Eine neue Brücke im Landkreis Coburg sorgt beim Bayerischen Roten Kreuz für Unverständnis. Seine Rettungsfahrzeuge passen nicht hindurch, denn sie hat eine Durchfahrtshöhe von nur 2,80 Metern.
- Brücke im Landkreis Coburg ist zu niedrig für Rettungsfahrzeuge
- 2,80 Meter Durchfahrtshöhe laut BRK "ungünstig"
- Staatliches Bauamt Bamberg spricht von "umfangreichem Abstimmungsprozess"
- Das sind die Alternativen für große Fahrzeuge
Es scheint auf den ersten Blick unglaublich: Eine neue Brücke zwischen Glend und Beuerfeld bei Coburg schließt mit einer Durchfahrtshöhe von 2,80 Metern große Fahrzeuge wie Busse, Feuerwehr- und Rettungswägen sowie landwirtschaftliche Gefährte vom Hindurchfahren aus. Volker Drexler-Löffler vom BRK-Kreisverband Coburg kann nicht nachvollziehen, weshalb die Planung diese Betroffenen nicht miteinbezogen habe. Das Staatliche Bauamt Bamberg spricht hier von bestimmten "Zwangspunkten".
Brücke bei Coburg für hohe Rettungsfahrzeuge "ungünstig"
Momentan ist die Verlegung der Staatsstraße 2205 ("Landesgrenze - Bad Rodach - Coburg - Bundesstraße 4") nördlich von Coburg in vollem Gange. Konkret geht es um den zweiten Teilabschnitt des zweiten Bauabschnittes von Wiesenfeld bis zur Stadtgrenze Coburg im Gebiet der Stadt Coburg und der Gemeinde Meeder. Über die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Glend und Beuerfeld führt die besagte Brücke, informiert das Bauamt auf Anfrage von inFranken.de.
Weil diese hier nur eine Durchfahrtshöhe von 2,80 Metern aufweist, passten "nur reguläre PKW-Fahrzeuge sowie Geh- und Radverkehr". Die Konsequenz: Das BRK und andere Einsatzkräfte sowie der ÖPNV mit Fahrzeugen über 2,80 Metern sind ausgeschlossen. "Die Brücke ist natürlich ungünstig", sagt Drexler-Löffler im Gespräch mit inFranken.de.
Erst vor wenigen Wochen habe es eine Einsatzfahrt nach Beuerfeld gegeben. Glücklicherweise "ohne große Verzögerungen, denn es gibt die Möglichkeit, die Lauterüberleitung links davon zu nutzen", schildert er weiter. Diese befestigte Furt dient zur Ableitung von Hochwasser und sei laut der Erfahrung des BRK-Leiters zumeist trocken. Laut dem Bauamt könnten auf dem dort befindlichen befestigten Feld- und Waldweg Fahrzeuge mit einer Höhe von bis zu vier Metern hindurchfahren. Drexler-Löffler erwarte nun noch, dass dieser Weg für Rettungsfahrzeuge als regelhaft nutzbar ausgewiesen werde.
"Örtliche Gegebenheiten" zwingen zu niedriger Höhe - Bauamt Bamberg mit Erklärung
Dennoch bleibt die Frage, wie es zu der Gestaltung der Brücke kam? Das Bauamt schreibt: "Die Linienführung der neuen Staatsstraße einschließlich des Brückenbauwerkes nördlich von Glend war Ergebnis eines umfangreichen Abstimmungsprozesses. Dabei waren verschiedenste, örtliche Gegebenheiten zu berücksichtigen:
- kein Eingriff in das nördlich der jetzigen Linie gelegene Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiet
- Vorgaben im Zusammenhang mit dem hydraulischen Abfluss des Lauterbachüberleiters
- Naturschutzfachliche Vorgaben zum Landschaftsbild - die Höhe des Dammes musste so gering wie möglich gehalten werden, um Eingriffe in das Landschaftsbild zu minimieren