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Aus der Traum: So reagiert Coburg auf die EM-Niederlage


Autor: Redaktion

Coburg, Freitag, 08. Juli 2016

Warum es in Coburg nach dem Scheitern der DFB-Elf im EM-Halbfinale nicht nur Verlierer gab.
Endstation Halbfinale: Nach der Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wurden Fan-Fahnen achtlos verstaut - wie hier nach dem Public-Viewing im Steinweg.Foto: Jochen Berger


Das ist das Schicksal einer Fan-Fahne. An glücklichen Tagen, wenn die Jungs mit dem Adler auf der Brust einen Sieg bejubeln, wird die Fahne freudig geschwenkt, dann flattert sie zum munteren Hupkonzert aus Autofenstern. Darauf hatten Fußballfans am Donnerstag auch in Coburg gehofft. Doch dann kam alles anders. Nach einem Abend des Hoffens und Bangens, des Zitterns und am Ende Verzweifelns war das Schicksal der Fan-Fahne besiegelt. Nach Schlusspfiff hatte niemand mehr Interesse an ihr. Achtlos wurde sie in der Hosentasche verstaut. Aus und vorbei.


Alles bereit zum Feiern


Dabei war doch eigentlich alles auf Jubeln und Feiern eingestellt. Die Public-Viewing-Lokalitäten in der Innenstadt waren schon lange vor Spielbeginn bestens gefüllt. Auch die Polizei war gerüstet für einen möglichen Autokorso durch die Coburger Innenstadt. 1#googleAds#100x100 In den Hindenburgstraße, vor dem Bürglaßschlösschen, vor dem Landestheater - überall standen die Ordnungshüter mit ihren Fahrzeugen bereit, um bei Bedarf Straßen abzuriegeln und feiernde Fans in die gewünschten Bahnen zu lenken.


Doch kurz nach Dreiviertelelf war endgültig klar: Ein Hupkonzert mit feiernden Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft würde es an diesem Abend nicht geben. Allzu große Niedergeschlagenheit freilich war bei den meisten Public-Viewing-Gästen auch nicht festzustellen. Vielleicht auch deshalb, weil sich die ganz große Euphorie im Vorfeld dann doch nicht eingestellt hatte.


Während sich die Fan-Reihen im Biergarten hinter dem Bürglaßschlösschen rasch lehrten, herrschte im Steinweg auch recht lange nach dem Abpfiff reger Betrieb. Hier wurde erstaunlich sachlich über die Niederlage des DFB-Teams diskutiert - Frustbewältigung der zumeist stillen Art. Und Kebab-Händler im Steinweg durften sich zu nächtlicher Stunde gar noch über rege Nachfrage hungriger Fußball-Enthusiasten freuen.