Wenige Tage vor dem Ernstfall haben die Jugendlichen in Stadt und Landkreis Coburg ihre Stimme bei der U18-Wahl abgegeben. Ginge es nach ihnen, würde sich im bayerischen Landtag einiges ändern.
Lara Nowak ist 17 Jahre alt und darf bei der Landtagswahl noch nicht mitbestimmen, wer ins Maximilianeum einzieht. Trotzdem hat die Schülerin ihre Stimme abgegeben. Als eine von 966 Coburger Schülerinnen und Schülern nahm Lara Nowak an der U18-Wahl teil.
Landtagswahl: sämtliche Coburger Direktkandidaten im Porträt
Für die Jugendlichen von 14 teilnehmenden Schulen hieß es daher am vergangenen Freitag: CSU, SPD die Grünen? Oder vielleicht doch die FDP? Bei der Landtagswahl ist die Auswahl mit 18 Parteien groß. Eine Entscheidung zu treffen, fällt da nicht leicht. Das spiegle sich auch in den Ergebnissen wider, die am Montag vorgestellt wurden. "Jede Partei im Coburger Kreis hat mindestens eine Stimme bekommen", verrät Anja Keyser vom Arbeitskreis "DieCouchKommt".
Hauchzarter Vorsprung
Bei den Erststimmen gab es eine faustdicke Überraschung. Wenn es nach den Jugendlichen ginge, würde Ina Sinterhauf (Die Grünen ) das Direktmandat mit 24,5 Prozent der Stimmen holen. Ihr Vorsprung beträgt dabei gerade einmal 0,1 Prozentpunkte vor CSU-Kandidat Martin Mittag Auf Platz 3 folgt Michael Busch (SPD) mit 20,2 Prozent. Eine Prognose, wer denn tatsächlich am 14. Oktober das Rennen macht,sei schwierig. "Die Jugendlichen könnten sich vorstellen, durch jeden dieser Kandidaten vertreten zu werden", interpretiert Keyser die Ergebnisse.
Auch bei den Zweitstimmen liegt die CSU mit 23,77 Prozent an der Spitze. Der Vorsprung vor den Grünen, die 21,14 Prozent erreichen, ist aber denkbar knapp. Mit größerem Abstand folgt dann bereits die SPD mit 16,47 Prozent. Ebenfalls ein zweistelliges Ergebnis erreicht die AfD mit 10,19 Prozent. Die Fünf-Prozent-Hürde haben auch die FDP mit 7,72 Prozent und die Freien Wähler (5,69) geschafft. In der Stadt Coburg konnten die Grünen sogar 31,34 Prozent der Stimmen holen und wären dort vor der CSU die stärkste Kraft. "In den Hochrechnungen sind die Grünen ja schon stark", sagt Keyser. "Unter den Jugendlichen übertreffen sie diese noch einmal deutlich."
Epileptischer Anfall: Auto überschlägt sich im Kreis Coburg - Fahrer (31) schwer verletzt
Ziel der U18-Wahl sei es, die Interessen der Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen gleichzeitig Politik schmackhaft zu machen. Keyser war begeistert von der Beteiligung der Schüler. "Viele haben ihre Freizeit genutzt, weil es ihnen wichtig war, zu wählen", betont Keyser.