Prinz Albert hat offenkundig ein Talent für Familienzusammenführung. Als vier Jahre nach seinem Tod das ihm geweihte Denkmal auf dem Coburger Marktplatz 1865 feierlich enthüllt wurde, fand sich zu seinen Füßen die königliche Familie zusammen: Queen Victoria im Kreise ihrer Kinder. Und heute? Genau 150 Jahre später wurde Alberts Geburtstag, der 26. August, wieder zum Anlass für einen Familienzusammenführung. Diesmal freilich ganz anderer Art - weniger feierlich, dafür aber höchst lebendig mit einer Live-Schaltung via Internet nach Sidney.


Denn die Stadt Coburg hatte sich zum Jubiläum der Denkmals-Weihe ganz bewusst eine zeitgemäße, eher legere Art der Feier ausgedacht im Namen des Prinzen, der vor 196 Jahren auf Schloss Rosenau geboren worden war.
Die Idee: Exil-Coburger aus aller Welt sollten Glückwünsche schicken, indem sie sich neben Prinz-Albert-Denkmäler fotografierten oder per Video in Szene setzten.


Dieter Kirchner, 1972 nach Australien ausgewandert, nutzte diese Gelegenheit, per Online-Telefonat mit einigen am Markt versammelten Verwandten und Bekannten in der fernen Heimat zu sprechen - sehr zur Freude seines Bruders Gerhard. Dabei halten die Brüder auch ansonsten regelmäßig Kontakt zwischen Coburg und Sidney. "Er ruft mich jeden Sonntag früh an", sagt Gerhard Kirchner. Diesmal aber nicht am Sonntag in den Morgenstunden, sondern am Mittwoch am frühen Nachmittag. Dazu gab es auch noch Grüße von Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer und eine exklusive Einladung ans andere Ende der Welt: "Kommen Sie bald mal wieder nach Coburg - dann können wir gemeinsam eine Bratwurst auf dem Markt essen."


Grüße im Namen von Prinz Albert aber gab es auch von Johanna Wiesner, die in Coburg aufgewachsen ist, vor fünf Jahren am Alexandrinum die Abiturprüfung bestand und nach dem Studium in den Niederlanden nun in London wohnt. Vor dem Albert Memorial schwärmte sie vom Charme der britischen Metropole und erinnerte sich doch auch gerne an die Vestestadt zurück: "In Coburg ist alles so schön nahe beieinander. In London ist man dagegen oft sehr lange unterwegs von einem Ende der Stadt zum anderen."


Video-Grüße im Namen von Prinz Albert gab es dann auch noch von Stadtrat Maximilian Forkel (Junge Coburger), während ein Vertreter der Partnerstadt Isle of Wight live auf dem Markt ebenfalls Grüße übermittelte.
Und für klingendes Kolorit sorgte Detlef Purucker aus Tambach, der Dudelsackklänge über den Marktplatz schweben ließ - passend zur britischen Fahne, die zu Ehren von Prinz Albert vor dem Rathaus flatterte.