Senioren geben jungen Menschen ein Berufscoaching und die Jugendlichen erklären ihnen im Gegenzug, wie man einen Computer richtig benutzt. Das sind nur zwei von insgesamt fast 2000 Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr im Mehrgenerationenhaus der AWO in Coburg stattgefunden haben. Ungefähr 18 000 Menschen haben an diesen Aktionen teilgenommen. Wenn man die Besucher des Cafés der AWO dazu zählt, sind es sogar 30 000. Damit auch weiterhin zahlreiche Projekte im Mehrgenerationenhaus durchgeführt werden können, spendete die Firma Brose nun 40 000 Euro.

"Dieser Tag ist ein Freudentag für die Ehrenamtlichen", sagt Thomas Nowak, Dritter Bürgermeister der Stadt Coburg (SPD). Er sei dankbar dafür, dass sich Brose Fahrzeugteile finanziell engagiere. "Das Geld wird gewissenhaft für den Dialog zwischen Jung und Alt verwendet", versprach er.
Doch nicht nur für die Verständigung zwischen den Generationen setze sich die AWO ein. "In einem Patenschaftsprojekt kochen die Ehrenamtlichen zusammen mit Flüchtlingen und sorgen so auch für Annäherung von Einheimischen und Fremden", erklärt Thomas Nowak.

"Das Mehrgenerationenhaus leistet einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität der Stadt Coburg", sagte Thomas Spangler, Geschäftsführer des Zentralbereichs Technik von Brose. Soziales Engagement habe in der Firma Brose Tradition. "Wir unterstützen soziale Projekte, Kultur, Bildung und Sport an jedem unserer 20 Standorte", betonte Spangler. Dabei stehe unmittelbare Hilfe im Vordergrund. "Das Mehrgenerationenhaus fördert Familienanliegen, deshalb wollen wir es als Familienunternehmen unterstützen", erläuterte Thomas Spangler.
Liane Blietzsch, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, freute sich ebenfalls über das Engagement von Brose. "Dank der Spende können wir bereits bestehende Projekte ausbauen, aber auch neue Ideen aufgreifen und umsetzen", sagte sie. Das sei heutzutage aufgrund des demografischen Wandels besonders wichtig. "Im Mehrgenerationenhaus wird Erfahrungswissen weitergegeben und das führt dazu, dass Vorurteile abgebaut werden", sagte sie.


Kochen in mageren Zeiten

Das nächste Alt-Jung-Projekt steht bereits an: Es geht um Kochrezepte aus der Nachkriegszeit. Not macht bekanntlich erfinderisch und so wurde auch in der (Nach-) Kriegszeit, als Lebensmittel knapp oder teils gar nicht zu bekommen waren, mitunter viel Kreativität aufgebracht, um eine Mahlzeit auf den Tisch zu bekommen. Es kamen zum Beispiel Gerichte wie "falsche Bratwürste", "Rote Beete Pudding" oder "Sauerkrautnudeln" auf die Teller. Am 26. Juli, 9 bis 13 Uhr, findet an der Realschule CO I ein Projekttag statt. Die Schüler, die sich für das Projekt "Kochen wie früher" anmelden, werden gemeinsam mit den Zeitzeugen in vier Gruppen Rezepte von früher, die heute eher in Vergessenheit geraten sind, kochen und selbstverständlich auch essen. Bis zu acht Zeitzeugen können teilnehmen. Informationen gibt es im Mehrgenerationenhaus bei Liane Blietzsch.


Sommerpause ab August

Wie in jedem Jahr bleibt das AWO Mehrgenerationenhaus in Coburg ("Treff am Bürglaßschlösschen", Oberer Bürglaß 3 in Coburg) in den ersten drei Augustwochen geschlossen. Der normale Betrieb beginnt wieder am Montag, 22. August, 8 Uhr. Die letzte Veranstaltung vor der Sommerpause findet am Samstag, 30. Juli, von 14 bis 17 Uhr statt (Repaircafé im Workspace, Hintergebäude der Hauptpost). Die Fachstelle für
pflegende Angehörige ist im gesamten August unter Telefon 01577 - 3166774 zu erreichen.