Bei ihrer Prunksitzung hatten die Scheßlitzer Vereine einen Überraschungsgast.
Scheßlitz Die zwei Faschingsprunksitzungen der "Scheßlitzer Vereine e.V." in der TSV-Turnhalle waren ausverkauft und die Gäste dürften ihren Besuch nicht bereut haben, so viel an Charme, Witz, Humor und Tanzeinlagen wurde ihnen geboten.
Mit den kräftigen Klängen der Kapelle "Ellerbachtaler Heimatklänge" unter ihrem Dirigenten Tobias Mager zogen die Jugendgarde und der Elferrat in die Halle ein. Gut gelaunt begrüßte Elferratspräsident und Zweiter Bürgermeister Holger Dremel die Faschingsfreundeund übergab dann sofort der Jugendgarde die Regie für ihren Gardemarsch. Christine Goppert hatte ihn zusammen mit den vierzehn Mädchen einstudiert. Ihr strahlendes Lächeln, ihre glänzenden Kostüme und natürlich die hoch in die Lüfte geschwungenen Beine ließen die Augen aller im Saale glänzen.
Die Faschingsburschen Ali und Robert fragten in ihrem musikalischen Beitrag unter anderem: "Der Netto hat nun ein neues Haus, holt der jetzt mehr Gewinn heraus?" Und weiter auch noch: " In Scheßlitz die Diebe brechen ein, wo war denn da die Polizei?" Da musste der Präsident gute Miene machen, arbeitet er doch selbst bei dieser.
Singende Windbeutel
Als nächstes schilderte "Fräulein Lümmelmann" die Probleme älterer Menschen, die oft nicht mehr richtig hören und sehen können und einen Hauch der sechziger Jahre brachten die drei Windbeutel Ali Molitor, Herbert Kriegisch und Helmut Hübner als die "Windbeutel Rock'n'Roll-Band" in den Saal. Durch rhythmisches Mitklatschen kamen die drei Senioren so in Schwung, dass sie fast nicht mehr von der Bühne wollten.
Doch die Funkmariechen Leonie Knauer, Sophie Erlwein und Sabrina Schäfer fieberten ihrem Auftritt entgegen und zeigten Tänze auf höchstem Niveau. DSSS - Das Schäätzer-Spaß-Spektakel wollte die Fernsehsendung toppen. Nach der Regie von Martin Dippold hatten die Schäätzer Feuerwehrler viel in ihrem Programm: Die übervolle Versammlung bei der Information über die Wasser- und Kanalgebühren, die Schönheitssalons, die Gunda als Rollatorfahrer, derModerator Markus, der vergeblich eine Frau suchte, und ein brauner Roberto Blanco. Sich selber aufs Korn nahmen die Feuerwehrler, da sie keine Frauen in die Wehr aufnähmen. Da der erste Kommandant aber Junggeselle sei und eine brauche, müssten sie doch eine in den aktiven Dienst aufnehmen.
Der Hit aber kam, als die Air-force Nr. One in Giech landete. Mit einem die amerikanische Fahne schwenkenden Begleiter kam Donald Trump auf die Bühne. Großspurig ließ Trump über seinen Dolmetscher verkünden, dass sofort eine Mauer gegen Giech errichtet werde - Balsam auf die Schäätzer Seelen. Auch der Kanal und die Straßen nach Burglesau würden endlich fertiggestellt. Nach der Parole: "Scheßlitz first, Scheßlitz great und Scheßlitz für immer" erklang dann sofort ein dreifaches: "Scheßlitz hoch, hoch, hoch!" Mit donnerndem Applaus wurden die Akteure verabschiedet.
Der Showtanz der Jugendgarde mit einer Reise um die Welt und sehr vielen verschiedenen Kostümen bildete den gelungen Abschluss vor der Pause.
Das Dream- and Danceteam startete den zweiten Teil mit ihrem Gardetanz in neuen Kostümen. Ihre Trainerinnen Tanja Friedrich und Cornelia Zeck hatten die Mädels perfekt eingstellt. Dremel dankte auch Anneliese Hahner, die die schönen Kleider geschneidert hatte.
Großen Publikumserfolg ernteten die Rap-Tops mit ihrem Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Die auf der Giechburg residierende böse Königin, die natürlich aus Giech stammte, fragte immer wieder den Spiegel nach der Schönsten im ganzen Land. Der Rest der Geschichte um das schöne Schneewittchen ist bekannt. Als die Zwerge vom Panger aus Köttensdorf heimkamen, wo sie natürlich Pfefferhähnchen gegessen hatten, fanden sie es tot vor. Doch glücklicherweise erlöste es ein kleiner, hübscher Prinz aus Unterfranken. Robert Schwarzmann hatte den Text dazu gesprochen und passende Oldies zum Mitsingen eingespielt.
Anne Ziegler und Lea Kroack zeigten, dass an Nachwuchsfunkenmariechen in Scheßlitz kein Mangel herrscht, denn sie folgten perfekt der Choreografie. Trainiert wurden sie von Lena Berthold.
Die E-Bikes des Bürgermeisters
Das Einkaufen bei Aldi in der Bambergerstraße ist für Moni Dremel und Heike Ziegmann jeden Montag und Donnerstag ein absolutes Muss, wegen des Adrenalinspiegels. Obwohl sie beide "lutherisch" sind, unterhalten sie sich gerne mit Hochwürden Pfarrer Michael Morawietz, den sie immer an der Tiefkühlpizzaecke antreffen. Dieser aber bekam von den beiden dennoch sein Fett ab, da er wegen der fünf Pfarreien so wenig anzutreffen sei. Aber auch die Ehemänner der beiden wurden bei dem vertraulichen Gespräch kräftig durch den Kakao gezogen. Auch erwähnten die beiden, dass Bürgermeister Roland Kauper alle Elektrofahrräder aufgekauft habe. Sie glaubten, dass die Bikes es wegen dessen Körperfülle nicht lange ausgehalten hätten und er deshalb auf Vorrat eingekauft habe. Heike Ziegmann gesellte sich zu den zwei Aldisüchtigen mit einem gelungenen Bütt-Einstand.
Nach einer lustigen Schunkelrunde strapazierte Julchen die Lachmuskeln und brachte den Saal als Klofrau bei ihren Gesangseinlagen zum Toben.
Zu den Höhepunkten Sitzung gehört e die Aerobic-Einlage der von Nicki Landvogt trainierten 14-köpfigen Gruppe der Feuerwehr. "Die Helden" waren in atemberaubendem Outfit erschienen. Da passte keine Hand mehr zwischen die enganliegenden Strumpfhosen, Badeanzüge und anderen weiblichen Kleidungsstücke.