Grünes Licht vom Bundesgesundheitsministerium, harte, aber vielversprechende Grundstücksverhandlungen mit der Bima, eine Reihe von Entwurfsplanungen, der ausgesprochene Wille und das große Ziel, 2030 in ein neues, hochmodernes Klinikum auf dem ehemaligen BGS-Gelände einzuziehen: Oberbürgermeister Dominik Sauerteig und Regiomed-Geschäftsführer Alexander Schmidtke sind in Aufbruchstimmung, sprechen von einem "historischen Schritt".

Bei einem Vor-Ort-Termin präsentieren sie am Montag die Pläne für das 500-Millionen-Projekt auf dem BGS-Gelände. Wie es später auf dem Areal aussehen wird, ist tatsächlich noch nicht entschieden. Einige der Entwurfspläne trägt Schmidtke zwar zusammengerollt unter dem Arm, aber zunächst müsse aus der Auswahl ein renommierter Generalplaner gefunden werden. Sauerteig enthüllt dafür die grobe Grundriss- und Verkehrsplanung.

Neue Straßen

Neben den medizinischen Einrichtungen soll es auch eine Schule für die Pflegeschüler geben und Wohnraum für die Mitarbeiter. Die Zufahrt zur Klinik wird über einen neuen Knotenpunkt am Landratsamt geregelt. Außerdem soll eine neue Straße von der Neustadter Straße aus zum Gelände führen. Es laufen auch bereits Verhandlungen mit der Bahn über einen zusätzlichen Halt.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst einmal müsse das Areal erworben werden können. Sauerteig geht davon aus, dass es im Herbst so weit sein wird. Die Grundstücksverhandlungen mit der Bima seien nicht einfach, sondern ein sehr formales Verfahren. Die Stadt habe ein Erstzugriffsrecht und kann zum Verkehrswert kaufen. Ein Nachlass sei möglich, da eine soziale Nutzung des Geländes gegeben ist. "Unsere Pläne liegen der Bima vor", sagt Sauerteig.

Was dann folgt, ist die Altlastenbeseitigung und Erschließung des Geländes. "Da haben wir noch viele Hausaufgaben zu machen", so der OB. Die Gebäude werden größtenteils abgerissen. Allerdings beteuert Sauerteig, sei die BGS-Kaserne, in der die Bands proben, davon nicht betroffen - zumindest in der aktuellen Planung. Sollte es doch anders kommen, werde die Stadt den Bands bei der Suche nach Ersatz behilflich sein.

Alexander Schmidtke betont bei dem Termin, dass der Klinikneubau ein wichtiges Entscheidungskriterium für ihn war nach Coburg zu kommen. Er freut sich auf das große Gemeinschaftsprojekt. "Wir brauchen ein Wir-Gefühl. Nur so kann es funktionieren", ist er überzeugt. Freistaat, Stadt, Land und Regiomed müssten an einem Strang ziehen. Das hätten seine Erfahrungen aus Augsburg gezeigt.

Was wird aus dem Klinikum?

Mit der Umsetzung der Pläne - von der Brache zum modernen Zukunftsbau mit neuester Medizintechnik - könnte auch dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. "Für die Aquise von Ärzten und Fachpersonal ist das neue Klinikum eine große Erleichterung", sagt er. Was mit dem Klinikum an der Ketschendorfer Straße passiert, ist noch unklar. Fest steht, dass in den kommenden zehn Jahren weitere Investitionen und Bestandsbaumaßen notwendig werden.

2030 wären dann noch etwa 25 Millionen Euro an Fördermitteln zurückzuzahlen. Es sei denn der Bau würde weiterhin ähnlich (medizinisch-sozial) genutzt, so Dominik Sauerteig. "Wir werden gut verhandeln", sagt er und Schmidkte ergänzt, dass Fördermittel in dieser Höhe wohl nicht zurückgefordert würden.

Zeitschiene

  • Herbst 2021 Der Grundstückskauf wird besiegelt
  • bis Ende 2022 Aufnahme ins Krankenhausbauprogramm und Erstellung des Bebauungsplans
  • 2023 Nach der Baugenehmigung erfolgt die Ausführungsplanung und Vorbereitung mit Erschließung des Geländes, Baufeldreinmachung (Abriss der Gebäude) und Altlastenentsorgung
  • 2024 Spatenstich für den Klinikneubau
  • 2024 bis 2029/30 Klinikneubau und Infrastrukturmaßnahmen