Riesen Ansturm in Scheßlitz
Autor: Joseph Beck
Scheßlitz, Sonntag, 22. Sept. 2019
Am Sonntag lockten das Kreiserntedankfest und der 4. Genusstag des Landkreises in die Jura-Metropole.
Die Stadt Scheßlitz hatte dieses Jahr schon einige Höhepunkte in ihren Mauern erlebt, der größte dürfte aber der Kreisernte- und Genusstag gewesen sein. Vergessen waren die Eheprobleme der Bauern mit dem Landkreis, am dritten Hochzeitstag herrschte eitel Sonnenschein und gemeinsam zogen alle Beteiligten zum Erntedankgottesdienst in die St.-Kilianskirche.
Die Mitglieder des Bauernverbands brachten die Erntekrone auf einem kleinen Leiterwagen mit in die Kirche, die sie schön geschmückt hatten. Domkapitular Norbert Jung hielt die Festmesse und sagte in seiner Predigt: "Die Freude und Zufriedenheit des Landes zeigt sich am heutigen Erntedankfest. Es muss nicht immer billiger und immer mehr sein." Des Weiteren wandte er sich gegen Klimawandel und seine Folgen. Er forderte aber: "Es müssen sich alle bewegen, nicht nur die Bauern. Wir müssen gemeinsam versuchen, das Ruder herumzureißen." Da er selbst gelernter Bauer sei, könne er hier mitreden und forderte für die Bauern faire Bedingungen und faire Preise. Für seine emotionale Predigt erhielt der Geistliche in der übervollen Kirche spontanen Beifall. Die Fürbitten trugen vor Elisabeth Schrenker und Josef Vogt. Der Landfrauenchor unter der Leitung von Gudrun Kraus umrahmte den Gottesdienst musikalisch.
Nach dem Gottesdienst formatierte sich ein ansehnlicher Festzug durch die Scheßlitzer Straßen. 23 Wagen präsentierten sich mit landwirtschaftlichen Themen. Die Scheßlitzer Bauern führten den Zug an mit Erntekronen, Frauen mit Körben voller Ähren, einer weiteren Erntekrone mit Schleifenspalier und getragenen Ährenbögen. Nach ihnen kamen die Windischlettener mit einem Wagen voller Früchte. Die Milch-, Kirschen- und Bamberger Hörnla-königinnen folgten in majestätischem Abstand und huldigten den applaudierenden Zuschauern zu. Nach den zahlreichen Ehrengästen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik mit MdBs, MdLs, Kreis-, Stadt- und Gemeinderäten, deren Zahl an die 50 ging, folgten die Gäste der polnischen Partnergemeinde des Landkreises und dann die weiteren schön geschmückten und dekorierten Wagen und Fußgruppen.
Von der Kartoffelernte mit dem Pflug, Kartoffelroder und dem mit vollen Säcken beladenen Wagen bis zum Wender und Dreschwagen war alles dabei, was man früher in der Landwirtschaft brauchte. Dazu hatten sich die BBV-Gruppen von Windischletten, Ehrl, Wiesen- und Straßgiech, Starkenschwind, Stübig, Ludwag, Demelsdorf, Zeckendorf, Schweisdorf, Burgellern und Ludwag mächtig ins Zeug gelegt und in langen Abenden die Fahrzeuge vorbereitet.
Fränkische Gemütlichkeit
Die Obst- und Gartenbauvereine aus Köttensdorf, Peulendorf, Roschlaub, Pausdorf und Neudorf brachten die Schönheit der Blumen in ihren Gärten voll zur Geltung und zeigten sie den Gästen. Der Imkerverein Scheßlitz wies auf die Bedeutung der Bienen hin und der Heimatkundliche Verein zeigte alte Zeiten mit Häkeln, Stricken und Weben auf seinem Wagen.Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Scheßlitzer und Pünzentaler Musikanten.
Im Festzelt begrüßten Landrat Johann Kalb (CSU) und Kreisobmann Edgar Böhmer die Gäste. Als Festredner betonte MdB Thomas Silberhorn (CSU) wie wichtig dieser Tag als Präsentation der Bauern und der Genussregion des Landkreises Bamberg sei. "Rindfleisch aus Südamerika ist nicht nachhaltig und nicht regional", sagte er unter dem Applaus der Zuhörer. "Der Genusstag ist ein großes Schaufenster", stellte er mit Stolz fest und schloss: "Hier lässt es sich gut leben mit der fränkischen Gemütlichkeit."
Auch die Bayerische Milchkönigin Beatrice Scheitz aus Andechs und Günter Feßler, Vizepräsident des BBV, lobten das Scheßlitzer Erntedankfest. Stellvertretende Kreisbäuerin Marion Link dankte zum Schluss allen Helfern, Rednern und Gästen für diesen grandiosen Tag.