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Hasenpest im Landkreis Coburg ausgebrochen: Krankheit auch auf Menschen übertragbar


Autor: Redaktion

Coburg, Donnerstag, 24. Oktober 2019

Immer mehr tote Hasen wurden zuletzt im Landkreis Coburg von Jägern entdeckt. Nach einer vom Landratsamt angeforderten Prüfung steht fest: einer der Hasen war krank - er hatte die Hasenpest. Dies bakterielle Erkrankung kann auch auf den Menschen übertragen werden.
In Coburg ist bei einem Hasen die Hasenpest festgestellt worden. Die Krankheit kann auch auf Menschen übertragen werden. Symbolfoto: Ana Gram/Adobe Stock


Hasenpest in Coburg ausgebrochen: Das Landratsamt Coburg hat nach mehreren Berichten von Jägern über tot aufgefundene Feldhasen deren Kadaver zu einer Überprüfung beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gesendet.

Bei einem Tier wurde als Todesursache die sogenannte Tularämie, auch Hasenpest oder Nagerpest genannt, festgestellt. Auch Menschen können sich mit den Erregern infizieren.

 

Hasenpest in Coburg auf dem Vormarsch: Was ist Tularämie

Tularämie ist eine bakterielle Erkrankung, die hauptsächlich bei wild lebenden Tieren wie Feldhasen vorkommt. Aber auch Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Ratten oder Eichhörnchen und sogar Vögel können daran erkranken. Menschen können sich ebenfalls durch den Kontakt mit infizierten Tieren anstecken.

Übertragung der Krankheitserreger durch Stechinsekten und Hautkontakt

Bei der Übertragung spielen insbesondere Stechinsekten und Zecken eine wichtige Rolle, die durch einen Stich die Erreger in den Blutkreislauf befördern. Das Krankheitsbild bei Tieren reicht von einer Schwellung der Lymphknoten bis hin zu schwerwiegenden Allgemeininfektionen. Betroffene Tiere magern ab, bekommen struppiges Fell und einen schwankenden Gang und verhalten sich teilnahmslos.

Besondere Vorsicht bei toten Feldhasen

Menschen können nicht nur durch blutsaugende Insekten, sondern auch bereits durch Hautkontakt mit betroffenen Tieren infiziert werden. Daher ist es, gerade für Jäger im Umgang mit toten Tierkörpern, wichtig, die Hasenkadaver und vor allem deren Ausscheidungen, Blut und Organe nicht direkt zu berühren. Auch der Verzehr von nicht ausreichend erhitztem kontaminierten Fleisch oder Wasser kann zu einer Infektion führen. Laut dem infektionsepidemiologischen Jahrbuch des Robert-Koch-Instituts gab es im Jahr 2018 in Deutschland allerdings lediglich 54 Tularämie-Infizierte.

Vielfältige Krankheitssymptome möglich

Beim Menschen sind im Falle einer Erkrankung die Krankheitserscheinungen vielfältig. Häufig treten nach drei bis fünf Tagen grippeähnliche Symptome mit Kopf- und Gliederschmerzen auf. Die Krankheit ist kurz nach dem Ausbruch gut mit einem Antibiotikum behandelbar.

Tularämie: Registrierung der Krankheit durch das Veterinäramt

Die Tularämie ist eine meldepflichtige Tierkrankheit, die Feststellung der Erkrankung ist nach der Untersuchung dem zuständigen Veterinäramt zu melden. Tierkrankheiten wie die Tularämie werden nicht mit staatlichen Maßnahmen bekämpft, sondern nur durch das jeweilige Veterinäramt registriert. Jäger in den Endemiegebieten sollten verstärkt auf Tiere mit ungewöhnlichem Verhalten achten und tote Tierkadaver im Rahmen des BJV Feldhasen-Monitorings zur Untersuchung an das Landesamt senden.

 

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