anwohnern und die Emissionsschutzverordnung sind für einen späteren Ar-beitsbeginn des CEB verantwortlich, bestätigt Norbert Scholz, der für die Stadtreinigung beim CEB Verantwortung trägt. Ende Juli hat er sich wegen des "dreckigen Steinwegs am Samstagmorgen" einige Kritik von Geschäftsinhabern anhören müssen. In den vergangenen Jahren, so Scholz, rückten die Kehrmaschinen um 4 Uhr in der Früh aus.

"Bevor der Straßenverkehr richtig einsetzt, werden die Hauptsammelstraßen maschinell gereinigt. Danach arbeiten wir uns ins Zentrum vor." Etwa ab 5.15 oder 5.30 Uhr rumpelte die Kehrmaschine dann durch den Steinweg. Zwei Mitarbeiter fegten den Dreck von den Hauswänden und hinter Blumenkübeln in die Mitte des Steinwegs vor die rotierenden Besen der Kehrmaschine. Gegen 5.30 Uhr bauten die Händler des Bauernmarktes ihre Stände hinter dem Spitaltor im Steinweg auf.


Mit Ausnahmegenehmigung

"Im vergangenen Jahr hatten wir einige Beschwerden von Anwohnern über den Lärm", räumt Scholz ein. Das sei schon nachvollziehbar, schließlich seien die Nächte am Wochenende im Steinweg ohnehin nicht sehr ruhig. Der CEB benötigt nach der Emissionsschutzverordnung - darin wird auch der Lärm geregelt - eine Ausnahmegenehmigung, damit im Morgengrauen für Sauberkeit gesorgt werden darf.

Per Verordnung kann der Entsorgungs- und Baubetrieb nun erst um 6 Uhr beginnen. Eine Kehrmaschine ist zunächst auf den Straßen um die Fußgängerzone unterwegs, "und daher später in der Fußgängerzone und damit im Steinweg".

Mit einem neuen Konzept, "das auch einige ,Leerfahrten‘ enthält, werden wir um 7.30 Uhr im Steinweg sein", ist sich Norbert Scholz sicher. Nach der Straßenreinigungssatzung muss jeder Anlieger dort zwei Meter von der Hauswand bis zur Straßenmitte kehren. "Das machen aber nicht alle", formuliert Norbert Scholz vorsichtig. "Halten wir uns aber strikt an die Vorgaben und die Kehrmaschine fährt zwei Meter vor den Häusern entlang, verteilt die nächste Windbö den restlichen Dreck wieder. Da nehmen wir lieber gleich alles mit."


Es wird einen Runden Tisch geben

Die Ausnahmegenehmigung, die dem Entsorgungs- und Baubetrieb die Arbeit ab 6 Uhr erlaubt, ist auf ein Jahr befristet. Im September will das Stadtmarketing einen Runden Tisch mit Anwohnern, Geschäftsinhabern, Gastronomen und Stadtreinigung veranstalten, um eine Lösung zu finden. Welche Straßen und Wege wie oft in der Woche gereinigt werden und welche Gebühren dafür bezahlt werden, legen detailliert die Straßenreinigungs- und die Gebührensatzung der Stadt fest, die auf der Homepage (coburg.de) unter "Stadtpolitik" und "Stadtrecht" zu finden sind.