Zunder für die Silvesternacht
Autor: Corinna Bail
Bamberg, Donnerstag, 28. Dezember 2017
Gestern begann der Verkauf von Raketen, Böllern und Co. Auch in der Bamberger Region können bis Samstag Feuerwerkskörper aller Art erworben werden.
Der Countdown läuft: In der Nacht von Sonntag auf Montag wird das neue Jahr eingeläutet - natürlich mit Raketenzauber und krachenden Böllern. Seit gestern können sich Feuerwerksliebhaber in ganz Deutschland mit Krachern und Leuchtgeschossen eindecken. Auch in Stadt und Landkreis Bamberg haben sowohl Fachhändler als auch Discounter-Filialen ihr großes Angebot an Feuerwerkskörpern aufgestockt.
Einzelraketen sind out
"Hauptsache, es sieht schön aus!", begutachtet ein Kunde im Bamberger real-Supermarkt das farbenfrohe Sortiment. Der Familienvater ist zum alljährlichen Raketenkauf angetreten, im Laden finden er und seine Söhne eine Reihe an verschiedenen Bodenböllern der Sorte kurz und knallig, aber auch Systemfeuerwerke mit einer Brenndauer von mehr als zwei Minuten und einer Effekthöhe von bis zu 45 Metern. Mit 50 Euro, die sich das Männertrio als Limit gesetzt hat, kann hier ordentlich Zunder für die Silvesternacht eingekauft werden.In die nähere Auswahl gelangen vor allem Feuerwerksbatterien, die aus zusammengefügten Einzelrohren bestehen, einmal angezündet werden und dann nacheinander Effekte abfeuern. Ein Kauftrend, der sich in den letzten Jahren immer stärker durchgesetzt hat, wie Susanne Heizmann berichtet. Die Geschäftsleiterin der Filiale in der Kirschäckerstraße bewertet das Einkaufstreiben am Donnerstagmorgen als "normal", der große Ansturm am ersten Verkaufstag der Feuerwerkskörper blieb aus. "Man muss bedenken, dass die meisten Leute heute im Normalfall arbeiten müssen", sagt Heizmann.
Zur diesjährigen Erfolgsprognose kann die Geschäftsführerin noch keine Einschätzungen abgeben, jedoch habe der real-Standort in Bamberg bezüglich des Raketen- und Böllervertriebs 2016 sogar ein Plus im Vergleich zum Vorjahr erzielen können. Laut Statistiken des Verbands der pyrotechnischen Industrie gingen in Deutschland vor der letzten Neujahrsnacht rund 133 Millionen Euro für das Silvester-Feuerwerk über den Ladentisch.
Gefahrloser Jahresabschluss
Grund hierfür sind auch die zahlreichen Supermärkte, die in diesen Tagen mit Feuerwerkskörpern werben. Susanne Heizmann erinnert sich noch an andere Zeiten: "In meiner Jugend gab‘s bei den namhaften Discountern überhaupt keine Raketen. Da musste man schon zu Fachgeschäften gehen."Ein solcher Fachmarkt für Feuerwerkskörper befindet sich in Schlüsselfeld. Markus Strasser berät dort als Mitarbeiter von Feuerwerk Röder die Kunden. Auch er hat den Interessenwandel hin zu Batterien und Verbundfeuerwerken bemerkt. Außerdem seien nachhaltige Bauweisen von Einzelbestandteilen einer solchen Batterie im Kommen: Recyclebare Pyromould-Blöcke aus Materialien wie Pflanzenfasern und Stärke ersetzen die bisher eingesetzten Papprohre, die sich nur schwer in der Natur zersetzen.
Ein Comeback
Neben diesen nachhaltig modifizierten Komplettpaketen verbreitet sich ein Bekannter der Feuerwerks-Szene wieder auf dem Markt: In den 1970er-Jahren bereits erfreute sich ein Böller aus gewickelten Hülsen an Beliebtheit, die beim Explodieren in Konfetti-Fetzen zerspringen. Nun erlebt genau dieser ein Comeback.Für ein effektvolles Feuerwerk am Jahresende, so Strasser, muss jedoch nicht tief in den Geldbeutel gegriffen werden. Auch mit Investitionen im Low-Budget-Bereich können die Augen von Groß und Klein zum Strahlen gebracht werden. Strasser ist vor allem der Appell für einen gewissenhaften Umgang mit den Feuerwerkskörpern wichtig. Das Durchlesen der Betriebsanleitung sowie das Einhalten eines großzügigen Sicherheitsabstands sollten ebenfalls nicht vernachlässigt werden.
"Raketen und Böller dürfen auf keinen Fall aus der Hand abgefeuert werden." Stattdessen soll laut Strasser am besten eine Glasflasche zum Abschuss von Raketen benutzt werden, die optional in einem Kasten zusätzliche Stabilität findet. Ein eigens für Feuerwerkskörper entworfene Raketenständer ist außerdem im Handel erhältlich.