Eine seit Jahren für die Korbjäger der Brose Baskets unerfreuliche Situation hat ihr Ende gefunden: Mit der Umgestaltung der über 30 Jahre alten Hauptsmoorhalle in das "Basketball Center Hauptsmoor" hat der deutsche Meister - was die Trainingsarbeit betrifft - eine neue Heimat gefunden. Offizielle Eröffnung ist am Samstag, 15. September. Die Zeit des Pendelns zwischen verschiedenen Hallen im Landkreis ist damit vorbei. Sowohl für die Gemeinde als auch für die Meister-Basketballer und die Regnitztal Baskets (Regionalliga) ist eine "Win-Win"-Situation gefunden worden.

Der Brose-Cheftrainer Chris Fleming ließ es sich gestern Vormittag nicht nehmen, sich ein Bild vom neuen Basketball Center zu machen: "Die Zeit des Umherziehens und des Frustes sind vorbei. In den letzten Jahren haben wir viel Energie verloren, jetzt wird alles viel einfacher für uns. Jeden Tag die gleiche Halle, optimal!" Auch konnte er sein neues Büro im Rohbau begutachten.

Eine verträgliche Lösung für alle Vereine


"Mit dem Einzug in Strullendorf gehört eine siebenjährige Geschichte voller Diskussionen und Modellversuchen mit verschiedensten Plänen der Vergangenheit an. Die Stadt Bamberg war nicht bereit, den notwendigen Input für eine dem Profi- und Jugendbereich entsprechende Trainingssituation zu schaffen. Es ging nie konkret zur Sache, umso glücklicher sind wir mit der Strullendorfer Lösung", erklärt Brose Baskets-Manager Wolfgang Heyder. "Mir war von Anfang an wichtig, dass es auch für die Vereine eine gut verträgliche Lösung gibt. Wir wollten nicht als Platzhirsche auftreten."

Der Bamberger Macher war übrigens beim ersten Gespräch mit Erstem Bürgermeister Andreas Schwarz im Mai 2011 gar nicht dabei. Jürgen Stäudler und Jürgen Koch kamen als Idengeber zu Schwarz, wollten zunächst eine "Optimierung der Hallenkapazitäten" für die 300 Spieler bzw. 22 Teams der Regnitztal Baskets. "Dann kamen sie auch schnell mit der Hallenidee. Ein Stein kam ins Rollen. Die Gemeinde fand aufgrund der Hallenvermarktung und auch finanzieller Interessen schnell Gefallen daran.

Entscheidend war natürlich, dass die Hallenveränderung auch im Gemeinderat über Parteigrenzen hinweg positiven Anklang fand", fasst Andres Schwarz zusammen, der ebenso die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen hervorhob. Turnverein und Shotokan Karate sind nun in der Schulturnhalle zu Hause.

Halle neues Aushängeschild der Gemeinde


"Die Halle hat natürlich altersbedingt ihr Antlitz verloren. Nun wird sie ein Aushängeschild, das bringt der Gemeinde neues Renommee. Wir hätten so und so investieren müssen", erklärt Schwarz den Gemeindezuschuss von 150.000 Euro. Damit das gesamte Investitionsvolumen von 400 000 Euro geschultert werden konnte, halfen den Brose Baskets viele Sponsoren und eine Stiftung.

Neben Brose Baskets-Präsident Norbert Sieben ("die Verknüpfung von Profisport und Jugendarbeit ist toll, ein schöner Erfolg") zeigte sich auch Regnitztal-Chef Jürgen Koch begeistert: "Das ist eine enorme Entlastung für uns. Ein Traum wird wahr, wir haben endlich ein eigenes Heim. Als gebürtiger Strullendorfer freue ich mich natürlich auch über den Imagegewinn."

Dass anders als beim Hauptstadt-Flughafen alles reibungslos läuft, ist vor allem Jürgen Stäudler zu verdanken. Der "Bauleiter" geht davon aus, dass es auch im Endspurt so gut weiter vorwärts geht. Die ersten 14 Tage im Juli benötigte der Bauhof für Entsorgungsarbeiten, seit 15. Juli ist das "Hauptsmoorwald-Grün" kaum mehr zu sehen, die Umkleiden und Duschen wurden verändert, das Trainer-Büro an der Stirnseite begonnen und derzeit laufen die Wandverkleidungsarbeiten auf Hochtouren. Jürgen Stäudler ("bin derzeit täglich sechs Stunden da") zeigte sich hoch erfreut über die Baskets-Eigenleistungen: "Jeden Samstag waren bis zu zwölf Leute für Streicharbeiten da."

Ab September wird in Strullendorf trainiert


Fett rot markiert im Stäudler-Projektleiter-Kalender ist der 3. September: Parkettboden-Verlegung in zwei Tagen ist angesagt. Vier Tage später findet bereits ein internationales Jugendturnier statt und am 10. September bittet Chris Fleming erstmals im neuen Center zum Training. Partien der Jugend-Bundesligen sind zudem fest eingeplant.

Aber auch die Fans kommen nicht kurz: Bei den Derbys in der Regionalliga finden sicherlich gut 600 Zuschauer Platz, eine 30 m lange Tribüne fasst allein 200. Der Basketballsport in der Region Bamberg hat eine neue Adresse: Hauptsmoorstraße 2 in Strullendorf, nur Minuten von der Stechert-Arena entfernt.