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Coburg: Jugendliche unter 18 Jahren haben gewählt


Autor: Jannik Reutlinger

Coburg, Montag, 08. Oktober 2018

Wenige Tage vor dem Ernstfall haben die Jugendlichen in Stadt und Landkreis Coburg ihre Stimme bei der U18-Wahl abgegeben. Ginge es nach ihnen, würde sich im bayerischen Landtag einiges ändern.
Der Andrang in den Wahllokalen bei der U18-Wahl war groß. Foto: privat


Lara Nowak ist 17 Jahre alt und darf bei der Landtagswahl noch nicht mitbestimmen, wer ins Maximilianeum einzieht. Trotzdem hat die Schülerin ihre Stimme abgegeben. Als eine von 966 Coburger Schülerinnen und Schülern nahm Lara Nowak an der U18-Wahl teil.

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Für die Jugendlichen von 14 teilnehmenden Schulen hieß es daher am vergangenen Freitag: CSU, SPD die Grünen? Oder vielleicht doch die FDP? Bei der Landtagswahl ist die Auswahl mit 18 Parteien groß. Eine Entscheidung zu treffen, fällt da nicht leicht. Das spiegle sich auch in den Ergebnissen wider, die am Montag vorgestellt wurden. "Jede Partei im Coburger Kreis hat mindestens eine Stimme bekommen", verrät Anja Keyser vom Arbeitskreis "DieCouchKommt".

Hauchzarter Vorsprung

Bei den Erststimmen gab es eine faustdicke Überraschung. Wenn es nach den Jugendlichen ginge, würde Ina Sinterhauf (Die Grünen ) das Direktmandat mit 24,5 Prozent der Stimmen holen. Ihr Vorsprung beträgt dabei gerade einmal 0,1 Prozentpunkte vor CSU-Kandidat Martin Mittag Auf Platz 3 folgt Michael Busch (SPD) mit 20,2 Prozent. Eine Prognose, wer denn tatsächlich am 14. Oktober das Rennen macht,sei schwierig. "Die Jugendlichen könnten sich vorstellen, durch jeden dieser Kandidaten vertreten zu werden", interpretiert Keyser die Ergebnisse.

Auch bei den Zweitstimmen liegt die CSU mit 23,77 Prozent an der Spitze. Der Vorsprung vor den Grünen, die 21,14 Prozent erreichen, ist aber denkbar knapp. Mit größerem Abstand folgt dann bereits die SPD mit 16,47 Prozent. Ebenfalls ein zweistelliges Ergebnis erreicht die AfD mit 10,19 Prozent. Die Fünf-Prozent-Hürde haben auch die FDP mit 7,72 Prozent und die Freien Wähler (5,69) geschafft. In der Stadt Coburg konnten die Grünen sogar 31,34 Prozent der Stimmen holen und wären dort vor der CSU die stärkste Kraft. "In den Hochrechnungen sind die Grünen ja schon stark", sagt Keyser. "Unter den Jugendlichen übertreffen sie diese noch einmal deutlich."

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Ziel der U18-Wahl sei es, die Interessen der Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen gleichzeitig Politik schmackhaft zu machen. Keyser war begeistert von der Beteiligung der Schüler. "Viele haben ihre Freizeit genutzt, weil es ihnen wichtig war, zu wählen", betont Keyser.

Jeder unter 18 konnte wählen

Mitmachen durfte jeder Schüler und jede Schülerin unter 18 Jahren, die Nationalität war dabei nicht entscheidend. Sogar Flüchtlingsklassen hätten teilgenommen, aber auch Neunjährige seien mit ihren Eltern da gewesen. "In die Wahlkabine mussten sie aber dann alleine", fügt Keyser schmunzelnd hinzu. Die Organistatoren gaben sich mit Wahlplakaten, -urnen und -kabinen alle Mühe, um für eine authentische Atmosphäre zu sorgen. Lara Nowak war als Wahlhelferin in einem von sieben Wahllokalen im Einsatz. Auf Tafeln hätten sich die Jugendlichen vor der Stimmabgabe über die Parteien informieren können, sagt die 17-Jährige. "Wenn jemand Hilfe gebraucht hat, dann habe ich erklärt, wie gewählt wird", beschreibt die Schülerin eine ihrer Aufgaben.

Und was passiert nun mit den Ergebnissen? Jedes Kind, das seine Stimme abgegeben hat, unterschrieb im Anschluss auf einer Tafel, erklärt Keyser. Zusammen mit den Stimmzetteln wurde die Tafel für die Stadt an Dritten Bürgermeister Thomas Nowak und die Tafel für den Landkreis an Landrat Michael Busch übergeben. "Es war beeindruckend, zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit die Schüler bei der Wahl mitgemacht haben", lobt Thomas Nowak die Jugendlichen.

Landrat Michael Busch hebt hervor, wie wichtig es sei, Kinder und Jugendliche für Politik zu interessieren. Außerdem müsse man sich damit befassen, ob es nicht sinnvoll wäre, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken, fordert Busch. Bevor es soweit ist, sind am Sonntag erst einmal die Erwachsenen aufgefordert, an die Wahlurne zu treten.

Wahl zum Bezirkstag

Den Bezirkstag haben die Jugendlichen auch gewählt. Hier ist das Ergebnis ähnlich knapp wie bei der Landtagswahl, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Mit Sebastian Straubel würde sich der CSU-Kandidat mit 24,3 Prozent knapp gegen die Grünen-Kandidatin Gabriele Jahn (22,8 Prozent) durchsetzen. Frank Rebhan (SPD) folgt mit 19,5 Prozent auf Platz 3. Auch bei den Zweitstimmen hat sich die Reihenfolge an der Spitze geändert. Die Grünen liegen hier mit 24,7 Prozent vor der CSU (21,8 Prozent). Dahinter folgen die SPD (14,1 Prozent), die FDP (9,7 Prozent), die AfD (9,0 Prozent) und die Freien Wähler (5,2 Prozent).

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