"Es ist nicht angedacht, dass wir uns Europastadt nennen." Mit dieser klaren Aussage beantwortete Neustadts Dritter Bürgermeister, Martin Stingl (SPD), im Rahmen der ersten Sitzung des Kultursenats in der neuen Legislaturperiode eine Anregung von Stadtrat Bernd Gärtner (SPD), die darauf abzielte, ob sich die Puppenstadt, nachdem ihr die Ehrenfahne der Parlamentarischen Versammlung verliehen worden war, nicht auch "Europastadt" nennen sollte. Gärtner: "Was Coburg und Neustadt/Holstein können, sollten auch für uns möglich sein".

Stingl erläuterte hierzu, dass es kein formelles Prozedere gebe, sich den Beinamen zu geben. "Wenn wir wollten, könnte dies heute noch geschehen", verdeutlichte Martin Stingl und unterstrich, dass der Titel Europastadt nicht geschützt sei.

Warten auf den Europapreis

Zwar wurde mit der Verleihung der Ehrenfahne eindeutig dokumentiert, dass sich die Stadt über Jahre hinweg dafür einsetzt, die Union und das Verständnis unter den Menschen in Europa zu fördern, für den Dritten Bürgermeister ist dies aber noch nicht genug. "Wir warten, bis wir europäisch gefestigt sind", betonte Stingl. Die Aussage kann dahingehend interpretiert werden, dass man warten will, bis man den 1955 ins Leben gerufenen Europapreis in Händen hält.

Stingl erläuterte hierzu, dass man sich um diese hohe Auszeichnung bewerben darf, wenn die vorgeschalteten drei Auszeichnungsstufen (Europadiplom, Ehrenfahne und Ehrenplakette) erfolgreich absolviert wurden. In Neustadt hat man jetzt die zweite Hürde genommen. Um die Ehrenplakette kann man sich seinen Worten zufolge zwei Jahre nach der Verleihung der Ehrenfahne bewerben.

Ganz abgeschlossen ist dieser jüngste Akt auf der Leiter zum Europreis noch nicht. Wie Martin Stingl wissen ließ, schließt erst ein offizieller Festakt die Verleihung ab. Aufgrund der derzeitigen Situation ist es offen, wann dieser stattfinden kann.

Im Rahmen des so genannten P-Seminars wollten Schüler eines Memmingen Gymnasiums unter dem Thema "Grenzerfahrung" die "Bildungsstätte Innerdeutsche Grenze" (BIG) besuchen. Geplant waren nach Worten von Martin Stingl auch Zeitzeugengespräche. Leider, so der Bürgermeister, musste der Besuch wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Stingl betonte, dass seitens der Schule, weiterhin großes Interesse besteht, die BIG zu besuchen und eine Fahrtstrecke von rund 700 Kilometer auf sich zu nehmen. "Aus diesem Grund ist die Veranstaltung nicht ersatzlos gestrichen", betone Stingl.

Die Veranstaltungen 2021

Einstimmig wurden die Veranstaltungstermine für das Jahr 2021 verabschiedet. Nach Rücksprache mit den Schulen wurde festgelegt, dass das Kinderfest ab dem kommenden Jahr immer am zweiten Juli Wochenende stattfindet wird. Weiter steht auf dem Programm der Frühlingsmarkt (27. März), die Sportlerehrung (9. April), das Puppenfestival (9. bis 16. Mai), die Max-Oscar-Arnold-Preisverleihung (14. Mai), Swing im Park (19. bis 20. Juni), Rock & Classic (3. bis 4 Juli), Kinderfest (10. Juli), Marktfest (11.Juli) und der Nikolausmarkt (3. bis5. Dezember).

Thomas Büchner (ÖDP) versäumte es nicht, sich bei der SPD Fraktion für den Verzicht auf einen Platz im Kultursenat zu bedanken. So wurde es möglich, dass er ordentliches Mitglied des Gremiums wurde.