Auch im zweiten Play-off-Heimspiel brachten die Telekom Baskets Bonn den großen Favoriten ins Wanken, diesmal fiel er aber nicht. Nach dem 76:63-Sieg am Sonntag kann Brose Bamberg am Dienstagabend (20.30 Uhr) mit dem dritten Erfolg in der Viertelfinalserie nach dem Modus "best-of-five" in Bonn den Einzug ins Halbfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft perfekt machen.

"Heute hatten wir auch ein bisschen das Glück des Tüchtigen. Aber eine solche Situation möchte ich nicht noch einmal erleben", sagte Brose-Geschäftsführer Rolf Beyer nach dem hart erkämpften Matchball in der Brose-Arena. Auch ohne ihren verletzten Topscorer Josh Mayo hatten die Bonner dem Titelverteidiger erbittert Widerstand geleistet und abermals am Sieg geschnuppert. Nach einem 43:51-Rückstand im dritten Viertel zogen die Bamberger dank eines starken Schlussabschnitts, den sie mit Hilfe von sechs Dreiern klar mit 28:11 für sich entschieden, den Kopf aber noch aus der Schlinge. "Meine Mannschaft braucht solche Schlachten, sie sind gut für ihre Entwicklung. Manchmal verlassen wir unsere Komfortzone, aber das ist menschlich nach über 70 Spielen in dieser Saison", meinte Trainer Andrea Trinchieri. Der Italiener sah über die lange Zeit durchwachsene Offensivleistung seines Teams hinweg und stellte vielmehr das Ergebnis in den Vordergrund: "Ich liebe solche Spiele. Wenn man sie dann gewinnt, sind sie umso schöner."


Kein Selbstläufer

Festzuhalten bleibt aber, dass das Brose-Team nun schon seit Wochen seinen Gegnern kaum noch spielerisch überlegen ist, sondern sich seine Siege erkämpfen muss. Auch am Sonntag mussten die Bamberger einen langen Atem und ihre ganze individuelle Klasse zeigen, um das Spiel erfolgreich zu beenden. Daher ist selbst der Einzug ins Halbfinale alles andere als ein Selbstläufer.

Von daher fordert Beyer, dass sich der Meister wieder auf seine Stärken besinnt: "Wenn wir uns in eine Nervenschlacht begeben wollen, kann uns selbst ein müder Gegner gefährlich werden. Ich erwarte, dass wir in Bonn genauso wütend ins Spiel gehen, wie wir das nach der ersten Partie getan haben." Beide Spiele im Rheinland hat der Titelverteidiger in dieser Saison für sich entschieden. In der Hauptrunde setzte er sich mit 85:70 durch, der Sieg zum 1:1-Ausgleich im Play-off-Viertelfinale fiel mit 87:71 ebenso deutlich aus. Die Bonner werden alles daransetzten, die dritte Heimniederlage abzuwenden und ein entscheidendes fünftes Spiel zu erzwingen, das am Donnerstag (20.30 Uhr) in Bamberg stattfinden würde.

Ob die Telekom Baskets am Dienstag wieder auf den am Oberschenkel verletzten Mayo zurückgreifen können, ist fraglich. "Ich werde hart dafür arbeiten. Es gibt durchaus eine Chance, dass ich dabei bin", sagte der 28 Jahre alte Aufbauspieler dem "Bonner General-Anzeiger". Doch auch ohne seinen Denker und Lenker hat der Hauptrunden-Siebte bewiesen, dass er dem Meister gefährlich werden kann.


Play-off-Viertelfinale im Überblick

Telekom Baskets Bonn (7.) - Brose Bamberg (2.)
(best-of-five-Serie - Stand 1:2)
Spiel 1 Bamberg - Bonn 92:93
Spiel 2 Bonn - Bamberg 71:87 Spiel 3 Bamberg - Bonn 76:63
Spiel 4 am Dienstag, 16. Mai, 20.30 Uhr, in Bonn
falls erforderlich:
Spiel 5 am Donnerstag, 18. Mai, 20.30 Uhr in Bamberg