Das war's also mit all den schönen Plänen für die "Fränkische Weihnacht". Die aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie haben den Verantwortlichen keine Wahl gelassen. Das große Weihnachtsfest am dritten Adventswochenende wird zum zweiten Mal nach 2020 nicht stattfinden. Die explodierenden Zahlen der Corona-Infektionen haben Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) dazu veranlasst, dem Stadtrat am Montagabend mitzuteilen: "Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile sind wir zu dem Schluss gekommen, die ,Fränkische Weihnacht‘ abzusagen."

Es mache aus Sicht des Bürgermeisters für Bad Rodach keinen Sinn, weitere personelle Energien und finanzielle Mittel in das Projekt zu investieren - erst recht, weil nun die Corona-Ampel bayernweit mittlerweile auf "rot" gesprungen ist. Der Not gehorchend, folgte der Stadtrat einstimmig dem Vorschlag des Bürgermeisters, die "Fränkische Weihnacht" offiziell abzusagen. "Wir müssen die Stadt mit kleinen Dingen während der Adventszeit beleben", zumindest das blieb als Hoffnung für Tobias Ehrlicher. Auf Nachfrage von Stephan Schink (CSU) informierte der Bürgermeister zudem, dass es noch keine Entscheidung zum "lebenden Adventskalender" gebe. "Dies wird zeitnah in der Verwaltung entschieden", teilte Ehrlicher mit.

Ein kleiner Schritt

Die im Jahr 2007 als Kinder- und Jugendinitiative gegründete Stiftung "Plant for the planet" hat auch in der Kurstadt erste, bemerkenswerte Fußabdrücke hinterlassen. Den Bad Rodacher Klimabotschaftern Frieda Schenkel (13) und Oscar Wohnig (12) berichteten dem Stadtrat von der Arbeit und den Zielen der Organisation. Eindrucksvoll schilderten die beiden, dass es schon längst nicht mehr darum gehe, die Eisbären zu retten. Die Zukunft ihrer Generation stehe auf dem Spiel.

"Plant for the planet" verfolge die große Vision, auf der Erde eine Billion Bäume zu pflanzen, sagten die jungen Klimabotschafter. Bäume seien überlebenswichtig, weil sie Kohlendioxid speichern.

Ein kleiner Schritt zum Ziel der Billion wurde in der Kurstadt gemacht. Dort haben Kinder und Jugendliche schon über 200 Bäume in die Erde eingebracht. Bürgermeister Ehrlicher lobte das Engagement der jungen Klimabotschafter und unterstrich, dass sich die Stadt verstärkt beim Klimaschutz engagieren werde. Als Beispiele nannte er, dass städtische Flächen ökologisch bewirtschaftet und Teile des städtischen Waldes aus der Holzproduktion herausgenommen werden. Auch bei den Straßenrändern werde auf eine nachhaltige Bearbeitung geachtet.

Nachdem der Bauausschuss bei seiner letzten Sitzung nicht über die Bauanträge von 36 Wohnungen in der Thermalbadstraße befinden konnte, ging es im Stadtrat einen Schritt weiter. Das Landratsamt wollte, dass mit der Änderung des Flächennutzungsplanes ein "allgemeines Wohngebiet" geplant wird. Dem stimmte der Stadtrat zu.

Keine Probleme hatte der Stadtrat mit dem Rechenschaftsbericht für das Haushaltsjahr 2020. Kämmerer Michael Fischer stellte besonders heraus, dass die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt um 1,886 Millionen Euro überschritten wurde. Fischer: "Eine veranschlagte Rücklagenentnahme von 2,32 Millionen Euro wurde also nicht notwendig."

Üppiger Zuschuss

In der Brauhausstraße im Stadtteil Gauerstadt können vier sogenannte Tiny-Häuser entstehen. Der Stadtrat genehmigte die entsprechenden Bauanträge.

Eine erfreuliche Nachricht hatte Kämmerer Michael Fischer parat. Die Dorferneuerung Elsa wurde vom Freistaat mit dem maximalen Fördersatz unterstützt, mit genau 254101 Euro. Die Gesamtkosten des Projekts bezifferte Fischer mit rund 396000 Euro.

Und dann schwelgten - jetzt, im erschreckend harten Corona-Herbst - sicherlich einige Stadträte in Erinnerungen an den schönen Sommer, als Michael Fischer vom diesjährigen Freizeitangebot in den Sommerferien berichtete. Der Bayerische Jugendring hatte durchschnittlich jeden Tag 60 Kinder während des vierwöchigen Ferienprogramms betreut.