Basketball- Bundesligist Medi Bayreuth hat es versäumt, sich selbst ein Geschenk unter den Weihnachtsbaum zu legen: Gegen den fränkischen Rivalen s.Oliver Würzburg kassierten die Wagnerstädter mit 87:93 (51:44) die dritte Niederlage in Folge. Bereits am 2. Weihnachtsfeiertag haben die Korner-Schützlinge die Möglichkeit, die Bescherung nachzuholen, wenn Schlusslicht Gießen 46ers seine Visitenkarte in der Oberfrankenhalle abgibt. Am 30. Dezember zum Oberfrankenderby bei Brose Bamberg an.

Bundesliga, Herren

"Wir haben durch individuelle Dummheiten zu Beginn des dritten Viertels komplett den Rhythmus verloren. Dann hat man gesehen, dass wir ohne Basti keine Struktur und zu wenig Energie in unserem Spiel haben. Er war da teilweise allein auf weiter Flur", sagte Bayreuths Trainer Raoul Korner und dürfte dabei unter anderem seinen Power Forward Matt Tiby im Blick gehabt haben, der sich nach guter erster Hälfte zwei absolut unnötige Frust-Fouls leistete und vom Österreicher danach nicht mehr eingesetzt wurde.

Dabei hatte es eigentlich ganz ordentlich begonnen. In einem munteren Spiel konnten sich die Wagnerstädter zunächst eine hauchdünne Führung sichern (24:23, 10.) und sich auf bis zu 13 Punkte absetzen (47:34), bevor die Unterfranken wieder verkürzen konnten (51:44, 20.).

Nach dem Seitenwechsel hatten die Würzburger in der Defensive Beton angerührt. Erst nach knapp fünf Minuten erzielten die Wagnerstädter ihre ersten Punkte, und zwar per Freiwurf zum 52:56. Davor hatten die Gäste schon mit einem 14:0-Lauf die Führung übernommen. Würzburg startete mit einem 68:65-Vorsprung in den Schlussabschnitt.

Frank Bartley (19/3), zweitbester Bayreuther Korbschütze nach dem Litauer Osvaldas Olisevicius (20/1), eroberte die Führung für Medi mit einem Dreier und einem Korbleger zurück (77:75, 34.). Davon ließen sich die Unterfranken allerdings nicht beirren. Sie holten sich mit fünf Punkten in Folge die Führung zurück (77:80) und brachten den Vorsprung souverän über die Zeit.

"Vor allem mit der Leistung unserer Jungs in der zweiten Halbzeit, mit der Energie, wie wir hier verteidigt und gekämpft haben und auch, dass wir in den letzten fünf Minuten deutlich besser agiert haben als in den letzten Spielen, bin ich sehr zufrieden", freute sich Gäste-Coach Denis Wucherer über den dritten Saisonerfolg, mit dem sein Team mit den Bayreuthern in der Tabelle gleichziehen konnte.

Bayreuths Frank Bartley analysierte: "Offensichtlich ist die Defensive im Moment unser größtes Problem. So ist es schwierig, Spiele zu gewinnen. Aber wir werden es noch rausfinden, wie das funktioniert."

Jetzt kommt das Schlusslicht

Am 2. Weihnachtsfeiertag um 20.30 Uhr stehten die Bayreuther gegen Schlusslicht Gießen unter Erfolgsdruck. Den Traditionsklub aus Hessen plagen nicht nur sportliche Sorgen, sondern auch ein sechsstelliges Etatloch. Der ehemalige Europameister und Ex-Bayreuther Mike Koch fungiert seit März als Geschäftsführer und soll den Verein auf und neben dem Parkett neu aufstellen. Koch setzt dabei auf die Eigengewächse Alen Pjanic, Bjarne Kraushaar, Tim Uhlemann und Tim Köpple, Centerspieler Johannes Richter (Würzburg), US-Flügelroutinier Brandon Thomas und fünf neue Kontingentspieler wie die US-Guards John Starks, Isaac Hamilton und Liam O`Reilly sowie Rookie-Center Scottie James.

Vor kurzem musste Trainer Ingo Freyer nach über dreijähriger Tätigkeit gehen. Rolf Scholz, bis dato Coach des Kooperationspartners Depant Gießen 46ers Rackelos, übernahm interimsweise.

Mit bislang sieben Niederlagen haben die Hessen den Saisonstart gehörig in den Sand gesetzt.