Was ein gutes Foto ausmacht
Autor: Niklas Schmitt
Bamberg, Dienstag, 23. Oktober 2018
Mit über 150 Einsendungen haben sich Hobby-Fotografen aus Bamberg und Umgebung am deutschen Zeitungsleser-Fotowettbewerb beteiligt.
Beeindruckend war dreierlei: die Menge der Einsendungen der Amateur-Fotografen aus Bamberg und dem Umland (150 Stück!), die Vielseitigkeit der Themen, die in den Fokus genommen wurden, sowie die Qualität der Fotografien, die ab sofort im Haupthaus der Mediengruppe Oberfranken in der Gutenbergstraße zu sehen sind.
Der Fotowettbewerb "Blende" wurde bereits zum 44. Mal von der Prophoto GmbH Frankfurt ausgeschrieben. Zahlreiche Tageszeitungen beteiligen sich an dem bundesweiten Bilderwettschießen, darunter zum vierten Mal die Lokalredaktion Bamberg des Fränkischen Tages. Die eingereichten Fotos zeugen von den vielseitigen technischen Möglichkeiten, die Hobbyfotografen mittlerweile zur Verfügung stehen, aber auch von der hohen Kreativität und dem besonderen Blick, mit dem die Teilnehmer auf Motivsuche gegangen sind. Schließlich ist ein gut geschossenes Foto nur die halbe Miete, ebenso wichtig ist das Auge für das Motiv und dessen Inszenierung, wie die Gewinnerfotos beeindruckend unter Beweis stellen.
Der Wettbewerb wurde in drei Kategorien ausgeschrieben, die ins Bild gesetzt werden sollten: "Lost Places - Verlassene Orte", "Die Welt der kleinen Dinge" und - für jugendliche Fotografen - "Das bewegt mich". Aber es hat sich gezeigt, dass die Jugend nicht nur mit den Erwachsenen mithalten, sondern sie sogar ausstechen kann.
So hat der 16-jährige Lorenz Schneider das Gewinnerbild in der Kategorie "Lost Places" geschossen. Wobei das in diesem Fall etwas ungenau ist, denn im Grunde hat er drei Fotos gemacht und diese dann am Computer übereinander gelegt. HDR (High Dynamic Range) nennt sich diese bei Fotografen beliebte Technik. Dabei werden von einem Motiv eine über-, eine normal- und eine unterbelichtete Version gemacht. Legt man die drei übereinander, ist jede einzelne Stelle des Fotos optimal ausgeleuchtet, was den Eindruck eines gemalten Stilllebens erzeugt.
Doch Technik ist eben nicht alles. "Ich hatte gleich eine grobe Idee, dann bin ich auf die Suche gegangen", erzählt der junge Bamberger von der Entstehung des Bildes. Die Zeit scheint stillzustehen auf seinem Foto, das von einer vergangenen Zeit, einem verlassenen Ort erzählt.
Anders verlief der Weg bei Rudolf Müller, dessen Löwenzahn die Jury beeindruckt hat. Als der Bamberger vor die Haustür trat, habe er in der Blume gleich ein potenzielles Motiv gesehen. Doch das Licht und das Wetter machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Also zupfte er den Löwenzahn kurzerhand ab und stellte ihn in eine Flasche auf seinen Balkon: "Der Natur entnommen, aber wieder mit natürlichem Hintergrund abgelichtet", sagt Müller, der seit 40 Jahren fotografiert und nun, nach mehreren Anläufen, zum ersten Mal den ersten Platz belegt hat - in der Kategorie "Die Welt der kleinen Dinge".
Eine einfache, aber auch unschlagbare Idee hatte Salina Winkelbeiner. Sie war mit ihrer Freundin im Urlaub, als sie von der Ausschreibung gelesen hat und sich mit dem Jugendthema "Das bewegt mich" beschäftigte. "Das Bild bewegt mich, die Füße bewegen mich", sagt die 17-Jährige aus Zapfendorf. Abgelichtet hat sie nicht irgendwelche Füße, sondern die ihrer besten Freundin am Strand.