Sprints im tiefen Sand des Beach-Volleyball-Feldes, Zirkeltraining auf dem Kunstrasen - der deutsche Basketball-Meister Brose Bamberg arbeitet in diesen Tagen an der Fitness für eine anstrengende Saison. Allein in den Hauptrunden der Euroleague (30) und der Bundesliga (34) stehen vor dem Beginn der Play-offs bereits 64 Partien auf dem Programm.
Auf dem Gelände der DJK Don Bosco Bamberg unternimmt Athletiktrainer Sandro Bencardino in diesen Tagen alles, damit die Brose-Jungs für dieses Mammutprogramm gerüstet sind. Bencardino, das 49-jährige italienische Kraftpaket, selbst durch etliche Triathlons über die Ironman-Distanz gestählt, feuert die Basketball-Asse immer wieder an. Und wenn die Kräfte oder der Wille, sich zu quälen, mal etwas nachlassen, werden die Kommandos schon mal deutlich lauter und fordernder. Besonders mit seinem 2,05 Meter großen Landsmann Nicolo Melli liefert sich der Italiener öfters kleine Wortgefechte, um ihn ein wenig zu "kitzeln". Der engagierte Power Forward nimmt's gelassen und schickt trotz der Anstrengungen mit einem Lächeln im Gesicht ein paar leise Schimpfworte in Richtung des Energiebündels.


Zweite Einheit am Nachmittag

Aber nicht nur im Sand oder auf dem Rasen fließt der Schweiß in Strömen. Nach der zweistündigen Vormittagseinheit auf dem Gelände der Bayernliga-Fußballer steht am Nachmittag noch eine zweite Runde im Trainingszentrum in Strullendorf auf dem Programm. Weitere zweieinhalb Stunden wird an Kraft und Ausdauer gearbeitet. Individual-Trainer Stefan Weissenböck sorgt dafür, dass dabei auch die Ballbehandlung und das Wurftraining nicht zu kurz kommen.
Beeindruckend ist die Fitness von Nikos Zisis. Der Grieche, der in seiner erfolgreichen Karriere alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, und in der letzten Woche 33 Jahre alt geworden ist, macht schon mal zwei, drei Wiederholungen pro Station beim Zirkeltraining mehr. Und der "Herr der Ringe" feuert seine Mitspieler auch an, die letzten Kräfte zu mobilisieren.
Vor allem Darius Miller, der wertvollste Spieler der letzten Finalserie, ist sicher froh, wenn ab Samstag wieder das Basketballtraining im Vordergrund steht. Dennoch werden auch die täglich zwei Einheiten in der Halle richtig anstrengend. Ob da die Kräfte für einen Sandkerwa-Besuch noch reichen?