"Bamore" - das Basketball-Herz schlägt weiter in Bamberg, am Sonntag, 12. Juni 2016, um 16.39 Uhr ist es soweit: Die Brose Baskets feiern die sechste deutsche Basketball-Meisterschaft in den letzten sieben Jahren - insgesamt den achten Titel in den letzten elf Jahren. Damit ziehen die Asse aus der Basketball-Hauptstadt in der Liste der Bundesliga-Champions mit Alba Berlin gleich. Rekordmeister sind die Bayer Giants Leverkusen mit 14 Titeln seit dem Start der Bundesliga 1966/67 - werden die Meisterschaften davor mitgezählt, steht zudem der USC Heidelberg mit neun Titeln vor Berlin und Bamberg. Allerdings holten Berlin und Bamberg ihre acht Erfolge jeweils in nur elf Jahren (Berlin: 1997 bis 2008, Bamberg: 2005 bis 2016) und damit schneller als jeder andere Klub der Bundesliga-Geschichte.

Punkt 17 Uhr stemmte Kapitän Brad Wanamaker die Trophäe in die Höhe, nachdem schon zehn Minuten zuvor Darius "Killer" Miller die Trophäe für den wertvollsten Spieler der Finalserie erhalten hatte. Der Scharfschütze, der mit fünf von sieben Dreiern die Freaks von den Sitzen gerissen hatte, beerbte damit Brad Wanamaker, dem im Vorjahr die Ehre des besten Akteurs in den Finals zuteil geworden war.

Fünf Minuten und elf Sekunden vor dem Ende der Partie kannte die Begeisterung auf den Rängen bereits keine Grenzen mehr: "Oh, wie schön - so was hat man lange nicht geseh'n", sang die komplette Süd-Tribüne, nachdem die Ulmer, die sich in dieser Finalserie als ein würdiger Finalist präsentiert hatten, endgültig im Dreier-Hagel des Dominators untergegangen waren. Selbst NBA-Profi und Daniel-Theis-Kumpel Dennis Schröder zollte dem Meister stehend Anerkennung. Allerdings ist der letzte Triumph gar nicht so lange her: 357 Tage zuvor hatten Wanamaker & Co. nach dem Erfolg im fünften Spiel gegen Bayern München zum siebten Mal auf nationalem Parkett triumphiert.


Sekt- und Bierduschen

Nach der Schlusssirene verwandelte sich die Spielfläche der Brose Arena, auf der die Bamberger in dieser Bundesliga-Saison von 23 Partien 23 gewonnen und auch die europäischen Schwergewichte in die Schranken gewiesen hatten, nach den Sekt- und Bierduschen in ein spiegelglattes Parkett.

Der "Capitano" Andrea Trinchieri hat seine Mannschaft endgültig in den "sicheren Hafen" gelenkt - Würzburg, die Bayern und auch die Ulmer konnten das nicht verhindern. Das Brose-Schiff war in diesen Play-offs, in denen der Titelverteidiger nur von den Ulmern gefordert worden ist, nie ins Schlingern geraten. Und der Italiener schwärmte nach den drei Sweeps: "Nach 313 Trainingseinheiten und 70 Pflichtspielen hat sich diese großartige Mannschaft so ein Ende verdient. Ich bin auf jeden einzelnen dieser Jungs stolz. Ohne arrogant sein zu wollen, muss ich sagen, dass wir in Europa mit den besten Basketball gespielt haben."


Auch die Ulmer feiern ihr Team

Aber auch die Ulmer zeigten sich stolz ob der Vorstellungen ihres Teams: Unter dem Jubel der Bamberger Fans zogen sie durch die Frankenhölle und sangen: "Vizemeister, Vizemeister - vor den Bayern - hey, hey." Gott sei dank wird in Basketball-Deutschland noch friedlich miteinander gefeiert - Ausschreitungen wie bei der EM in Frankreich gibt es nicht. Am Dienstag ab 17 Uhr (Einlass 16.30 Uhr) findet in der Brose Arena die große Saisonabschlussfeier mit den Fans statt.
Stimmen zur achten Meisterschaft

Elias Harris (Center der Bamberger): "Das ist ein wunderbares Gefühl. Die ganzen Strapazen und Trainingseinheiten, die Ups und Downs, alles hat sich bezahlt gemacht. Da macht es umso mehr Spaß, wenn man weiß, wofür man das ganze Jahr kämpft und arbeitet. Wir versuchen in jedem Spiel, unser Bestes zu geben, das versuchen andere Mannschaften auch. Aber bei uns war es in dieser Saison so, dass es fast immer geklappt hat."

Darius Miller (Bambergs überragender Dreierschütze): "Diese Meisterschaft ist einfach fantastisch, wir haben das ganze Jahr so hart gearbeitet. Jetzt den finalen Sieg gesichert zu haben, ist großartig. Ich freue mich sehr über den MVP-Titel, aber das Wichtigste ist, dass wir alle zusammen diesen Titel geholt haben. Ich freue mich, dass ich einen Teil dazu beitragen konnte."

Janis Strelnieks (Bamberger Aufbauspieler): "Ich bin einfach nur glücklich. Diese Mannschaft ist einfach etwas Spezielles. Wir haben bekommen, was wir uns verdient haben. Und es war nicht einfach, auch wenn das deutliche Ergebnis auf der Anzeigetafel etwas anderes vermuten lässt. Die ganze Saison war nicht einfach. Deshalb freue ich mich besonders. Ich habe großen Respekt vor den Ulmern, sie haben Oldenburg und Frankfurt ohne Heimvorteil besiegt. Aber wir haben den Nutzen aus unseren Euroleague-Erfahrungen gezogen und in jeder Trainingseinheit hart an unserem Spiel gearbeitet. Dafür wurden wir belohnt."

Norbert Sieben (Brose-Vorsitzender): "Wunderbar. Jetzt hat die Mannschaft den Stern auf den wunderschönen Himmel gesetzt. Die Jungs haben sich das über die ganze Saison verdient. Das war eigentlich nur der Schlusspunkt einer ganz tollen Saison. Das ist eine super Mannschaft, die nicht nur erfolgreich, sondern auch sehr schön gespielt hat zur Begeisterung von uns allen Fans."

Lucca Staiger (Bamberger Scharfschütze): "Ulm hat eine sensationelle Saison gespielt, dazu werden wir alle ihnen gratulieren. Letztes Jahr bin ich hier mit den Bayern als Verlierer gestanden, heute stehe ich hier als Gewinner. Das fühlt sich sehr viel besser an. Wir haben eine super Saison gehabt und sind wie zu einer Familie geworden. Deshalb freut es mich, dass so viele auch in der nächsten Saison noch hier sein werden."

Patrick Heckmann (Bamberger Meister-"Rookie"): "Den Sack hier vor den eigenen Fans zuzumachen, ist einfach genial. Auch gleich in meinem ersten Jahr hier die Meisterschaft gewinnen zu können, ist einfach Wahnsinn. Wir wussten, dass es ein enges Spiel werden könnte. Das hat man ja in Ulm schon gesehen. Aber wir waren heute nicht nervös. In der zweiten Halbzeit haben wir uns auf unsere eigenen Stärken verlassen."