Fliegerbombe in Bayreuther Wohngebiet entschärft: Einbrecher nutzten Evakuierung dreist aus
Autor: Redaktion
Bayreuth, Sonntag, 31. Oktober 2021
In Bayreuth wurde am Freitag eine Fliegerbombe gefunden. Die weiträumige Evakuierung dauerte mehrere Stunden, erst dann konnte die Bombe entschärft werden. Der Einsatz dauerte bis in die Nacht. Jetzt wurde bekannt, dass Einbrecher während der Evakuierung in Wohngebäude eingestiegen sind.
In Bayreuth wurde am Freitag in der Mozartstraße eine Fliegerbombe gefunden, wie die Polizei am Freitagmittag mitteilte. Die Bombe konnte gegen 22.45 Uhr entschärft werden. Der Einsatz in einem dicht besiedelten Wohngebiet sei für alle Beteiligten "fordernd" gewesen, so die Polizei. Jetzt kam heraus: Dreiste Einbrecher nutzten die Ausnahmesituation für Diebstähle aus.
Update vom 31.10.2021, 10 Uhr: Evakuierung für Einbrüche ausgenutzt - Schmuck gestohlen
Besonders dreist nutzten bislang Unbekannte die Situation am Freitag aus, als Anwohner im Stadtteil St. Georgen ihre Wohnungen aufgrund der Entschärfung einer Fliegerbombe verlassen mussten. In zwei Fällen stiegen sie über gekippte Balkontüren in Gebäude ein und entwendeten Schmuck. Das berichtet das Polizeipräsidium Oberfranken.
Am Freitagnachmittag mussten alle Personen im Radius von 500 Metern um den Fundort der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg für die Dauer der Evakuierungs- und Entschärfungsmaßnahmen ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Trotz der starken Polizeipräsenz gelang es Einbrechern, die Situation für verbotene Zwecke zu nutzen.
In der Rosestraße sowie der Johann-Sebastian-Bach-Straße kletterten die Unbekannten auf den Balkon und griffen durch die jeweils gekippten Balkontüren. Auf diese Weise schafften sie es, diese zu öffnen und in die Wohnräume zu gelangen. Dort angekommen, durchwühlten sie Schubladen und entwendeten je Schmuck im Wert weniger hundert Euro. In einem Fall hinterließen sie an der Tür zudem einen Sachschaden von geschätzt 100 Euro. Weitere Gegenstände oder Räumlichkeiten gingen sie nicht an.
Die Kriminalpolizei Bayreuth übernahm die Ermittlungen und sieht aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise und räumlichen Nähe einen Tatzusammenhang. Die Kriminalbeamten bitten Zeugen, die während der Evakuierung im Bereich der Rose- sowie der Johann-Sebastian-Bach-Straße verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich bei der Kriminalpolizei Bayreuth unter der Telefonnummer 0921/506-0 zu melden.
Update vom 30.10.2021, 6 Uhr: Fliegerbombe in Bayreuth entschärft
Bei Baustellenarbeiten im Bayreuther Stadtteil St. Georgen stießen Arbeiter am Freitagvormittag auf eine zirka 250 Kilogramm schwere englische Fliegerbombe. Der Bereich um den Fundort musste durch ein Großaufgebot an Einsatzkräften weiträumig abgesperrt und evakuiert werden. Betroffene Anwohner fanden in der Oberfrankenhalle Schutz.
Die Arbeiter fanden gegen 11.15 Uhr auf dem Gelände der Baustelle in der Mozartstraße einen schweren und verrosteten Gegenstand und setzten den Notruf ab. Der Verdacht bestätigte sich. Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg befand sich in dem dicht besiedelten Wohngebiet von St. Georgen. Die ersten Einsatzkräfte der Bayreuther Stadtpolizei sorgten für sofortige Absperrmaßnahmen im Radius von 100 Metern. Nach Eintreffen von Experten der Kampfmittelbeseitigung aus München musste dieser Radius auf 500 Meter erweitert werden. Die Anwohner in diesem Bereich wurden evakuiert.