Mehr als nur ein Gradmesser für die DJK Bamberg
Autor: Manni Schmitt
Wildensorg, Freitag, 12. April 2019
Die DJK Gebenbach möchte sich auf dem Weg in die Regionalliga auch am Sonntag um 15 Uhr von der DJK Bamberg nicht aufhalten lassen.
Nach der 0:2-Niederlage beim SC Eltersdorf empfängt die DJK Don Bosco Bamberg (7.) am Sonntag um 15 Uhr den Bayernliga-Spitzenreiter DJK Gebenbach und will dem designierten Meister, der mit fünf Siegen ins Jahr gestartet ist und jüngst gegen Großbardorf erstmals Punkte liegen ließ, mit einer kämpferischen Leistung alles abverlangen.
Mit 64 Punkten nach 28 Partien (20 Siege) weisen die Oberpfälzer aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach eine stolze Bilanz auf. Ihnen wurde nach der Premierensaison 2017/18, die sie als spielstarker Aufsteiger mit 64 Zählern als Fünfter abschlossen, von manchen Experten ein schwieriges zweites Jahr prophezeit.
Doch Trainer Faruk Maloku feilte unnachgiebig an der Weiterentwicklung, die er seit seinem Wirken ab Januar 2016 in Angriff genommen hat. Aus dem im Abstiegskampf steckenden Landesligisten formte er den Meister 2017, der auch in der Bayernliga zu überzeugen wusste. Nach jetzigem Stand können er und seine Schützlinge dieser Erfolgsstory eine weitere Sensation hinzufügen, da sie aus eigener Kraft den Aufstieg in die Regionalliga Bayern schaffen können. Die Lizenzunterlagen für die Regionalliga haben sie kürzlich schon eingereicht.
Aufgrund der Niederlage des einzigen Konkurrenten TSV Aubstadt (1:3 gegen Würzburger Kickers II) entpuppte sich das 0:0 gegen Großbardorf als leicht zu verdauender Dämpfer. Maloku (41) attestierte seiner Elf "ein super Spiel", die jedoch beste Tormöglichkeiten ausließ. "Die Chancenverwertung kann ich meinen Jungs ankreiden."
Der Vorsprung beträgt derzeit vier Punkte bei einem Spiel mehr. Dass der direkte Vergleich zugunsten der Aubstadter spricht, spielt im knapp 950 Einwohner zählenden Dorf nur eine Nebenrolle. Gebenbach hat sich unter Maloku zum Aushängeschild der Region gemausert und die geografische Nachbarschaft aus Weiden (30 km) und Amberg (15 km) längst abgehängt. Einzig die DJK Ammerthal (17 km) bietet noch Bayernliga-Fußball.
Der botswanischen Wurzeln entstammende Gebenbacher Coach bringt seine Erfahrungen als früherer Leiter des Nachwuchszentrums seiner Geburtsstadt Weiden sowie aus den Trainerstationen in Etzenricht (Landesliga) und Bayern Hof ein und kennt die Bedürfnisse der Menschen in seiner Heimat. So gelang es ihm, neben fußballerischer Qualität auch die Wohlfühloase im Klub zu steigern. Seine Kicker wissen das zu schätzen und ziehen an einem Strang. Erfahrene "Hasen" wie Abwehrallrounder Oliver Georgiev (38), Innenverteidiger Julian Ceesay (29) und der offensiv bärenstarke Kapitän Timo Kohler (28) bilden mit Topscorer Dominik Haller (26), der 16 Tore und 18 Vorlagen beisteuerte, sowie den Angreifern Niko Becker (24, 17 Treffer) und Marco Seifert (23, 13) das Korsett eines perfekt aufeinander abgestimmten Teams, in dem auch der Nachwuchs Einsatz findet. Vor allem der 18-jährige Fabio Pirner (23 Einsätze) und der zwei Jahre ältere Jonas Lindner (25) dürfen sich bereits zum Stammpersonal zählen.
1:3-Niederlage in der Vorsaison
Die Gebenbacher reisen als klarer Favorit nach Wildensorg, wo sie im Vorjahr bereits mit 3:1 siegten. Mit dem gleichen Ergebnis lösten sie die Partie in der Vorrunde. Haller (zwei Tore, ein Assist) und der sprintstarke Kohler (zwei Assists, ein Tor) erlegten die Wildensorger quasi im Alleingang. Bambergs Trainer Mario Bail sieht nicht nur deshalb "eine wahnsinnige Wucht auf uns zukommen" und hebt "die enorme Qualität im Offensivbereich" hervor.