Der TSV 1869 Mönchröden feierte sein 150-jähriges Bestehen. Er ist eine Institution im Sportgeschehen Rödentals und deshalb bestand aller Grund, das Jubiläum des 750 Mitglieder umfassenden Vereines zu feiern. Beim Festkommers ging Präsident Hans-Joachim Lieb auf die Geschichte des Traditionsvereines ein, der zu den ältesten Sportvereinen des Coburger Landes zählt. Den Ursprung bildete der Turnverein Mönchröden, der am 11. April 1869 ins Leben gerufen wurde. Zehn Mönchrödener schlossen sich zusammen, um gemeinsam Turnsport zu betreiben. Im Laufe der Zeit vergrößerte sich der Klub und es kam zur Bildung eines weiteren Turnvereins. 1910 kam dann der Fußball hinzu. Diese Abteilung stellt eine wesentliche Stütze des heutigen TSV dar. Nur ein Jahr später entschlossen sich die Mönchrödener Bürger, dem Wintersport zu frönen. Auch diese Abteilung - inzwischen eng verbunden mit der Laufgruppe - stellt ein Aushängeschild des TSV dar. Trotz der schlechten Skilage gelangen vor allem im Langlauf und zeitweise auch im alpinen Bereich hervorragende Ergebnisse.

Bau einer Skisprungschanze

Unvergessen, so Lieb, sei der Bau einer Skisprungschanze durch den Bundesgrenzschutz (BGS), die massenweise Zuschauer zu den Wettbewerben an den Kulm lockte, auch dank der Springer der deutschen Spitzenklasse, insbesondere aus der DDR. Es kamen immer mehr Abteilungen hinzu. So war Mönchröden auf bayerischer Ebene im Tischtennis eine Hochburg. "Nur dem unermüdlichen Einsatz von Mitbürgern aus Mönchröden und Umgebung, die sich unentgeltlich als Übungsleiter, Abteilungsleiter, Betreuer und Funktionäre zur Verfügung stellten, ist es zu verdanken, dass in Mönchröden 150 Jahre Sport betrieben werden konnte", resümierte der Präsident. Er sprach zahlreichen Dank aus an die Stadt Rödental, an Gönner und an Freunde, ohne deren finanzielle und beratende Hilfe ein sportlicher Betrieb nicht möglich gewesen wäre. "Besonders hervorheben möchte ich, dass es einmalig im Coburger Land ist, dass beim TSV Breitensport mit Spitzensport verbunden wird", ergänzte Lieb, der auch lustige Anekdoten aus dem Vereinsleben präsentierte, so unter anderem von Schachspielern, die um ein Mädchen spielten, vom Einkauf eines Rothenhöfers, der sich als Bruder des Skispringers Peter Lesser ausgab, und von Wildschweinen, die den Platz durchpflügten, oder von Sportlern, die im Viehanhänger transportiert wurden.

Spitzensportler

Bezeichnet wurde der TSV als ein Verein für jedes Alter und als Traditionsverein auf dem Weg in die Zukunft. Dazu trugen und tragen die Abteilungen Fußball, Laufen, Wintersport, Tennis, Tischtennis, Kinderturnen und Gymnastik und Schach bei. Der TSV hat vereinseigene Tennisplätze, das Vereinsheim und zwei Fußballfelder mit Sportheim. Als Spitzensportler gingen aus dem TSV hervor Tamina Knauer, Melanie Schäfer und Stefanie Piesch.

Aus dem Gründungsprotokoll

Ein Auszug aus dem Gründungsprotokoll, erstellt von Heinrich Maar: Am 11. April 1869 unternahmen Coburger, Neustädter und Sonnefelder Turner eine Turnfahrt nach Mönchröden und versammelten sich, nachdem sie den Schulturnplatz besucht hatten, im oberen Lokal des Gastwirtes Paul Grosch und gaben die Anregung zur Gründung eines Turnvereines. Zehn Mann waren sofort bereit. Als erster provisorischer Vorsitzender fungierte Lehrer Wittmann. Heinrich Maar wurde Kassen- und Schriftwart. Unentschuldigte oder zu spät kommende Mitglieder haben eine Strafe von drei Kreuzer zu entrichten.

Grußworte

Zahlreiche Grußworte standen an. Bürgermeister Marco Steiner (FW): "In Mönchröden besteht ein enger Bezug der Bevölkerung zum TSV und das über Generationen hinweg."; Landrat und Schirmherrn Sebastian Straubel (CSU): "Es besteht ein Grund, stolz zu sein."; der stellvertretende Landesvorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Udo Egleder: "Der TSV ist auf der Höhe der Zeit."; BLSV-Kreisvorsitzender Jürgen Rückert: "Ich überreiche mit Stolz diese Ehrenurkunde." Ferner sprachen Robert Engel (Bezirksvorsitzender des Oberfränkischen Tennisverbandes), Christine Busch (Turnverband Oberfranken), Karlheinz Bram (Ehrenmitglied des Bayerischen Fußballverbandes), Bastian Büttner (Kreisehrenamtsbeauftragter) und Rolf Feuchtenberger (Bayerischer Skiverband) Glückwünsche aus. Schließlich war es Aufgabe von Ingrid Ott, ein gemeinsames Grußwort der anwesenden Ortsvereine zu übermitteln.