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Der Hauptpreis des Schülerwettbewerbs geht nach Coburg


Autor: Christoph Winter

Coburg, Mittwoch, 07. Februar 2018

Die Klasse 10a des Gymnasiums Ernestinum fährt eine Woche nach Paris. Hauptpreis des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung geht nach Coburg.
Die Klasse 10a des Gymnasiums Ernestinum hat beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung  einen Hauptpreis errungen und wird eine Woche lang Paris besuchen. Zwölf Themen wurden von etwa 2300 Schulklassen bearbeitet. Foto: Christoph Winter


Eisern geschwiegen hat Norbert Berger in den vergangenen Wochen. Daher waren die jungen Leute der Klasse 10a des Ernestinums am Mittwoch überrascht, als der Deutschunterricht jäh unterbrochen wurde: Hans-Georg Lambertz, Leiter des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung, mit OB Norbert Tessmer und Schulleiter OStD Bernd Jakob sowie Medienvertretern im Schlepptau: "Ihr habt gewonnen, einen Hauptpreis. Wo würdet ihr gerne hinfahren? Wie wär's mit Paris?", fragte er und die Klasse staunte. Die Reise ist schon gebucht, ebenso das Programm an der Seine.

Mit ihrer Arbeit zum Thema "Abschaffung des Bargelds" auf zwei Zeitungsseiten haben die Jugendlichen das Ticket für eine fünftägige Klassenreise nach Paris gelöst. "Die Jury war hin und weg über eure tolle Arbeit", bekannte Lambertz. Einige Wochen haben die Schülerinnen und Schüler an ihrem Werkstück gearbeitet, in der Schule, aber auch in der Freizeit. Zum Thema "Hände weg vom Bargeld?" wurden über 250 Projekte eingereicht, gegen die sich die 10a des Ernestinums durchsetzen konnte.


Richtig viel gemacht

Die Schülerinnen und Schüler hatten mit Uwe Müller von den Wirtschaftsjunioren Coburg sowie dem früheren Vorstand der Coburger Sparkasse, Siegfried Wölki, über das Für und Wider der Bargeldabschaffung gesprochen, führten Umfragen durch und schrieben eigenständig Artikel und Kommentare zu dem Thema. Das Besondere: Die Zeitungsseiten waren bereits im vergangenen November bei einem Medienprojekt veröffentlicht worden.

Während die Klasse zu Beginn des Projekts mehrheitlich für eine Abschaffung des Bargeldes war, lehnten am Ende nahezu alle diesen Plan ab. Das deckte sich mit den Ergebnissen der Umfragen in der Schule und in der Coburger Fußgängerzone. Ohne Bargeld gebe es zwar kein Falschgeld oder Banküberfälle mehr; Korruption, Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft könnten leichter zu verfolgen sein, aber der Bürger würde noch "gläserner". Ex-Sparkassenchef Wölki hatte Geld als "gedruckte Freiheit" bezeichnet. Kommentar, Reportage, ein Interview, Nachrichten und eine Karikatur schrieben die Ernestiner für die beiden Zeitungsseiten und erarbeiteten ein Layout.


Einer der bewährtesten Pädagogen der Stadt

Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) sagte, er sei gerne zu diesen Anlass in das Gymnasium gekommen, und übermittelte die Glückwünsche der Stadt. Vier Klassen in Bayern hätten einen Hauptpreis gewonnen, Coburg sei mit dabei, zeigte er sich stolz. Für den Erfolg in großem Maß verantwortlich sei mit Norbert Berger einer der bewährtesten Pädagogen der Stadt, sagte Tessmer. Seit 1989 nimmt Berger mit immer neuen Schulklassen an dem Wettbewerb der Bonner Bundeszentrale für politische Bildung teil. In dieser Zeit gab es fünf Klassenreisen als Hauptpreise und mehrere Geldpreise.

Praktisch und überaus sachorientiert bei der Verkündigung des Gewinns am Mittwoch war eine Schülerfrage: "Bedeutet eine Woche fünf oder sieben Tage?" Es sind - fünf.