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Auftritt beim Coburger Klößmarkt sorgt für Diskussion: "Arschloch"


Autor: Nele Nitschky

Coburg, Montag, 07. Sept. 2026

Ein Auftritt beim Coburger Klößmarkt sorgt für Diskussion. Die Musikrichtung, die Lautstärke sowie ein Wort stießen einigen Besuchern sauer auf. Die Band erklärt, warum sie ein Lied ganz bewusst gewählt hat.
Dass "Cinderella Babies" auf dem Coburger Klößmarkt ein bestimmtes Lied gespielt haben, schmeckt auf Facebook nicht jedem. Im Gespräch erklärt die Band, was dahinter steckt.


Aufmerksamkeit zog am Sonntag (6. September 2026) in Oberfranken ein besonderes Event auf sich: In Coburg fand zum 21. Mal der Klößmarkt statt. Für Gesprächsstoff in den sozialen Medien sorgte aber anschließend nicht die Veranstaltung selbst, sondern eine Band und ihre Liedzeile.

"Arschloch", hallte es beim Auftritt der "Cinderella Babies" – einer Rock- und Punk-Coverband aus Gemünda/Seßlach – über den Coburger Marktplatz. Nicht sehr "familienfreundlich" findet das eine Nutzerin auf Facebook. "Als wir gerade unsere Klöße zahlten, wurde laut "Arschloch" ins Mikro geschrien", schreibt sie. "Das war der Beitrag zur Wahl", kommentiert eine weitere Nutzerin daraufhin. Und behält recht.

"Cinderella Babies" positionieren sich auf Klößmarkt gegen Rechtsextremismus

Mit "Schrei nach Liebe" (Die Ärzte) - ein Song in dem die "die Ärzte" Nazis als "Arschloch" bezeichnen - hätten die "Cinderella Babies" ein vorangegangenes politisches Statement betont, erklärt Frontsänger Jens Neugebauer im Gespräch mit inFranken.de. Angesichts der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. "Wir möchten, dass die Menschen mit entsprechenden Werten im Herzen durchs Leben gehen", stellt der 49-Jährige klar. Insbesondere seien das Respekt, Liebe und Mitmenschlichkeit. In seinen Augen vertrete diese Werte "sicherlich nicht diese blaue Partei."

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Wichtig sei ihm dabei: "Wir sind nicht links. Wir kommen aus der Mitte der Gesellschaft. Trotzdem gibt es gewisse Themen, zu denen wir eine Meinung haben und die vertreten wir auch offen." So eben auch ein Statement gegen die AfD. "Und wie andere Bands zur Zeit auch", ergänzt Neugebauer und verweist auf Alphaville. Nachdem die Band sich politisch geäußert hatte und daraufhin vom Veranstalter des Glücksgefühle-Festivals auf dem Hockenheimring wieder ausgeladen wurde, ermutigte das Medienberichten zufolge zahlreiche Künstler zur Positionierung gegen Rechtsextremismus. Neugebauer wolle wegen der Äußerung aber nicht in eine politische Ecke gedrängt werden.

Ein Statement gegen die AfD liege ihm jedoch als Vater eines Kindes mit Behinderung besonders am Herzen. Die Partei arbeite seiner Ansicht nach daran, den "Sozialstaat auszuhöhlen" und die Rechte von Menschen mit Behinderung einzuschränken. "Da gehe ich nicht nur als Band, sondern auch als Papa entschieden auf die Barrikaden."

Stadt Coburg über Facebook-Diskussion: "Man kann es nicht jedem recht machen"

Der Pressesprecher der Stadt Coburg, Louay Yassin, die den Klößmarkt veranstaltet hat, möchte sich bezüglich der Musik nicht äußern. Nur so viel: Der Text unterliege der "künstlerischen Freiheit". Der Song "Schrei nach Liebe" werde "rauf und runter" gespielt – Kinder und Jugendliche hätten die betreffende Liedzeile daher auch "woanders hören können".

Auf Facebook schienen auch die Musikrichtung und Lautstärke einigen Nutzern nicht zu passen. Etwas "Zünftiges" oder "Blasmusik" wünscht sich der ein oder andere. Yassin räumt ein: Der Sonntagnachmittag "war vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt für eine Punk-Band. Wir werden das auf jeden Fall diskutieren". Andererseits kenne er auch Personen, die eben wegen des abwechslungsreichen Musikprogramms den Klößmarkt überhaupt besucht hätten. "Man kann es nicht jedem recht machen."

Das spiegelt sich auch hier und da in der Facebook-Kommentarspalte. ""Man kann sich auch über alles beschweren! Wenn man mit allem unzufrieden ist bitte einfach Zuhause bleiben", schreibt ein Nutzer. Ein weiterer kommentiert: "Auch Jüngere gehen auf den Klößmarkt. Die "Alten" sollten ein bisschen flexibler sein und nicht nur auf Blasmusik und Schlager pochen." Insgesamt sei die Stadt Coburg aber sehr zufrieden mit dem Klößmarkt, äußert Yassin. "Er war hervorragend besucht, es war knallvoll. Was will man mehr."