Die Organspende-Radfahrer machten Station in Coburg
Autor: Christoph Winter
Coburg, Montag, 24. Juli 2017
Die "Radtour pro Organspende" macht auf den Mangel an Spender-Organen aufmerksam und kam am Klinikum in Coburg vorbei.
Acht Etappen oder 620 Kilometer Radstrecke, um "Danke" zu sagen und auf den Mangel an Spenderorganen in Deutschland hinzuweisen: Seit nun elf Jahren gibt es eine Radtour des Vereins TransDia-Sport Deutschland.
Am Montag starteten die 28 Frauen und Männer zur dritten Etappe über 100 Kilometer von Coburg nach Bamberg und weiter nach Haßfurt. Mit einem kurzen Aufenthalt im Klinikum Coburg zollten die Teilnehmer der Tour dem Personal in den sogenannten Entnahmekrankenhäusern Dank und Respekt. Peter Kreilkamp von TransDia-Sport: "Mit der Radtour pro Organspende geben wir dem Thema ein Gesicht und zeigen, dass auch mit einem Spenderorgan oder nach einer Organspende eine hohe Lebensqualität und auch sportliche Leistungen möglich sind." Die Organspende sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft.
Das Besondere an den Teilnehmern der Tour: Die Mehrzahl der Mitfahrer sind Transplantations-Patienten oder haben selbst ein Organ gespendet.
Der ärztliche Direktor und Nephrologe Prof. Dr. Markus Ketteler sowie Pflegedirektor Marco Zipfel vom Regiomed-Klinikum Coburg zeigten sich von der Radtour und der sportlichen Leistung angetan. Nach den Worten des Mediziners fehlten in Deutschland nach wie vor Spenderorgane. "Die durchschnittliche Wartezeit auf ein Spenderorgan beträgt acht Jahre." Wesentlich geringer sei diese Zeitspanne in anderen europäischen Ländern. Die Zahl der Transplantationen sei nach verschiedenen Skandalen in der Vergangenheit gesunken. Im Klinikum Coburg würden aktuell rund 70 Nierenpatienten betreut.
Täglich drei Tote
Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation sterben in Deutschland täglich drei Patienten, weil der sehnlichst erwartete Anruf "Wir haben ein Spender-Organ für Sie" ausbleibt.Gestartet war die "Radtour pro Organspende" am Samstag in Bayreuth. Erste Station war Kulmbach. Entlang der 620 Kilometer langen Strecke sollen möglichst viele Krankenhäuser besucht werden. Die Fahrt endet am 29. Juli in Frankfurt am Main.