In der am Ende stillen Volkswagenhalle war hörbar, dass den Brose-Basketballern schwere Steine vom Herzen gepurzelt sind. Nach einer schwachen ersten Halbzeit (45:52) gingen die Bamberger, bei denen diesmal gleich sechs Spieler zweistellig punkteten, in der zweiten Halbzeit in Braunschweig deutlich aggressiver zu Werke, waren diesmal auch in der Schlussphase konzentriert und beendeten die Negativserie in der Bundesliga mit einem 94:85-Erfolg. Mit diesem Sieg kehrte die Mannschaft von Trainer Roel Moors zwar nicht auf eine Play-off-Position zurück, da die direkten Konkurrenten aus Vechta, Ulm und Würzburg an diesem Wochenende ebenfalls erfolgreich waren, trotzdem sollte das zweite Erfolgserlebnis in dieser Woche Selbstvertrauen für das so wichtige Auswärtsspiel am Dienstag in der Champions League im Athener Vorort Peristeri geben.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg und sehr stolz auf meine Spieler. Das war kein einfaches Spiel für uns", resümierte Moors.

Defensive schwach

Die Bamberger liefen von Beginn an der Musik hinterher: Der Grund dafür waren eine desolate Verteidigung und etliche fahrlässige Ballverluste. Dank ihrer starken Dreierquote (9 von 17 in der ersten Halbzeit/53 Prozent) gelang es den Braunschweigern immer wieder, sich auf fünf, sechs Punkte abzusetzen. Die Brose-Jungs kämpften sich zwar heran (13:13, 27:27), doch immer wenn sie sich anschickten, einen Vorsprung herauszuspielen, leisteten sie sich einen Ballverlust und kassierten prompt einen Dreier. Nachdem sich die deutlich engagierteren Hausherren zum wiederholten Male einen umkämpften Ball am Boden gesichert hatten, zogen sie mit einem Vier-Punkte-Spiel von Karim Jallow gar auf 52:43 davon. Trotz guter Reboundarbeit der Bamberger ging der Gastgeber mit einer Sieben-Punkte-Führung in die zweite Halbzeit.

Doch nach dem Seitenwechsel blies vor allem Christian Sengfelder an alter Wirkungsstätte zur Aufholjagd (27:27). Paris Lee, bei dem einmal mehr Licht und Schatten wechselten, brachte das Brose-Team dann erstmals seit der zweiten Minute wieder in Front (61:60). Jetzt wechselte minutenlang fast bei jedem Angriff die Führung. Erst als der mit viel Einsatz vorbildlich vorangehende Elias Harris viereinhalb Minuten vor dem Ende zusammen mit Sengfelder das Kommando endgültig übernahm, setzten sich die Oberfranken etwas ab (81:87). Die Hausherren fanden jetzt kein Mittel mehr gegen die Brose-Defensive.

Hatten sie in der ersten Halbzeit noch neun Dreier versenkt, war es in den zweiten 20 Minuten lediglich ein Treffer bei acht Versuchen. Da Assem Marei (8), Louis Olinde (7) und Darion Atkins (6) auch nach der Pause deutlich das Geschehen an den Brettern bestimmten (39:23 Rebounds), feierten die geschlossen auftretenden Gäste einen wichtigen Erfolg, haben aber trotzdem noch viel Luft nach oben.

"Gut fürs Selbstvertrauen"

Kapitän Harris war nach der Schlusssirene bei Magenta-TV erleichtert: "Wir sind mit zu wenig Elan rausgekommen und lagen zur Pause zurecht hinten. Gegen unsere deutlich aggressivere Verteidigung war es für die Braunschweiger dann deutlich schwerer, ihre Würfe zu treffen. Das war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung und gut fürs Selbstvertrauen, denn am Dienstag wartet in Griechenland ein riesiges Spiel auf uns."

Spieler des Spiels

Elias Harris Zu Beginn des zweiten Viertels sorgte der Kapitän mit sechs Punkten in Folge dafür, dass die Braunschweiger nicht davonzogen. Und im Schlussviertel sicherte der kampfstarke Center mit mehreren Offensiv-Rebounds und erfolgreichen Abschlüssen zusammen mit Chris Sengfelder den Sieg.

Die Statistik

Löwen Braunschweig - Brose Bamberg 85:94

(25:21, 27:24, 17:22, 16:27) Braunschweig Eatherton (18 Punkte), Staiger (14/2 Dreier), Lawson (12/2), Jallow (12/1), Lyles (10/1), Releford (10/1), Klepeisz (9/3), Marelja Bamberg Sengfelder (19/1), Harris (15), Obasohan (13), Olinde (12/1), Lee (11/2), Marei (10), Atkins (8), K. Taylor (6), McLean, B. Taylor SR Straube, Fritz, Streit Zuschauer 3542 Gesamtwurfquote Braunschweig 49 Prozent (30 Treffer/ 61 Versuche), Bamberg 57 (38/67)

Dreierquote Braunschweig 40 Prozent (10/15), Bamberg 31 (4/13) Freiwurfquote Braunschweig Prozent 83 (15/18), Bamberg 82 (14/17) Rebounds Braunschweig 23 ( 17 defensiv/6 offensiv), Bamberg 39 (26/13) Ballgewinne/-verluste Braunschweig 7/14, Bamberg 5/15 Assists Braunschweig 17 / Bamberg 19 Fouls Braunschweig 20 / Bamberg 20