Der Sportler des Bamberger Faltboot-Clubs schnappt sich Bronze bei der U23-WM in Polen.
Bei den Junioren- und U23-Weltmeisterschaften im Kanuslalom haben im polnischen Krakau mehr als 400 Athleten um die begehrten Medaillen gekämpft.
In der noch jungen Disziplin "Canoe Slalom Extreme" - eine attraktive und spannende Variante mit wachsender Beliebtheit - waren 150 Sportler am Start, eine enorme Steigerung im Vergleich zu der letztjährigen WM. Für Deutschland gingen sechs Sportler ins Rennen. Unter ihnen der deutsche Vizemeister Jakob Hein vom Bamberger Faltboot-Club. Er war sein erster internationaler Wettkampf in dieser Disziplin - und dieser hätte kaum besser verlaufen können.
Gestartet wird von einer rund vier Meter hohen Rampe. Auf der Strecke müssen fünf Abwärtstore, eine Eskimorolle und zwei Aufwärtstore fehlerfrei absolviert werden. Im Gegensatz zum traditionellen Slalom gibt es keine Zeitstrafen, sondern der Sportler wird bei Fehlern und Regelverstößen disqualifiziert. Im Zeitrennen sicherte sich Hein mit einem couragierten Lauf den achten Platz von insgesamt 37 Startern, eine gute Ausgangsposition für die folgenden Head-to-Head-Rennen.
Im Achtelfinale, dem ersten Head-to-Head-Lauf, setzte sich Hein souverän von Beginn an an die Spitze des Feldes. Damit entging er dem zeitraubenden Gerangel seiner drei Verfolger und konnte zum Schluss sogar kräftesparend über die Ziellinie fahren. Im Viertelfinale lag das Feld enger zusammen. Bootskontakte blieben nicht aus. Im ersten Aufwärtstor versuchte Hein, den führenden Briten Etienne Chappell aus dem Tor zu drängen. Das Manöver misslang, er musste das Tor sogar erneut anfahren und fiel auf Rang 3 zurück. Diese Platzierung hätte das Aus bedeutet, aber Hein kämpfte sich heran. Beim Eskimotieren konnte er einen Platz gutmachen und erreichte mit Platz 2 das Halbfinale.
Hier musste der BFC-Kanute wieder gegen den sehr schnellen Briten antreten, der von Anfang an in Führung lag. Dahinter lieferten sich ein Schweizer und ein polnisches Boot mit Hein einen spannenden Kampf um den zweiten Platz, den der deutsche Sportler für sich entscheiden konnte. Der Einzug ins Finale war geschafft. Eine Medaille lag in greifbarer Nähe.
Im Finale fuhren Chappell, Jakub Krejci (Tschechien), Hein (Deutschland) und der Russe Egor Smirnov. Die vier Athleten waren nahezu gleichauf. Chappell konnte sich wieder leicht absetzen. Dahinter kämpften die Sportler um Silber. Im ersten Aufwärtstor rangen Hein und Krejci miteinander. Der Tscheche verpasste das Tor und wurde disqualifiziert. Hein verlor wertvolle Zeit, Smirnov schob sich auf Rang 2 vor. Hein versuchte mit kraftvollen Schlägen und einer schnellen Linie wieder an dem russischen Sportler heranzukommen. Allerdings konnte er ihn nicht mehr abfangen, der Bamberger fuhr auf Rang 3 durchs Ziel.
Hein gewann damit die Bronzemedaille bei den Junioren. Ein unglaublicher Erfolg für den jungen Kanuten, der jahrelang hart dafür gearbeitet hat. shein