Nach langen Lockdown-Monaten startet der Coburger "Verein" in die neue Saison. Zu den Künstlern, die im HUK-Foyer gastieren werden, zählen auch vielversprechende Jung-Stars. Wie das Programm auch im Blick auf langsam gelockerte Corona-Einschränkungen entstanden ist, erläutert Vorsitzender und Musikvorstand Uwe Friedrich.

Der "Verein" ist mit seinen Konzerten immer wieder für Überraschungen gut und präsentiert ungewöhnliche Programmkonzepte. Nach welchen Kriterien wählen Sie als Musikvorstand die Ensembles und Künstler aus?

Uwe Friedrich: In meiner gesamten künstlerisch-pädagogischen Laufbahn war ich immer aufgeschlossen gegenüber unterschiedlichsten musikalischen Genres. Diese Offenheit ist für mich bis heute auch bei der Auswahl der Künstler maßgebend. Letztlich ausschlaggebende Kriterien für ein Engagement im "Verein" sind künstlerische Perfektion, Bühnenpräsenz und die Individualität in der Programmgestaltung. Im Idealfall entsteht auf dieser Basis - ergänzt durch die Medien-Präsenz des Künstlers - die Vision für eine Veranstaltung, deren Intention sich mit Interesse und Anspruch unserer Konzertbesucher deckt. Mein Bestreben ist es, durch ein einzigartiges, vielfältiges Konzertangebot die Neugier auf außergewöhnliche Live-Erlebnisse stets von Neuem zu wecken.

Dem "Verein" gelingt es immer wieder, vielverspreche junge Künstlerinnen und Künstler zu verpflichten - Künstler, die dann international Karriere machen wie die deutsch-italienische Künstlerin Sophie Pacini. Wie entdecken Sie diese Talente, wie in dieser Saison die Schwestern Mariella und Magdalena Haubs?

Nach über 30 Jahren Erfahrung im Kultur- und Veranstaltungssektor, nach über 40 Jahren Praxis als Musikerzieher am Gymnasium, als Juror und als Leiter von Vokal- und Instrumentalensembles in Klassik, Musical und Jazz entwickelt man ein (natürlich keineswegs untrügliches) Gespür dafür, wer oder was erfolgversprechend den harten Anforderungen des Konzertbetriebs standhalten könnte.

Auf die vielseitige Geigerin Mariella Haubs wurde ich letztlich durch einen befreundeten Konzertveranstalter aufmerksam. Dann folgte nach umfangreicher Recherche eine intensive Korrespondenz mit der äußerst sympathischen Künstlerin.

Welche Auswirkungen haben eineinhalb Jahre Corona-Krise auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen? Gab es deswegen Kündigungen in nennenswerter Anzahl?

Die Mitgliederzahlen waren - nach dem sehr erfreulichen Zuwachs in den vorangehenden Jahren - 2020 erstmals rückläufig, zum Glück aber nur leicht. Dabei sind die Gründe für eine Beendigung der Mitgliedschaft unverändert altersbedingt oder einem Ortswechsel geschuldet. Somit ist die für den "Verein" ungewöhnliche Bilanz der Mitgliederzahlen im vergangenen Jahr als Ergebnis der mangelnden Präsenz und der damit verbundenen fehlenden Werbung im laufenden Konzertbetrieb zu verstehen.

Wann ist die Entscheidung gefallen, offensiv für die neue Konzertsaison 2021/2022 zu planen?

Offensiv geplant habe ich schon im Frühjahr, nachdem klar war, dass mittelfristig genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Im Kontext mit der Vorbereitung unseres einzigen und zugleich letzten Konzerts der vergangenen Konzertsaison im Juli war abzusehen, dass Live-Veranstaltungen (wenn auch mit hohen Hygienestandards) wieder möglich sein werden. Ausschlaggebend waren dann letztlich die Zusagen sowohl seitens des Kongresshauses Rosengarten als auch von den Verantwortlichen der HUK-Coburg, die avisierten Termine der neuen Saison auf der Basis der von uns vorgelegten detaillierten Hygiene-Konzepte zu ermöglichen. Wir sind sehr stolz, zum Start in die neue Saison dem Coburger Publikum am Montag, 18. Oktober 21, im Foyer der HUK-Coburg das international renommierte "Janoska-Ensemble" mit einem Programm von "Brahms bis zu den Beatles" präsentieren zu dürfen und hoffen wie vor Corona auf ein volles Haus.

Diese Konzerte plant der Coburger "Verein" 2021/2022

18. Oktober "Best of Janoska Style" - Janoska Ensemble

8.November "Beethoven meets Strauss" - Mariella Haubs (Violine), Magdalena Haubs (Klavier)

13. Dezember "Alpine Christmas" - Bozen Brass

31. Januar 2022 "Sax meets Strings" - Vogler Quartett und Christian Segmehl (Saxofon)

21. März "Brass Impressions" - Trombone Unit Hannover"

25. April "Passion Tango" - Friedrich Kleinhapl (Violoncello) und Andreas Woyke (Klavier)

20. Juni "Go East!" - Klavierduo Herbert Schuch und Gülru Ensari. -

Die Konzerte findet jeweils am Montag im Foyer der HUK Coburg statt. Es gelten die 3 G-Regeln (Beginn: 20 Uhr / www.verein-coburg.de)red