Andrea Trinchieri hatte ein mulmiges Gefühl. "Serien sind dazu da, um gebrochen zu werden", sagte der Trainer der in der Bundesliga seit elf Wochen unbesiegten Brose Baskets unmittelbar vor der Partie bei den Eisbären Bremerhaven. Doch vier Tage nach dem hart erkämpften Einzug ins Eurocup-Achtelfinale präsentierten sich seine Spieler am Sonntag gut erholt und gingen an der Nordseeküste nicht baden.

Mit dem souveränen 75:63-Erfolg bauten die Bamberger ihre Serie auf elf Siege in Folge aus und vermasselten dem neuen Eisbären-Trainer Muli Katzurin den Einstand. Unter dem Nachfolger des am Mittwoch entlassenen Calvin Oldham kassierten die Norddeutschen eine weitere Niederlage - die mittlerweile achte in Folge, durch die sich die Lage für den Vorletzten im Abstiegskampf weiter verschärfte.

"Uns war klar, dass wir nicht glänzen werden nach dieser Schlacht vom letzten Mittwoch. Daher war unser einziges Ziel, hier zu gewinnen und unseren Lauf in der Liga weiter fortzuführen. Ich denke, wir hatten das Spiel jederzeit unter Kontrolle, haben phasenweise gut verteidigt. Ich nenne das einen professionellen Sieg", sagte Trincheri.

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Nur in der ersten Halbzeit schien es so, als hätte der Krimi nach Verlängerung gegen Olimpija Ljubljana bei den Spielern der Brose Baskets mental wie physisch doch die Spuren hinterlassen, die Trinchieri befürchtet hatte. Ein großer Leistungsunterschied zwischen den Bambergern und den Bremerhaven war in den ersten 20 Minuten nicht zu erkennen. Der Gastgeber setzte die Aufbauspieler der Brose Baskets immens unter Druck und provozierte bis zur Halbzeit sieben Ballverluste.

Nach einem beiderseits zerfahrenen ersten Viertel, in dem auf Seiten der Bamberger lediglich Dawan Robinson im Abschluss sicher vollstreckte, rissen die Eisbären mit einem 9:0-Lauf erstmals eine etwas größere Führung an sich (25:19, 14. Min.). Doch schien das ein Weckruf für den Tabellenzweiten zu sein. Denn fortan machte er seinem Gegner das Punkten wesentlich schwerer. Trevor Mbakwe setzte mit drei Blocks ebenso Akzente wie Josh Duncan, mit 20 Punkten und sieben Rebounds diesmal effektivster Spieler seines Teams. Der Power Forward traf kurz vor der Pause zwei Dreier, sodass die Gäste mit einer 34:29-Führung in die zweite Hälfte gingen.

In dieser übernahm das Team von Trinchieri mehr und mehr das Kommando. Es ließ die gefährlichen Bremerhavener Dreierschützen Moses Ehambe und Lorenzo Williams nicht zur Entfaltung kommen und traf selbst sicher aus der Distanz - neun von 18 Dreiern fanden ihr Ziel. Bei der 63:50-Führung fünf Minuten vor Spielende war die Partie bereits zugunsten der Brose Baskets entschieden. "Wir haben einen guten Job gemacht. Es war kein schönes Spiel, aber am Ende hat es für uns gereicht", urteilte Elias Harris, der mit seinen Teamkollegen am Mittwoch abend (20.15 Uhr) zum bedeutungslosen Eurocup-Rückspiel beim FC Bayern München antritt.

Die Statistik

Eisbären Bremerhaven - Brose Baskets 63:75
(13:17, 16:17, 16:20, 18:21)
Bremerhaven Ehambe (16 Punkte/2 Dreier), Williams (14/2), Searcy (14), Schultze (8/2), Hesson (6), McGee (5), Chase, Schneiders, Martin
Bamberg Duncan (20/3), Robinson (11/1), Mbakwe (10), Strelnieks (9/1), Thompson (8/2), Wanamaker (8/2), Harris (7), Theis (2), Bagaric, Tadda
SR Hesse, Simonov, Kattur
Zuschauer 3120
Gesamtwurfquote Bremerhaven 39 Prozent (23 Treffer/59 Versuche), Bamberg 48 (25/52)
Dreierquote Bremerhaven 30 Prozent (6/20), Bamberg 50 (9/18)
Freiwurfquote Bremerhaven 92 Prozent (11/12), Bamberg 89 (16/18)
Rebounds Bremerhaven 29 (19 defensiv/10 offensiv), Bamberg 35 (26/9)
Ballgewinne/-verluste Bremerhaven 3/9, Bamberg 3/12
Assists Bremerhaven 9 / Bamberg 17
Fouls Bremerhaven 22 / Bamberg 18