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Aquaria Coburg: Ab jetzt darf wieder geplanscht werden


Autor: Franziska Porzelt

Coburg, Montag, 07. Februar 2022

Nach mehr als zwei Monaten darf das Aquaria wieder öffnen und hat schon am ersten Tag viele große und kleine Badegäste.
Die Sportgruppe des Vital-Sport-Vereins Coburg bei der wöchentlichen Flachwassergymnastik im Aquaria


Als am Montag(07.02) um 13 Uhr das Drehkreuz geöffnet wurde, warteten schon einige Gäste ungeduldig im Eingangsbereich. Seit dem 1. Dezember 2021 war das Aquaria, wegen zu hoher Coronazahlen in der Stadt Coburg, geschlossen. Die erneute Eröffnung zog sich trotz vieler Nachfragen in den Sozialen Netzwerken aber lange hin. Seit Montag darf nun endlich wieder geplanscht werden.

Viele der Gäste warteten schon Minuten vorher auf den Einlass ins Bad: Auch Ulrich Lüdke. Er zog normalerweise zweimal in der Woche im Aquaria seine Bahnen. Die 1000 Meter absolvierte er immer am frühen Morgen, bevor die Schulklassen die Halle stürmten. Anfang Dezember war es aber vorbei mit dem Morgensport. "Auf einmal haben sie einfach zu gemacht. Das war schade. Normalerweise trifft man immer die selben Leute im Bad", sagt Lüdke. Nun musste er auf andere Sportarten ausweichen.

Routine geht verloren

Ulrich Lüdke ist nicht der Einzige, der den Wassersport vermisst hat. Auch die Wassersportgruppe des Vital-Sport-Vereins Coburg war pünktlich um 13 Uhr wieder aktiv. Mit dem Flachwasserkurs, der jeden Montag stattfindet, halten sich die Seniorinnen und Senioren normalerweise fit. Einige der Teilnehmer brauchen den Sport, um sich überhaupt schmerzfrei bewegen zu können. "Ohne den Sport baut man schnell wieder Muskulatur ab und alleine was zu machen, ist auch schwierig. Dann verliert man sich schnell aus den Augen", sagt Norbert Rebhan, der Leiter des Kurses. Die Sportgruppe besteht meist aus 15 bis 20 Personen, wegen der Schließung des Bads hat es sich aber minimiert. "Durch die Pause im Dezember und Januar haben viele keine Lust mehr, weiterzumachen. Andere haben Angst, wegen Corona ins Bad zu kommen", sagt Rebhan. Er hofft, dass die Gruppe wieder regelmäßig trainieren kann, um weiterhin fit und beweglich zu bleiben.

Für einen Montag-Nachmittag waren im Bad erstaunlich viele Badegäste. "Vor dem Lockdown waren montags meistens zwei bis drei Gäste da. Heute sind es fast zwanzig", sagt Astrid Hess, die als Sportlehrerin viele Stunden im Bad verbringt. Zur Wiedereröffnung kamen aber nicht nur die älteren Stammgäste. Auch kleine Badegäste hatten ihren Spaß. Der erst acht Monate alte Louis durfte am Montag seinen ersten Schwimmbadbesuch machen. Er uns seine Eltern kamen extra aus Lichtenfels, um mit dem kleinen Mann planschen zu gehen. Jetzt wollen sie mindestens alle vier Wochen mit Louis baden gehen.

Schäden nach erstem Lockdown

Die Wiedereröffnung wurde von vielen sehnsüchtig erwartet. "Nachfragen, wann das Bad wieder öffnet, kamen in den letzten Wochen sehr viele", sagt Bademeisterin Leonie. Für Schulklassen und Schwimmkurse war der Besuch noch erlaubt. Somit konnten die Becken noch genutzt werden. Gefüllt und beheizt mussten Becken und Räumlichkeiten auch ohne Badegäste dauerhaft bleiben. Der Grund dafür: Beschädigungen an und in den Becken. Als im ersten Lockdown das Wasser der Schwimmbecken abgelassen wurde, bildeten sich Risse in den Fließen. Viele zusätzliche Reparaturen waren dadurch nötig. Diese Baustellen wollte man im zweiten Lockdown nun verhindern und ließ das Wasser drin. Auch wenn nur ein Becken für die Schulen gebraucht wurde. Arbeiten wie Wasserproben ziehen und reinigen mussten auch im Lockdown durchgeführt werden.

Schwimmunterricht wichtig

Dass die Schulen trotz der Schließung weiter Schwimmunterricht anbieten durften, ist für Astrid Hess ein Segen. Die Sportlehrerin eines Gymnasiums betreut die fünften und sechsten Klassen beim Schwimmen im Aquaria. Seit kurzem darf auch die siebte Klasse weiter zum Schwimmen gehen. "Ich bin sehr froh, dass auch die siebten Klassen weiter Schwimmunterricht haben. Das Schwimmniveau von Kindern wird immer schlechter", sagt Hess. Dass Kinder, wenn sie in die Schule kommen, schwimmen lernen, ist nicht mehr selbstverständlich.Viele lernen es überhaupt nicht mehr oder verlernen es nach ein paar Jahren ohne Training wieder. Astrid Hess appelliert deshalb regelmäßig an die Eltern: "Wenn ein Kind nicht Fußball spielen kann, ist das nicht schlimm. Kann ein Kind nicht schwimmen, geht es ums überleben!" Sie hofft, dass der Schwimmunterricht auch während Corona so weiter geführt wird.

Corona-Regeln

Für den Schwimmbadbesuch im Aquaria gilt ab 7. Februar die "2G-plus"- Regel. Vollständig geimpfte und genesene Personen benötigen einen negativen Corona-Schnelltest. Wer geboostert ist, der braucht aktuell keinen Schnelltest. Insgesamt 160 Badegäste dürfen nun täglich gemeinsam im Bad schwimmen, saunieren und die Becken wieder mit Leben füllen.