Nach Unfall in Bayreuth: Zug mit Spezialfahrzeug abtransportiert
Autor: Erik Jasper
Bayreuth, Donnerstag, 24. Sept. 2026
Im Bayreuther Hauptbahnhof stießen im Frühjahr zwei Regionalzüge zusammen. Nach Monaten wurde nun auch der zweite der beteiligten RegioShuttles abtransportiert.
Am Abend des 11. März 2026 wurden die Bewohner des Bayreuther Bahnhofsviertels durch einen lauten Knall aufgeschreckt. Ein aus Bad Steben kommender Agilis-RegioShuttle mit 13 Passagieren und einem Lokführer an Bord war in den Hauptbahnhof eingefahren - und dort unversehens mit einem anderen Agilis-Zug ohne Fahrgäste zusammengestoßen, der gerade rangiert hatte. Der Lokführer des rangierenden Zuges sowie fünf Fahrgäste des entgegenkommenden RegioShuttles erlitten leichte bis mittlere Verletzungen.
In der Folge wurde der Bayreuther Hauptbahnhof stundenlang gesperrt - Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Co. waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Der an den Fahrzeugen entstandene Sachschaden bewegt sich nach Angaben der Bayreuther Staatsanwaltschaft im siebenstelligen Bereich. Rund sechs Monate nach dem Unglück wurde nun auch der zweite der beiden beteiligten Züge aus dem Bayreuther Bahnhof geschafft.
"Schwergewicht auf Reisen": Spezialtransport für in Bayreuth verunglückten Zug
Der Zug, den die Eisenbahngesellschaft Agilis in ihrem Facebook-Post zu dem außergewöhnlichen Transport als "Schwergewicht auf Reisen" vom Mittwoch (23. September 2026) bezeichnet, wurde offenbar bereits in der vergangenen Woche abtransportiert. Laut Agilis hatte er seit dem Unfall im Abstellbereich des Bayreuther Hauptbahnhofs gestanden, da eine Überführung auf der Schiene nicht möglich gewesen sei.
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Die Verantwortlichen mussten somit auf andere Mittel zurückgreifen, um den nach Angaben der Betreiber regulär rund 42 Tonnen schweren Zug vom Modell RS1 vom Fleck zu bekommen. "Dafür bauten Mitarbeitende des Herstellers Stadler zunächst den Motor und die beiden Drehgestelle aus. Anschließend hoben zwei Autokräne das Fahrzeug auf einen 30 Meter langen Spezialtieflader", heißt es in dem Post.
Mittlerweile befindet sich der RegioShuttle laut Agilis in der Stadler-Werkstatt in Berlin, wo er genauer untersucht und - falls möglich - repariert werden soll.
Anklage gegen beteiligten Lokführer erhoben
Nicht nur die Eisenbahngesellschaft muss sich nach wie vor mit den Folgen des Unfalls befassen, sondern auch einer der beteiligten Lokführer. Ende August erhob die Bayreuther Staatsanwaltschaft am Amtsgericht Bayreuth Anklage gegen den 65‑Jährigen, der selbst schwere Verletzungen davongetragen hatte. Ihm wird als Triebwagenführer in dem ansonsten leeren Zug, mit dem der RegioShuttle aus Bad Steben kollidiert war, ein vorsätzlicher gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in fünf tateinheitlichen Fällen vorgeworfen.
Laut der Anklage war der Mann am Abend des Unfalls als Lokführer von Coburg nach Bayreuth eingesetzt. "Um 18.31 Uhr befand sich der Zug am Hauptbahnhof Bayreuth auf Gleis 5. Der Angeschuldigte wollte den Zug von Gleis 5 in südliche Richtung fahren. Da er keine freie Fahrt hatte, soll er seine Fahrt unter Missachtung mehrerer Sicherungsmaßnahmen fortgesetzt haben. Gegen 18.34 Uhr kollidierte sein Zug mit dem entgegenkommenden Agilis-Zug", heißt es vonseiten der Bayreuther Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Geschehnisse vor der Kollision.