FC Coburg hat ein Mentalitätsproblem
Autor: Hans Haberzettl
Coburg, Sonntag, 24. November 2019
Nach der verdienten 1:4-Heimpleite im Derby gegen den FC Lichtenfels spricht Trainer Martin Tacheles. Seine Spieler ließen sich den Schneid abkaufen.
Mehrere Faktoren zeichneten sich für den 4:1-Triumph des FC Lichtenfels in der Landesliga Nordwest beim FC Coburg verantwortlich. Ihre konsequente Zweikampfführung bis an die Grenze des Erlaubten schmeckte den Hausherren nicht. Diese ließen sich davon den Schneid abkaufen und leisteten sich entscheidende Fehler.
Es gelang ihnen auch nicht, die Kreise der in glänzender Spiellaune befindlichen gegnerischen Führungsspieler Tobias Zollnhofer auf der Zehn sowie Goalgetter Lukasz Jankowiak und Maximilian Pfadenhauer einzuengen. Neben ihnen entpuppte sich der vor dieser Serie aus dem Coburger Nachwuchsleistungszentrum an den Main gewechselte Nachwuchstorhüter Jonas Michel als einer der Matchwinner, der den beruflich verhinderten Stammkeeper Christoph Kraus glänzend vertrat. Der 18-jährige Youngster zwischen den Pfosten entschärfte mit stoischer Ruhe eine ganze Reihe von tückischen Flachschüssen, unter anderem von Davide Dilauro bravourös.
Landesliga Nordwest
FC Coburg - FC Lichtenfels 1:4 (0:2)
Den Schützlingen von Coburgs Trainer Frederic Martin konnte man den Willen Unheil abzuwenden, eine Stunde lang nicht absprechen. Sie erarbeiteten sich eine Reihe von Abschlüssen, die sie jedoch nicht gewinnbringend abschlossen. Als großes Manko erwies sich ihre Defensive, die gegenüber der vorherigen 2:0-Heimgala gegen FT Schweinfurt nicht wiederzuerkennen war.
Selbst der routinierte Torhüter Oleksandr Churilov leistete sich mehrere Fehler. Ihr Übungsleiter brachte das Scheitern auf einen Nenner. "Wir haben ein Mentalitätsproblem. Wenn es bei uns läuft, sind wir in der Lage, allen Klubs gefährlich zu werden. Geraten wir in Rückstand, fehlen uns häufig die Mittel und der Wille angemessen darauf zu reagieren."
Die Hausherren starteten vielversprechend. Michel parierte zwei Scharfschüsse von Tevin McCullough und Adrian Guhling. Als Kapitän Sertan Sener im Anschluss an einen Freistoß abzog, rettete Christoph Mohr auf der Torlinie. Nach dem 0:1, bei dem Maximilian Pfadenhauer (15.) nach einem Eckstoß von Lukas Schamel unbedrängt einköpfte, wendete sich das Blatt.
Auch beim 0:2 mangelte es an der Zuordnung. Lukasz Jankowiak (25.) kam aus halblinker Position seelenruhig zum Abschluss und fand eine Lücke im kurzen Eck. Die Coburger Schlussoffensive vor dem Seitenwechsel verpuffte wirkungslos.