Das Handicap spielt keine Rolle
Autor: Hendrik Kowalsky
Bamberg, Donnerstag, 26. Sept. 2019
Das Bamberger Fußball-Inklusionsteam nimmt Konturen an. Auf regelmäßige Testspiele folgt die Teilnahme an einer neu gegründeten bayerischen Liga.
Es ist eine Herzensangelegenheit für "goolkids"-Projektleiter Robert Bartsch: Im Winter wurde die erste Bamberger Fußball-Inklusionsmannschaft vom goolkids e.V. in Zusammenarbeit mit dem FV 1912 Bamberg und der Lebenshilfe initiiert und hat sich bislang als voller Erfolg herausgestellt. "Die Begeisterung der Spielerinnen und Spieler unserer Mannschaft ist riesig", sagt Bartsch. Etwa 30 Fußballbegeisterte zwischen 14 und 47 Jahren zählen zum Kader und nehmen so oft es geht an den Trainingseinheiten teil.
Vereine agieren Hand in Hand
Möglich wäre die Umsetzung der Idee ohne die "Zwölfer" und die Lebenshilfe nicht gewesen, wie Bartsch erklärt: "Die Lage des FV 1912 im Volkspark ist natürlich prädestiniert für die Menschen aus der Lebenshilfe, die zu Fuß zum Sportgelände kommen können. Zur Gründung der Mannschaft passte der Verein seine Satzung den Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung an. Solche kleinen Dinge helfen uns ungemein."
Sechs Betreuer umfasst der Stab, zudem kommen ehemalige Trainer der Lebenshilfe zu Besuch. Sie treffen im Volkspark auf eine Mannschaft, die eine bunte Mischung aus Menschen mit Behinderung, Geflüchteten und ehemaligen "Zwölfern" beinhaltet. "Bei uns ist jede Person willkommen, egal ob mit Handicap oder nicht. Der Spaß und der Sport stehen im Vordergrund", sagt Bartsch. Nach einigen absolvierten Testspielen nimmt das Team am Wochenende an einem Turnier in Hersbruck teil. Dort trifft die Bamberger Mannschaft auf neun weitere Inklusionsteams aus dem nordbayerischen Raum. "Das Turnier soll zeigen, wie die bayerische Inklusionsliga ablaufen könnte", erklärt Bartsch.
Ligabetrieb im Turniermodus
Zur kommenden Saison startet der Bayerische Fußballverband seine Inklusionsliga, statt wöchentlicher Spieltage sollen die Mannschaften in regionalen Turnieren aufeinandertreffen. "Das ist allein aus logistischen Gründen nicht anders möglich. Nach Hersbruck fahren wir mit drei Bussen, das wäre nicht jede Woche zu stemmen", sagt Bartsch.
Zu den Startern wird der FV 1912 goolkids in jedem Fall zählen, der Ligawettbewerb soll das Thema Inklusion stärker in die Gesellschaft tragen. Dafür, so hofft Bartsch, will das Team sich um die Ausrichtung eines der Turniere bemühen. "Die Anforderungen wären riesig, aber wir wollen das packen."