Der Familienbetrieb Leithner stellt die Fleischproduktion ein. Gegenüber inFranken.de nennt Landwirt Sebastian Leithner die Gründe für den drastischen Schritt.
Der Agrarbetrieb Leithner im Zapfendorfer Gemeindeteil Reuthlos (Kreis Bamberg) hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden. Wie Landwirt Sebastian Leithner gegenüber inFranken.de mitteilt, wird sein Hof die Fleischproduktion zeitnah einstellen. Nach eigenen Angaben hatte die Rindermast der Rasse "Bayerisches Fleckvieh" jahrelang einen Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Tätigkeit des Betriebs dargestellt. Aufgrund der aktuellen Situation werde es jedoch zunehmend schwerer, die angestrebte Qualität zu fairen und bezahlbaren Preisen anzubieten. Weil man den eigenen Ansprüchen so nicht mehr gerecht werden könne, habe man sich nun dazu entschieden, die Rindermast zu beenden.
Wie Leithner erklärt, wird in diesem Zuge auch der "Leithner's Hofladen" schließen. Demnach war dieser Mitte 2020 nämlich hauptsächlich zur Rindfleisch-Direktvermarktung eröffnet worden. Mit dem Ende der Rindermast wird er nun knapp sechseinhalb Jahre später wieder verschwinden. "Wir haben am 22. November den letzten Verkaufstag, an dem sich unsere Kunden noch einmal mit regionalem Rindfleisch eindecken können. Danach ist leider für immer Schluss", so Leithner. Gegenüber inFranken.de erklärt der Landwirt, welche Gründe ihn zu diesem drastischen Schritt bewegt haben.
Familienbetrieb im Kreis Bamberg: "Jetziger Stall nicht mehr zeitgemäß"
"Wir hören mit der Rindermast auf, weil die Investitionskosten zu hoch sind", teilt Sebastian Leithner gegenüber inFranken.de mit. Um die angestrebte Fleischqualität weiterhin gewährleisten zu können, wären demnach dringend Investitionen in einen neuen Stall nötig gewesen. "Unser jetziger Stall ist 40 Jahre alt und für Tier und Mensch nicht mehr zeitgemäß", so Leithner. Durch die hohe Inflation seien die Kosten für den Umbau jedoch "um ein Vielfaches gestiegen", sodass eine Sanierung "nicht mehr wirtschaftlich" sei.
Zur Deckung der Kosten wäre laut Leithner eine Erweiterung auf eine höhere Tieranzahl nötig gewesen, was aufgrund des vorhandenen Grundrisses des Gebäudes jedoch nicht möglich sei. Ein Neubau sei aufgrund der enormen Kosten derweil gar nicht erst infrage gekommen. "Hier hätten wir uns bei einer Investition im größeren sechsstelligen Bereich befunden, das war uns schlichtweg zu viel", erklärt Leithner.
Doch auch an anderen Stellen machen sich die gestiegenen Kosten ihm zufolge bemerkbar. "Das Schlachten, die Verpackung und der Transport unsererseits haben immer mehr finanzielle Mittel in Anspruch genommen und die Marge reduziert", so Leithner. "Auch wir mussten die Kosten auf unsere Produkte umlegen, was mehrere Preiserhöhungen zur Folge hatte, in Folge derer die Kunden lieber preisorientierter beim Discounter oder den einschlägigen Supermärkten in der Umgebung einkauften", berichtet er.
"Anfang von etwas anderem": Landwirtschaftsbetrieb im Kreis Bamberg mit neuer Ausrichtung
Das bevorstehende Ende der Tierhaltung und die Schließung des Hofladens sehe Leithner derweil nicht als Ende, sondern als "Anfang von etwas anderem, Neuem". Künftig werde sich der Betrieb nun "auf den Ackerbau mit der Erzeugung von hochwertigem Qualitätsgetreide für heimische Mühlen und den Anbau von Sonnenblumen als Ölfrucht konzentrieren".
Ein weiteres Standbein bilden demnach Sojabohnen, die als Eiweißfuttermittel an andere Tierhalter verkauft werden sollen. "Die Vorteile dafür sehen wir in der regionalen Produktion, für die eben kein Regenwald gerodet wird und auch keine langen Transporte über Ozeane und Weltmeere nötig sind", so Leithner.