Bayreuth: 21-Jähriger täuscht Schockanrufer mit "oscarreifer Darstellung"
Autor: Stefan Lutter
Ahorntal, Donnerstag, 19. März 2026
In Bayreuth und Umgebung ist es zu mehreren Betrugsfällen durch Schockanrufe gekommen. Ein 21-Jähriger sorgte mit viel Mut - und Kreativität – für die Festnahme eines Beteiligten.
Hollywood hätte es nicht besser inszenieren können: Ein 21-Jähriger aus der Gemeinde Ahorntal im Landkreis Bayreuth hat am Mittwoch, 18. März 2026, mit einer schauspielerischen Meisterleistung einen Betrüger überführt. Als ihn ein Schockanruf erreichte, bei dem ein vermeintlicher Staatsanwalt behauptete, ein Familienangehöriger habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und nur eine sofortige Kaution könne die Haft abwenden, durchschaute der junge Mann die perfide Masche sofort.
Anstatt einfach aufzulegen, entschied er sich für einen mutigen Plan: Er spielte scheinbar mit – und zwar so überzeugend, dass die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Polizeipräsidium Oberfranken später von einer "oscarreifen Darstellung" sprechen sollten.
Bayreuth: 21-Jähriger täuscht Betrüger mit oscarreifer Show
Wie aus der gemeinsamen Presseerklärung hervorgeht, die die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Polizei Oberfranken am Donnerstag, 19. März, veröffentlichten, sei es dem 21-jährigen Ahorntaler gelungen, mit einer beeindruckenden schauspielerischen Leistung einen Betrüger zu überführen. Demnach habe der junge Mann am Mittwoch einen Schockanruf erhalten, bei dem ein vermeintlicher Staatsanwalt vorgab, ein Familienangehöriger habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Zur Abwendung einer Haft sei nun eine Kaution erforderlich, so die Masche der Täter.
Der aufmerksame junge Mann erkannte die Betrugsmasche sofort. Anstatt aufzulegen, ging er gezielt auf den Anrufer ein, verständigte aber parallel die Polizei. Über mehrere Stunden hielt er den Kontakt zu den Tätern aufrecht, "wobei er sich als ältere Frau ausgab und seine Stimme entsprechend verstellte", wie es in der Presseerklärung wörtlich heißt.
Zeitgleich bereiteten sich Einsatzkräfte der Kriminalpolizei Bayreuth und Zivilkräfte der Zentralen Einsatzdienste Bayreuth auf eine mögliche Festnahme vor und unterstützten den 21-Jährigen bei der weiteren Gesprächsführung, so Staatsanwaltschaft und Polizei.
Verkleidung mit Küchenschürze und Kopftuch
Die Täter vereinbarten eine Übergabe von Geld und Wertgegenständen. Misstrauisch geworden, forderten sie, dass die vermeintliche Seniorin persönlich vor die Tür tritt. Der 21-Jährige verkleidete sich daraufhin kurzerhand. Er band sich eine Küchenschürze und ein Kopftuch um und bereitete einen Stoffbeutel ohne Wertgegenstände vor.
Die Festnahme gelang schließlich "nach oscarreifer Darbietung", wie die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Polizeipräsidium Oberfranken in ihrer gemeinsamen Presseerklärung formulieren. Am Nachmittag erschien tatsächlich ein 32-jähriger Mann am Anwesen, nahm den Beutel entgegen und konnte unmittelbar durch die Einsatzkräfte widerstandslos festgenommen werden, berichten die Behörden.