Der Autor Droschke und der Grafiker Heß, die unter dem Label Verwertungsgesellschaft auftreten und wiederholt mit ihren Aktionen auch überregional Öffentlichkeit gefunden haben, präsentieren ihr jüngstes Projekt - Pandemie-Texte als Beitrag zu ihrer Buchstabennudel-Edition.

Unlesbar, aber nicht ungenießbar

Seit 2017 bringen Droschke und Heß literarische Texte in unlesbarer, dafür jedoch essbarer Form auf den Markt - Buchstabennudeln, aus denen sich Texte zusammensetzen, gefüllt in handliche kleine Tüten. Bemerkenswert die Auswahl für die Edition Corona-Spezial, bei der Droschke und Heß bei literarischen Werken im engeren Sinn erkennen mussten, dass sich die Zahl der von Seuchen handelnden Werke durchaus überschaubar ist.

Die Konsequenz: In dieser Edition findet sich nicht etwa nur "Die Pest" von Albert Camus, Thomas Manns "Tod in Venedig" oder Giovanni Boccaccios "Decamerone". Vielmehr finden sich in diesem essbaren Kanon auch Texte, die Literaturwissenschaftler für gewöhnlich wohl nicht dem Kanon der Weltliteratur zurechnen würden.

"Biontech ist der Mercedes"

Das gilt beispielsweise für die "Untersuchungen und Beobachtungen über die Cholera" aus der Feder von Max von Pettenkofer ebenso wie für das "Gesetz zur Aufhebung der epidemischen Lagen von nationaler Tragweite" (Autor: Bundesministerium für Gesundheit") und "Biontech ist der Mercedes" (Autor: Jens Spahn).

Mit Künstler-Notgeld bundesweit Aufmerksamkeit gefunden

Zuletzt hatten Droschke und Heß als Verwertungsgesellschaft mit ihrer Aktion Künstler-Notgeld bundesweit Aufmerksamkeit gefunden. In Wechselstuben konnten dabei Interessenten echte Geldscheine gegen von Künstlern gemalte Geldscheine zu den gleichen Nennwerten tauschen.

Die zugehörige Ausstellung war im Oktober und November in Coburg zu sehen und wird nach Auskunft von Droschke und Heß im März noch einmal von einem Aussteller präsentiert werden.