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Trauer in Bayreuth: Pilot und Fluglehrer Martin Brühl ist tot


Autor: Nele Nitschky

Bayreuth, Montag, 31. August 2026

"Er wird uns fehlen" - Die LSG Bayreuth nimmt Abschied von einem Fluglehrer und Ehrenmitglied. Sein Wirken lebe in dem weiter, was er den Menschen beigebracht habe.
Martin Brühl, ein engagierter und erfahrener Fluglehrer der LSG Bayreuth, hinterlässt nach seinem Tod eine bedeutende fliegerische und organisatorische Erbschaft. (Symbolbild)


Die Luftsportgemeinschaft (LSG) Bayreuth trauert um Martin Brühl. Mit ihm habe "ein prägendes Mitglied der Luftsportgemeinschaft Bayreuth seine letzte Reise angetreten", wie der Verein schreibt. In einem Nachruf lässt er die Zeit mit Brühl Revue passieren.

Seit 1992 gehörte dieser zur LSG Bayreuth. Als Pilot, Fluglehrer und Organisator hat er in dieser Zeit den Verein und besonders die Segelfluggruppe mitgeprägt und vielen Menschen fliegerische Erlebnisse beschert, die eng mit seinem Namen verbunden sind.

LSG Bayreuth über Martin Brühl: "Er war jemand, der selbst mit anpackte"

Auch aus seiner Zeit als Werkstattleiter sei eine Sache besonders hängen geblieben: "'Mit Martin hat es einfach Spaß gemacht.' Er war fachlich enorm kompetent, hatte einen guten Draht zu den jungen Leuten und wusste zugleich genau, wann die notwendige Ernsthaftigkeit gefragt war", heißt es in dem Nachruf.

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In seiner Zeit als Vorsitzender der Segelfluggruppe habe Martin Brühl klare Vorstellungen davon gehabt, wie sich die Gruppe entwickeln sollte. Er konnte weit vorausdenken, Entscheidungen treffen - und diese auch konsequent vertreten. Damit, so die LSG, hatte er auch entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Segelflugzeugflotte. Nach dem überraschenden und viel zu frühen Tod seiner ersten Ehefrau musste er dieses Amt 2006 kurzfristig abgeben und für seine Kinder da sein. Doch selbst dieser Schicksalsschlag führte nur zu einem vorübergehenden Rückgang seines Engagements. 2008 war er als Sportleiter schon wieder einer der Köpfe hinter dem Internationalen Bayreuth-Wettbewerb.

Weiter äußert der Verein über Brühl: "Martin konnte hohe Ansprüche haben, ohne den Menschen gegenüber hart zu werden. Er konnte Verantwortung übernehmen, ohne daraus viel Aufhebens zu machen. Und er konnte seine Erfahrung weitergeben, ohne anderen das Gefühl zu geben, dass nur einer im Raum weiß, wie es geht. Und er war jemand, der selbst mit anpackte."

Martin Brühl hatte internationalen Erfolg im Segelfliegen

Ein besonders sichtbares Beispiel dafür stamme aus der Vorbereitung der Segelflug-Weltmeisterschaft 1999 in Bayreuth: Die Behörden, so die LSG, machten eine neue Abwasserleitung des Flugplatzgeländes zur Bedingung für ein solches Event. Was mancher im Verein als K.O. für die WM-Pläne sah, habe Martin Brühl sich zur Aufgabe gemacht: Die auf seine Planung zurückgehende Abwasseranlage entsorgt bis heute zuverlässig das Abwasser aller Flugplatznutzer.

Auch bei der Organisation der Internationalen Bayreuth-Wettbewerbe habe Martin Brühl seine Erfahrung eingebracht und immer wieder Verantwortung übernommen - als Wettbewerbsleiter ebenso wie als Sportleiter. Bei all seinem Engagement für den Verein war er auch selbst ein leidenschaftlicher und erfolgreicher Flieger.

Schon in der frühen Zeit der Segelflug-Bundesliga habe Brühl zu denen gehört, die den Wettbewerb in Bayreuth mit vorangetrieben haben. Über viele Jahre gehörte er zu jener Generation von Bayreuther Segelfliegern, die die LSG national und international erfolgreich gemacht hat, lobt das Team. Er flog selbst Wettbewerbe und gehörte zu der Mannschaft, die 2015 und 2018 jeweils sowohl die Segelflug-Bundesliga als auch die Weltliga gewann.

LSG benannte Brühl 2015 zum Ehrenmitglied

Auch dabei war sein Gemeinsinn immer wieder zu spüren. Am 3. Juli 2010, als ein 1200-Kilometer-Flug ab Bayreuth das Langstreckenfliegen in Deutschland neu belebt hatte und ein anderer Vereinskamerad erstmals die 1000 Kilometer überschritten hat, sprang er morgens als Schlepppilot ein. Dadurch konnte er bei bestem Wetter erst nach zwölf Uhr selbst starten - an der Winde. Dennoch standen abends für ihn 761 Kilometer und die beste Bundesliga-Wertung der LSG im Online Contest. 

Ein zweites fliegerisches Betätigungsfeld war der Kunstflug. Zunächst der Segelkunstflug, nach dem Kauf einer Pitts auch der Motorkunstflug. Mit der Präzision und Akribie, für die er in der LSG bekannt war, habe er so gezielt trainiert, dass er 2019 mit 61 Jahren Deutscher Meister im Motorkunstflug in der Sportsman-Klasse wurde - bei seiner ersten DM-Teilnahme. 

Für sein jahrzehntelanges Engagement und seine Verdienste um die LSG wurde Brühl 2025 zum Ehrenmitglied ernannt. Auch als er sich aus der aktiven Fliegerei zurückziehen musste, blieb er dem Verein eng verbunden, führt der Verein fort. Als er bereits erkrankt war und vieles für ihn schwieriger geworden war, sprang er beim Fluglager noch als Windenfahrer ein oder bot sich als Rückholer an. Und noch in diesem Jahr entschuldigte sich Brühl dafür, dass er beim Tag der offenen Tür am Flugplatz nicht mithelfen konnte.

Brühls Wirken hat LSG geprägt - und lebt in den Menschen weiter

"Nicht einfach nur das Gewohnte zu tun, weil man es immer so gemacht hat. Sondern eine Situation selbst zu beurteilen, pragmatisch zu denken und die passende Lösung zu finden. Das hat Martin uns, seinen Freunden, mit auf unsere Wege gegeben", äußert die LSG. "Mehr als drei Jahrzehnte hat Martin unsere LSG geprägt. Manches davon ist bis heute auf unserem Flugplatz sichtbar. Anderes lebt in dem weiter, was er Menschen beigebracht und mitgegeben hat. Am 2. August hat er seine letzte Reise angetreten. Martin wird uns fehlen."