Verkehrstechnische Probleme und die Straßenausbaubeitragssatzung beherrschten die Bürgerversammlung in Ebersdorf, die teilweise hitzig geführt wurde, was auch dazu führte, dass
Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) die Lautstärke seiner Stimme, nach oben korrigieren musste.

Bereits zur Bürgerversammlung im Jahr 2015 wurde der Wunsch geäußert, dass im Abbiegebereich Ebersdorfer /Oberlinder Straße ein Verkehrsspiegel angebracht wird. Begründet wurde das Ansinnen damit, dass diejenigen, die nach links in die Oberlinder Straße abbiegen, den vorfahrtsberechtigten Verkehr wegen eines hohen Gartenzaunes erst sehr spät erkennen können. Bei einem Ortstermin im Jahr 2016 kam der Verkehrssenat einstimmig zur der Auffassung, hier keinen Spiegel anzubringen. Oberbürgermeister Frank Rebhan erläuterte nochmals die Beweggründe für diese Entscheidung. "Wenn der Verkehrsspiegel gekommen wäre, hätte man den Baum vor dem Feuerwehrgerätehaus entfernen müssen", erklärte Rebhan und fügte hinzu: "Wir waren uns einig, dass kein Baum für
einen Verkehrsspiegel geopfert werden sollte." Damals wurde entschieden, im Kurvenbereich eine durchgezogene Linie aufzubringen. Weil das Thema wieder "hochkochte", sagte Rebhan zu, dass man sich nochmals vor Ort treffen werde, um die Situation in Augenschein zu nehmen.


Was alles in schlechtem Zustand ist

Michael Schmidtbauer wies darauf hin, dass sich die Straße zwischen der Bergmühle und der Umgehung der B 4 in einem katastrophalen Zustand befinde. Er forderte das Stadtoberhaupt auf, der Thüringer Gemeinde Föritz als Eigentümer der Straße "auf die Füße zu treten". Rüdiger Fischer ergänzte hierzu, dass ihm ein Schreiben der Gemeinde Föritz vom 4. April 2017 vorliege, aus dem hervorgehe, dass der dortige Bürgermeister Roland Rosenbauer (CDU) nach einem Ortstermin zugesagt habe, dass entsprechende Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden. "Geschehen ist leider nichts", zeigte sich Rüdiger Fischer enttäuscht. Peter Habermann wünschte sich, dass das Unterstellhäuschen zwischen Ebersdorf und Neustadt in Ordnung gebracht wird. "Wenn man sich bei Regen unterstellten will, wird man nass, da das Dach undicht ist", meinte Habermann und verwies
darauf, dass er dies schon seit vier Jahren kritisiere. Dies konnte Oberbürgermeister Rebhan so nicht stehen lassen. "Ich lese immer die Protokolle der letzten Bürgerversammlung, da stand aber nichts darüber drin", sagte er. Bauhofleiter Gerhard Reh ließ wissen, dass diese Unterstellmöglichkeiten sukzessive im gesamten Stadtgebiet saniert werden. "Es gibt Häuschen, die in einem schlechteren Zustand sind", meinte Reh.

Dem Wunsch nach größeren Abfalleimern am Parkplatz vor der Bergmühle wollte Gerhard Reh nicht nachkommen. "Wir hatten dort schon größere Behältnisse, die dann mit Hausmüll gefüllt wurden", erläuterte der Bauhofleiter seine Entscheidung. Detlef Heerlein (Ordnungsamt) räumte mit dem Vorurteil auf, dass Ebersdorf durch eine hohe Zahl von Lastkraftwagen, die durch den Ort fahren, belastet sei. Bei einer Verkehrszählung seien 22 Lastwagen pro Tag registriert worden. Deutlich machte Heerlein, dass die Umgehungsstraße hier viel Schwerlastverkehr abnehme. Auch nahm
Heerlein die Bürgerversammlung zum Anlass, die Anwesenden über eine Verkehrsmessung vom 22. November zu informieren. Demnach passierten 1010 Fahrzeuge die Messstelle, bei der eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h zulässig ist. Nach seinen Ausführungen waren 85 Prozent langsamer als 40 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 55 km/h. "Wenn die Polizei gemessen hätte, wären es nur Ordnungswidrigkeiten im unteren Bereich gewesen", beschrieb er die Situation. "Natürlich wurden die Auswertungen an die Polizei weitergeleitet", ließ Heerlein abschließend zu diesem Thema wissen.


Rebhan: Dazu gezwungen

Und dann kam sie noch, die Strabs. Oberbürgermeister Frank Rebhan nahm sich die Zeit, um über die Sachlage zu unterrichten, und machte deutlich, dass es nicht die Stadt Neustadt sei, die diese Satzung will, sondern man aufgrund der Gesetzeslage dazu gezwungen werde. Als er auf einige Details einging, meinte ein Bürger, dass die Strabs völlig ungerecht sei. Frank Rebhan entgegnete trocken: "Ich habe nie gesagt, dass diese gerecht ist."

Ortsbetreuerin Ingrid Petzold lobte die Gemeindearbeiter für die Pflege der Grünanlagen. "Wir sollten dankbar sein, dass es noch Menschen gibt, die dafür sorgen, dass Ebersdorf so schön ist",
betonte Ingrid Petzold.