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Verschwundene Katina K.: Was geschah mit der Prostituierten? Neuer Prozess in Bamberg


Autor: Redaktion

Bamberg, Montag, 12. Oktober 2026

Im Fall um das Verschwinden der Prostituierten Katina K. hat am Montag am Landgericht Bamberg ein neuer Prozess begonnen. Der Angeklagte zeigte sich im Gerichtssaal sehr entspannt.
Ein Justizbeamter bewacht den Eingang zum Gerichtssaal in Bamberg, während der Angeklagte (r) mit seinem Verteidiger Christian Barthelmes auf den Beginn der Verhandlung wartet. In Bamberg wird ein Prozess gegen einen 75-Jährigen, der eine Prostituierte getötet haben soll, neu aufgelegt.


Update vom 12.10.2026, 11.55 Uhr: Neuer Prozess in Bamberg – Was geschah mit der verschwundenen Prostituierten?

Auch in der Neuauflage des Prozesses um das Verschwinden einer Prostituierten in Oberfranken hat der Angeklagte geschwiegen. Der heute 75-Jährige war bereits vor einem Jahr vom Landgericht Bamberg wegen Totschlags an der Frau verurteilt worden, doch der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil aufgehoben. 

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Nun ist eine andere Strafkammer des Landgerichts am Zug – und auch nach dem ersten Prozesstag bleibt der Fall mysteriös, denn es fehlt bis heute eine Leiche. Die Staatsanwaltschaft ist dennoch davon überzeugt, dass der Angeklagte die damals 33-Jährige im Sommer 2024 ermordet hat.

Kennengelernt haben sich die Frau und der heute 75-Jährige demnach in einem Saunaclub. Sie gingen eine Beziehung ein. Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft an eine gemeinsame Zukunft des Paares in Bulgarien geglaubt und seinen Grundbesitz im Landkreis Forchheim deshalb weitgehend verkauft haben. Es soll bereits Geld an die Frau geflossen sein. Doch dann soll die Prostituierte ihm eröffnet haben, dass sie alleine nach Bulgarien will. 

Deshalb hob der BGH das erste Urteil auf

Weil seine Zukunftspläne zu scheitern drohten und weil er diese "Schmähung" nicht hinnehmen wollte, habe er den Plan gefasst, die Frau zu töten. Die Leiche habe er verschwinden lassen, hieß es weiter in der Anklageschrift. 

Der 75‑Jährige – grauer Pulli, Brille – gab sich im Gerichtssaal sehr entspannt zu Beginn des neuerlichen Verfahrens und plauderte mit seinen Verteidigern. Sagen vor Gericht wollte er allerdings nichts. Schon im ersten Verfahren hatte der Deutsche geschwiegen. 

Das Urteil vom Herbst 2025 hatte der BGH unter anderem aus diesen Gründen aufgehoben: Es seien nicht ausreichend andere Möglichkeiten berücksichtigt worden, die das Verschwinden der Frau erklären. Und es sei auch nicht ausreichend in Erwägung gezogen worden, dass ein anderer sie getötet haben könnte. Das neuerliche Verfahren dürfte sich bis ins kommende Jahr ziehen. Mehr Details zum ersten Prozesstag lesen Sie auf fraenkischer-tag.de (PLUS).

Ursprüngliche Meldung: "Mord ohne Leiche": Prozess um verschwundene Prostituierte wird neu aufgerollt

Das als "Mord ohne Leiche" bekannt gewordene Strafverfahren gegen einen heute 75-jährigen Mann wird am Landgericht Bamberg erneut verhandelt (PLUS). Der neue Prozess beginnt am heutigen Montag (12. Oktober 2026) um 9 Uhr vor der 1. Strafkammer, wie das Gericht mitteilte.

Der Angeklagte war vor rund einem Jahr nach 29 Verhandlungstagen des Totschlags an einer 33-jährigen Prostituierten, mit der er auch zusammengelebt hatte, für schuldig befunden worden. Demnach soll der Mann Katina K. am 1. August 2024 getötet haben, weil sie ohne ihn in ihre Heimat nach Bulgarien zurückkehren wollte.

Fall um verschwundene Katina K. wird vor dem Landgericht Bamberg neu verhandelt

Die Leiche der Frau wurde jedoch bisher nicht entdeckt. Der Mann schwieg vor Gericht. Damals zeigte sich die Strafkammer davon überzeugt, dass der Angeklagte die Frau auf seinem Grundstück bei Eggolsheim (Landkreis Forchheim) im Streit getötet und ihre Leiche an einen unbekannten Ort gebracht hatte.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und verwies es zur erneuten Verhandlung an eine andere Kammer des Landgerichts zurück. Die Kammer habe nicht hinreichend andere Möglichkeiten für das Verschwinden der damals 33-jährigen Frau ausgeschlossen. Zudem dürfe nicht außer Betracht gelassen werden, dass ein anderer Täter infrage komme. 

Jetzt ist eine andere Strafkammer des Bamberger Landgerichts am Zug. Bis zum 15. Januar 2027 sind zahlreiche Verhandlungstermine in dem Fall angesetzt.