Die Lüster dürften beim Betreten der Koháry-Gruft in St. Augustin mit als erstes ins Auge fallen. Nach der Sanierung der Gruft sind sie nun nicht mehr "Nato-Grau", wie Dekan Roland Huth schmunzelnd meint, sondern wirken in Schwarz-Gold - angelehnt an die Coburger Stadtfarben - sehr edel. Auch beim Licht werde auf moderne Elemente zurückgegriffen: Die Lüster werden mit LEDs ausgestattet, die - ähnlich wie in der Kirche - von Glaszylindern umschlossen sind.
Die Gruft ist der letzte Mosaikstein in der umfassenden Sanierung der katholischen Kirche am Festungsberg. Zwar wird noch am Mauerwerk gearbeitet und die Elektrik ist auch noch nicht ganz fertig, aber in der Museumsnacht am kommenden Samstag wird die Gruft geöffnet sein, verspricht Huth.
15 Mitglieder aus dem Hause Sachsen-Coburg-Koháry, der katholischen Linie des Coburger Herzogshauses, sind in der Krypta von St. Augustin bestattet.
Boden und Wände hatten über die Jahrzehnte vor allem durch Feuchtigkeit gelitten. Salzausblühungen, Hohlstellen und Risse waren die Folge. Der Terrazzoboden hatte sich an einigen Stellen sogar abgehoben. Inzwischen haben Fachleute den Boden restauriert. Den Bauherren war besonders wichtig, dass die ausgebesserten Stellen dem Original so nahe wie möglich kommen. Allein die passende Mischung des Steinmaterials zu finden, sei aber schon schwierig gewesen, wie Huth berichtet.


Kosten sogar etwas niedriger

Im Dezember 2015 hatten die Arbeiten in der Koháry-Gruft begonnen. Schnell sei klar geworden, dass man dafür mehr Zeit brauchen würde als gedacht. Bei der Finanzierung - die Gesamtkosten fallen nun sogar niedriger aus als angesetzt - halfen diverse Einrichtungen und Stiftungen, darunter die Stadt Coburg, die Erzdiözese Bamberg und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD). Sie steuerte knapp 50 000 Euro bei. "Das hat es uns ermöglicht, nicht nur die Räume zu streichen, sondern denkmalsgerecht zu sanieren", sagt Roland Huth. Die Feuchtigkeit allerdings werde auch nach der Sanierung nicht verschwunden sein. "Wir können klimatisch ein bisschen was verbessern, aber der Raum ist wie er ist. Nun machen wir es so, dass wir für die nächsten Jahrzehnte Ruhe haben."
Ruhe gilt in diesem Fall aber nicht für die Gruft selbst. Hier soll Leben einkehren. "Wir werden versuchen, den Raum für Kunst, Kultur und Musik zu öffnen." Die zentrale Kapelle ist dafür bestens geeignet.
Zunächst wird die Gruft aber in der Museumsnacht am kommenden Samstag von 18 Uhr bis Mitternacht für die Besucher zugänglich sein. "Es wird zwar keine direkte Führung geben, aber es wird immer jemand da sein, der Fragen beantworten kann", sagt Roland Huth.
Tags darauf, am Sonntag, 11. September, der auch der bundesweite "Tag des offenen Denkmals" ist, wird die Gruft dann offiziell wiedereröffnet. Der Bamberger Domkapitular Norbert Jung wird die Krypta segnen. Für diesen Tag sind Führungen geplant: zwischen 12 und 16 Uhr jeweils zur vollen Stunde durch Mitarbeiter der Kirche. Um 14 Uhr wird Hans Karl Kaufner durch die Kirche und die Gruft führen.


Was Besucher der Museumsnacht wissen müssen

Gibt es Programmänderungen? Die Galerie im Obergeschoss des Hexenturms hat aus familiären Gründen geschlossen. Die Konzerte im Hexenturm finden jedoch statt - hier spielt das Trio um "Gitarrenwunder" Gismo Graf.

Wann geht es los? Um 18 Uhr. Bereits um 15 Uhr startet an der Reithalle eine Führung zu seltenen Baum-Riesen des Hofgartens und um 16 Uhr beginnt das Theaterfest.

Wann ist Schluss? Um Mitternacht. Eine Stunde länger geöffnet haben die Veste Coburg, Schloss Ehrenburg, die Hofkirche und die Firma Brose.

Wo kann man parken? In den Parkhäusern zum Nachttarif, im HUK-Parkhaus in der Kanalstraße, auf dem Parkplatz Brandensteinsebene (mit Busanbindung). Auf dem Anger werden Teilflächen ab 18 Uhr für Museumsnacht-Besucher freigegeben (zuvor finden hier Aufbauarbeiten des Circus Krone statt).

Wie lange geht der Vorverkauf? Am Samstag bis 12 Uhr.
Wo gibt es was zu essen?
Das Programmheft nennt auf Seite 39 zehn Verpflegungsstationen. Das Angebot passt zum Museumsnacht-Motto "Fremd und Vertraut" - es gibt zum Beispiel syrisches Gebäck im Puppenmuseum, aber auch den vertrauten Sauerbraten mit Kloß auf der Veste.

Was müssen Besucher beachten? Rucksäcke sollten zuhause bleiben, sie dürfen nicht mit in die Museen. In größere Handtaschen werden die Einlasskontrollen stichprobenartig einen Blick werfen.