Stadt-Derby in der Bayernliga: Alles blickt nach Wildensorg
Autor: Manni Schmitt
Bamberg, Dienstag, 16. Juli 2019
Bis zu 1500 Zuschauer sollen kommen: Am Mittwoch steigt das mit Spannung erwartete Derby zwischen der DJK und FC Eintracht.
Unterschiedlich ist die Stimmungslage vor dem großen Stadt-Derby in der Fußball-Bayernliga heute um 18.30 Uhr in Wildensorg: Während der FC Eintracht beim 2:0-Heimsieg als einziger Aufsteiger der Liga einen erfolgreichen Start feierte, steckt Gastgeber DJK Don Bosco noch die unglückliche 1:2-Niederlage in Ammerthal in den Knochen. Auf der Rudi-Ziegler-Sportanlage wartet jedenfalls ein Leckerbissen auf die Fans aus nah und fern, streiten die Protagonisten doch neben den drei Punkten auch um die vorläufige Fußball-Krone in der Stadt.
Beim FCE durften sich die Verantwortlichen mit über 700 Besuchern über einen Arbeitssieg gegen Mitaufsteiger Karlburg freuen. Trotz großer Nervosität in der Anfangsphase gelang es, den Gegner in Schach zu halten. "Wir hatten die Hosen voll. Tempo und Leichtigkeit waren nicht vorhanden", sagt Trainer Michael Hutzler. Dass die Führungsspieler der Partie ihren Stempel aufdrückten, ließ so manches blau-violettes Herz höherschlagen. Der vom FC Schweinfurt verpflichtete Rückkehrer Nicolas Görtler ebnete mit einem Traumfreistoß nicht nur den Weg, er nahm auch den Fuß seiner Nebenleute von der Bremse. Der 29-Jährige präsentierte sich so, als sei er nie fort gewesen. Zusammen mit dem 21 Jahre alten Mittelfeldregisseur Lukas Schmittschmitt und dem gleichaltrigen und hochveranlagten Torhüter Fabian Dellermann bildete er eine zuverlässige Achse.
"Es war ein Kraftakt. Wir sind froh, gut gestartet zu sein. Umso mehr freuen wir uns auf das erste Stadtderby seit vier Jahren", sagt Hutzler - und zollt dem Gegner größten Respekt. "Wir wissen, dass die DJK eine Megatruppe mit individueller Klasse hat. Im Vergleich zu ihnen haben wir noch keine Körperlichkeit. Unsere Modellathleten sind im Vergleich nur 1,50 Meter groß und wiegen 50 Kilo", skizziert er spaßig und mit schelmischem Grinsen den für ihn größten Unterschied beider Teams. "Respekt haben wir sicherlich, aber gewiss keine Angst", sagt er kämpferisch.
Unglücklicher Spielverlauf
Im Vergleich zum FCE bissen sich die Wildensorger an Ammerthal die Zähne aus und verloren mit 1:2. Sie leisteten sich zu viele individuelle Fehler, lagen schnell mit zwei Toren zurück und fanden trotz intensiver Bemühungen nicht in die Spur zurück. Dass "Fortuna" keinesfalls auf Seiten der DJK stand, erschwerte die Aufholjagd immens. Ein Unglücklicher Handelfmeter, ein Abseitstor und die schwache Vorstellung in Halbzeit eins waren in der Summe zu viel.
Da trotz 30-minütiger numerischer Überzahl die spielerischen Lösungsansätze nicht griffen und der Gegner sein Bollwerk zusammenhielt, sprang nur der Anschlusstreffer heraus. Coach Mario Bail bestätigte in seinem Resümee die "verschlafene erste Halbzeit", machte aber auch deutlich, dass seine Schützlinge "sehr gut zurückgekommen sind. Es war im zweiten Durchgang ein Spiel auf ein Tor. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen."
Gegen den Lokalrivalen vertraut er dem gleichen Aufgebot wie zum Saisonauftakt. Zusätzlich stößt Johannes Jessen zum Kader, so dass es durchaus auf dem Spielfeld zum Bruderkampf kommen kann. Gabriel Jessen stand beim FCE in der Startformation gegen Karlburg. "Der FCE ist unglaublich spielstark und vor allem offensiv brandgefährlich", lautet Bails Einschätzung. "Es treffen viele Bekannte aufeinander, für die es alle ein besonderes Spiel ist." Er verrät auch die angedachte Vorgehensweise und offenbart seine Vorfreude. "Wir wollen mehr Ruhe und Struktur in unser Spiel bringen und mit mehr Intensität und Körperlichkeit agieren. Es ist vor allem eine Nervensache vor so großer Kulisse. Wir freuen uns darauf."
Fehlen werden bei der DJK weiterhin Uli Spies (verletzt), Manuel Müller (studien- und berufsbedingt bis Ende September) und Rodrigo Lloveras Marxuach (Auslandsaufenthalt). Ob Johannes Rosiwal, der gegen Ammerthal aufgrund einer Muskelverhärtung passen musste, wieder auflaufen kann, entscheidet sich erst kurzfristig.