Das Team von Brose-Trainer Johan Roijakkers gewann ein heiß umkämpftes Match mit 16 Führungswechseln und 13 ausgeglichenen Spielständen mit 74:67 (35:34). Ob sich die Oberfranken vor dem Duell nach alter Feiertagstradition Stärk' angetrunken haben, entzieht sich unserer Kenntnis, doch mental war die Mannschaft um Kapitän Chase Fieler am Ende äußerst stark. Nach einem Sechs-Punkte-Rückstand fünf Minuten vor Schluss beendeten die Gäste in der Ratiopharm-Arena die Partie mit einem 13:0-Lauf zum Endstand.

Bundesliga

Ratiopharm Ulm - Brose Bamberg 67:74

(18:19, 16:16, 17:18, 16:21)

Nach dem Wirbel und der öffentlichen Kritik Roijakkers an Nationalspieler Kenneth Ogbe (wir berichteten) stand der Gescholtene in Ulm in der Startformation. Der Weckruf an Ogbe, den Roijakkers gegen Oldenburg 40 Minuten auf der Bank hatte schmoren lassen, schien gewirkt zu haben. Der 26-Jährige wollte nach der Partie zur Schelte keine Worte mehr verlieren, bedankte sich lediglich für die vielen Nachrichten "bei der deutschen Basketball-Community, die hinter mir gestanden hat. Ich bin sehr selbstkritisch und auch nicht hundertprozentig zufrieden, aber ich arbeite jeden Tag im Training, gebe alles und will besser werden."

Seine Mitspieler hatten ihm gesagt, dass er aggressiv sein solle. "Das habe ich gemacht, es hat gut geklappt. So kann's weitergehen", so Ogbe nach dem Sieg, zu dem er in fast 27 Minuten Einsatzzeit zwölf Punkte und zwei Rebounds beitrug.

Lockhart von Beginn an heiß

Die Bamberger erwischten einen guten Start. Wie so oft war Dominic Lockhart sofort im Spiel und erzielte fünf Punkte zur 9:2-Führung. Kurz vor dem Ende des ersten Viertels zog Ulm durch einen Dreier von Demitrius Conger zum 18:17 erstmals in Front. Von da an folgte fast nach jedem zweiten Angriff ein Führungswechsel. Die Gäste ließen die Schwaben jedoch lediglich auf ein, maximal zwei Punkte wegziehen. Die Roijakkers-Männer machten sich das Leben im zweiten Viertel durch sechs Ballverluste und unclevere Fouls, die die Ulmer zu Freiwurfpunkten nutzten, schwer. Dazu fiel von der Dreierlinie an diesem Tag kaum ein Wurf der Bamberger. Trotzdem hatte der Gast zur Pause mit 35:34 die Nase vorn.

Dreierquote weiter desolat

In der zweiten Hälfte stand die Brose-Abwehr besser und agierte weniger foulträchtig. Von draußen fiel aber weiter kaum etwas. Erst Christian Sengfelder brach nach 27 Minuten den Bann (45:48) mit dem zweiten Distanztreffer. Die Mannschaft war aber so schlau und verlegte ihr Spiel in die Zone, von wo aus man am Ende eine 61-prozentige Trefferquote aufwies.

Bamberg verlegt Offensive in die Zone

Auf den großen Positionen entschieden die Bamberger schließlich auch die Partie. Fieler (13 Punkte), David Kravish (12), Sengfelder (10) und Norense Odiase (2) stellten die Ulmer Langen Dylan Osetkowski (10), Isaiah Wilkins (8), Aric Holman (5) und Patrick Heckmann (0) klar in den Schatten. Und auch das Reboundduell ging mit 39:34 an die Gäste.

Ulmer Schützen treffen zur Sechs-Punkte-Führung

Zu Beginn des Schlussabschnitts legten dann aber die Ulmer Schützen los. Per Günther mit fünf Punkten und der Ex-Bamberger Andreas Obst mit acht Punkten in Serie warfen ihr Team mit 67:61 nach vorn - Auszeit Bamberg bei noch 5:04 Minuten auf der Uhr.

Während den Ulmern danach die Nerven komplett versagten, trafen Lockhart und Sengfelder in der entscheidenden Phase die Dreier Nr. 3 und 4. Devon Hallerzielte im achten Versuch seinen ersten Feldkorb.

Ogbe stellt den Sieg sicher

Den Sieg stellte dann ausgerechnet Ogbe mit drei Freiwurftreffern zum Endstand sicher. Ein Vertrauensbeweis seines Trainers, dass er in den Schlussminuten auf dem Feld stand.

"Das war heute ein verdienter Sieg. Beide Mannschaften haben sich eine Defensivschlacht geliefert. Wir haben einen guten Job am offensiven Brett gemacht und das Spiel mit neun Stops in Folge stark ins Ziel gebracht", analysierte Roijakkers, der sich auch über 21 Assists seines Teams und nur elf Ballverluste (deutlich unter dem Schnitt) gefreut haben dürfte.

Sein Gegenüber, Jaka Lakovic, ärgerte sich über 13 Gegenpunkte in der Schlussphase. "Wir wollten nach der Führung zu schnell gewinnen und haben es nicht geschafft unsere Fassung zu wahren", lautete sein Fazit.

Bamberg am Freitag in Vechta

Aus Ulm fahren die Bamberger am Donnerstag direkt nach Niedersachsen. Bereits am Freitagabend (19 Uhr) trifft das Brose-Team auf die noch sieglosen Vechtaner.

Die Statistik

Ulm: Obst (15 Punkte/2 Dreier), Osetkowski (10), Wilkins (8/1), Klepeisz (8/1), Caupain (7/1), Günther (7/1), Conger (5/1), Holman (5/1), Philipps (2), Heckmann

Bamberg: Fieler (13), Kravish (12), Ogbe (12), Sengfelder (10/2), Lockhart (8/2), Hundt (8), Hall (6), Vitali (3), Odiase (2), Grüttner Bacoul

Schiedsrichter: Panther, Fritz, Hack

Zuschauer: keine

Gesamtwurfquote: Ulm 34 Prozent (21 Treffer/61 Versuche), Bamberg 44 (27/61)

Dreierquote: Ulm 31 (8/26), Bamberg 17 (4/23)

Freiwurfquote: Ulm 89 (17/19), Bamberg 80 (16/20)

Rebounds: Ulm 34 (21 defensiv/13 offensiv), Bamberg 39 (26/13)

Ballgewinne/-verluste: Ulm 3/11, Bamberg 6/11

Assists: Ulm 10 / Bamberg 21

Fouls: Ulm 23 / Bamberg 18