Mehr als vier Monate - genau 130 Tage - sahen die Fans in Freak City kein Pflichtspiel mehr ihrer Brose-Basketballer - am heutigen Samstag (20.30 Uhr) hat das lange Warten endlich ein Ende: Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche kommt es zum Frankenderby zwischen den Bambergern und s.Oliver Würzburg. Nach dem knappen 84:80-Erfolg der Oberfranken in der Bundesliga bei den Unterfranken folgt heute in der Frankenhölle das Pokal-Achtelfinale zwischen den beiden runderneuerten Mannschaften. Dabei dürfen sich die Fans schon im zweiten Pflichtspiel auf einen harten Kampf freuen, denn auf Grund des neuen Pokal-Modus mit 16 Mannschaften steht schon früh in der Saison eine Partie auf dem Spielplan, in der nur ein Sieg zählt - für den Verlierer ist der Wettbewerb gegen 22.30 Uhr schon wieder beendet.

Die Brose Arena ist die einzige Bundesliga-Halle, in der die Würzburger noch nie gewonnen haben. 16 Derbys gab es zwischen den fränkischen Rivalen, nur einmal gingen die Bamberger nicht als Sieger vom Parkett. Allerdings hat die Partie in der Vorwoche gezeigt, dass die Wucherer-Truppe durchaus das Potenzial hat, den neunmaligen deutschen Meister zu bezwingen. Ein wenig Glück und etwas mehr Erfahrung gaben in der spannenden Schlussphase den Ausschlag zugunsten der Oberfranken.

Patrick Heckmann freut sich auf die "unglaublichen Fans"

Für Patrick Heckmann ist der letzte Auftritt in der Frankenhölle schon über ein halbes Jahr her, deshalb freut sich der 26-Jährige nach überstandener Schulterverletzung besonders auf die Rückkehr aufs Bamberger Parkett: "Es wird sicher wieder ein interessantes Spiel werden. Jeder von uns muss einfach ein bisschen besser, schlauer spielen - vor allem in der Verteidigung. Wir wussten, dass sie gute Schützen haben, ließen sie trotzdem frei stehen. Da muss jeder einfach konzentrierter sein. Auf jeden Fall freuen wir uns alle, vor diesen unglaublichen Fans spielen zu dürfen."

Im Rückblick auf die Bundesliga-Partie in Würzburg sieht der Flügelspieler durchaus noch Luft nach oben: "Wir verließen uns zu sehr auf unsere individuellen Fähigkeiten, haben nicht so zusammengespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten."

Brose-Trainer Ainars Bagatskis hat in dieser kompletten Trainingswoche, die Bundesliga-Partie in Frankfurt musste wegen des Eurocup-Auftritts der Skyliners verlegt werden, an den noch zahlreich vorhandenen Baustellen gearbeitet: "Offensiv haben wir richtig schlecht performt. Das mag bei 84 erzielten Punkten zwar etwas komisch klingen, ist aber so. Sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung sollten die fünf Spieler, die auf dem Feld stehen, besser harmonieren."

Den Ball besser bewegen

Und wenn sich die Würzburger heute vermehrt auf die vor einer Woche starken Power Forwards Augustine Rubit (24 Punkte) und Stevan Jelovac (17) konzentrieren, "wird es wichtig sein, dass die Ballhandler die Situation nutzen", fordert der Lette, dass die Schützen besser freigespielt werden.

Die Dreierquoten waren bei beiden Teams zuletzt nicht berauschend: Bamberg traf acht Mal bei 24 Versuchen, wobei nur Maurice Stuckey (3 von 5) überzeugte, Würzburg versuchte es 22 Mal und versenkte sieben Würfe (Skyler Bowlin 2 von 4). "32 Prozent Dreier genügen für uns nicht. Wir müssen Richtung 40 Prozent kommen, dann können wir so ein Spiel wie heute auch gewinnen", betonte Würzburgs Coach Denis Wucherer.

"Es ist schön, dass wir sofort die Gelegenheit bekommen, gegen diesen Gegner die Niederlage wettzumachen. Wir freuen uns schon auf dieses Derby, auf ein interessantes Pokalspiel. Es wird sicher wieder heiß hergehen", schickte Aufbauspieler Brad Loesing gleich nach der Heimniederlage eine Kampfansage Richtung Oberfranken.

Auf jeden Fall werden die Freaks nach der langen Basketball-Abstinenz ab sofort kräftig mit vier Heimspielen entschädigt: Auf den Pokalauftritt gegen Würzburg folgen am Mittwoch (20 Uhr) das Champions-League-Spiel gegen Fuenlabrada, am Montag, 15. Oktober, die Bundesliga-Partie gegen Ludwigsburg und zwei Tage später die CL-Begegnung gegen Dijon. Das Pokal-Achtelfinale Göttingen - Ludwigsburg Frankfurt - Ulm (beide Samstag, 18 Uhr) Bamberg - Würzburg Bremerhaven - Bonn (beide Samstag, 20.30) München - Gießen Berlin - Bayreuth (beide Sonntag, 15 Uhr) Braunschweig - Weißenfels Oldenburg - Jena (beide Sonntag, 18 Uhr)