Coburg: Operationsroboter live besichtigen und ausprobieren - Klinik lädt zu Aktionstag ein
Autor: Redaktion
Coburg, Dienstag, 02. Mai 2023
Die Regiomed Klinik Coburg lädt am Samstag, 13. Mai 2023, zu einem Aktionstag ein, bei dem Interessierte den "da Vinci"-Operationsroboter live besichtigen und ausprobieren können.
Seit gut einem Jahr wird am Regiomed Klinikum Coburg mit der besonderen technischen Unterstützung eines Operationsroboters gearbeitet. Kernstück des Roboters ist ein Operationsterminal, welches mittels angebrachter Instrumente mit dem Patienten verbunden wird, wie die Regiomed-Kliniken GmbH erklärt. An der zugehörigen Arztkonsole sitzt der Operateur sitzt und steuert die Technik. Das moderne System soll nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden, auch um Vorurteilen und Science Fiction-Vorstellungen offensiv zu begegnen. „Wir erleben ein widersprüchliches Bild zum neuen Robotersystem“, gibt Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. h.c. Thomas Bschleipfer unumwunden zu. Er ist Chefarzt der Urologie am Coburger Klinikum und hat hier die roboterassistierte Chirurgie mit eingeführt. „Die eine Patientengruppe ist sehr neugierig und versteht die Technik als hervorragende Unterstützung für den Operateur. Andere fürchten eine Verselbständigung des Roboters.“
„In der Urologie setze ich, zusammen mit meinem Team, den OP-Roboter bei allen größeren und großen operativen Eingriffen mit hervorragenden Ergebnissen ein. Gerade bei Operationen im Becken, die besonders gewebeschonend durchgeführt werden müssen, um alle Funktionalitäten möglichst zu erhalten, ist die technische Unterstützung eine Bereicherung. Die Etablierung der robotischen Chirurgie mit Einführung des da Vinci Xi am Klinikum Coburg ist ein Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer operativen Möglichkeiten mit großen Vorteilen für Betroffene", berichtet Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. h.c. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Urologie am Regiomed Klinikum Coburg.
In der Tat klingt ein Operationsroboter nach der Verwirklichung aller filmischen Vorahnungen der letzten Jahrzehnte. Dabei ist die „da Vinci“-Technik aber ohne menschliche Führung nicht einsatzfähig. Darüber hinaus sind besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten des Operateurs nötig, um das System überhaupt nutzen und die Vorteile des aufwendigen Gerätes tatsächlich heben zu können. Aktuell wird der Operationsroboter für Anwendungsbereiche in den Fachgebieten Urologie, Gynäkologie und Viszeralmedizin (hier vor allem in der Bauchchirurgie) eingesetzt. Ärztliches Personal wie auch Mitarbeitende des Operationsbereichs mussten aufwendig am System geschult und trainiert werden.
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Der Roboter übersetzt die Bewegungen und Befehle des Operateurs in feinste Bewegungen. Die Konstruktion erlaubt die Imitation des vollen Bewegungsumfangs der menschlichen Hand, was bei bisherigen laparoskopischen (gewebeschonenden) Eingriffen durch die Bewegungseinschränkung der starren Instrumente nicht gegeben war. Die zehnfache Vergrößerung durch die HD-Technik erlaubt eine detaillierte Darstellung selbst feinster Strukturen. Der Operateur sitzt an der Konsole, völlig abgekoppelt vom Patienten. Ein bis zwei ärztliche Assistenten sind am Patienten und sorgen für die korrekte Position der Instrumente.
„Gerade bei schwierigen Eingriffen im Bauchraum ist die räumliche Trennung zwischen Operateur und Patient eine besondere Herausforderung. Zwar sind die Strukturen des Operationsgebietes sehr genau zu erkennen, aber es fehlt der haptische Eindruck des Gewebes. Dies muss der Mediziner durch seine Erfahrung kompensieren.
Nur dann kann eine Operation mit der neuen Technik auch wirksam sein. Hier ist eine besondere Expertise gefragt, die wir am Regiomed Klinikum Coburg haben", erklärt Prof. Dr. med. Bernhard J. Leibl, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralmedizin am Regiomed Klinikum Coburg.
Für den Regiomed-Verbund bedeutet die Anwendung der roboterassistierten Operationen am Standort Coburg einen erheblichen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten. Schnellere Wundheilung, geringer Blutverlust und kaum sichtbare äußere Schnittwunden sind neben der einzigartigen Bewegungsfreiheit für die Operateure die großen Vorteile dieses modernen Operationssystems. Im Bereich der minimal-invasiven Eingriffe können den Patientinnen und Patienten so im Idealfall schnellere Erholungszeiten nach Operationen, kürzere stationäre Aufenthalte und bessere Ergebnisse im Bereich der Kosmetik ermöglicht werden.