Russland ist für die deutschen Basketballer beim Supercup in Ulm eine Nummer zu groß gewesen. Am Samstagabend unterlag das Team von Bundestrainer Chris Fleming der ebenfalls im Neuaufbau befindlichen russischen Auswahl mit 73:92 (36:44).
Die Russen von Trainer Sergey Bazarevich, den Fachleuten als Aufbauspieler seines Team bei der EM 1993 in München bei der Finalniederlage gegen Deutschland bekannt, waren über die 40 Minuten einfach konstanter und präsentierten sich eingespielter als die Auswahl des DBB.
Die Gastgeber hielten vor 1500 Zuschauern in der Ratiopharm-Arena in Ulm bis weit ins zweite Viertel mit, ehe Russland um seinen aktuellen NBA-Champion Timofey Mozgov bis zum Seitenwechsel auf 44:36 leicht davonzog.


15 Punkte in Rückstand geraten

In der 37. Min.
betrug der Rückstand der Deutschen schon 15 Zähler (47:62). Die Russen bewegten den Ball besser und trafen hochprozentiger. Auch wenn Lo & Co. ihre Ballverluste gegenüber dem Finnland-Spiel tags zuvor von 23 auf elf reduzierten, erkannte man, dass das Gros des Gegners tragende Rollen in Euroleague-Teams spielen, wohingegen die deutschen oft nur Rollenspieler in ihren Mannschaften darstellen.


Danilo Barthel nicht dabei

Bazarevich konnte sich sogar den Luxus leisten, den NBA-erfahrenen Aleksei Shved (Khmki Moskau) zu schonen. Da wog der Flemings Verlust von Danilo Barthel - bester Mann beim Sieg über Finnland am Freitagabend - deutlich schwerer. Der Neu-Münchner wurde wegen einer Blessur vorsichtshalber geschont.
Der 15-Punkte-Rückstand hatte auch vor den letzten zehn Minuten noch bestand (54:69). Die deutschen kämpften. Der Bamberger Patrick Heckmann erzielte in dieser Phase vier Punkte. Sein Teamkollege Daniel Theis schraubte sein Punktekonto in den zweistelligen Bereich. Doch Mozgov mit einem Dreipunkte-Spiel und Andrey Vorontsevich (ZSKA Moskau) mit einem Dreier hielten die Deutschen auf Distanz.
Am Ende wurde noch richtig deutlich. Mit dem Alley-oop-Dunking von Artem Klimenko waren's erstmal über 20 Zähler Rückstand für Deutschland.
Die Wurfquoten sprachen am Ende eine deutliche Sprache. Russland traf aus dem Feld rund 56 Prozent (Deutschland 44). Vor allem aus der Distanz war der Gast treffsicherer (14 von 26), wohingegen die achte Dreier bei 28 Versuchen deutlich abfiel.
Beste Werfer bei Deutschland waren Tibor Pleiß (12 Punkte), Lo und Theis (je 11) und Paul Zipser (10). Bei den Russen trafen sechs Spieler zweistellig, bester war Semen Antonov (16).