Ob sich der Club in der Zweiten Bundesliga halten kann, muss der Fußballgott entscheiden - an der Kettenbrücke haben sich die Farben des 1. FC Nürnberg jedenfalls nicht lange gehalten ?. Kaum haben wir in unserer Schandfleckenserie die Graffiti an Bambergs Sehenswürdigkeit gezeigt, war die Liebesbekundung eines unbekannten Fußballfans verschwunden. "FCN" und das Kürzel der Ultras Nürnberg 1994 hatte dieser mühevoll an die Betonfundamente der Stahlaufhängungen gesprayt. Doch der Städtische Entsorgungsbetrieb erwies sich als immun gegen sportlichen Lokalpatriotismus und machte Tabula rasa. "Insofern ist dieser Schandfleck schon mal behoben", berichtet Stadtsprecher Steffen Schützwohl kühl - wohl wissend, dass das Stadtoberhaupt Bremen-Fan ist.

Manchmal geht es also ratzfatz. Allerdings auch in die andere Richtung. Denn während mancher Passant noch kritisiert, er habe die Brücke mit den FCN-Farbklecksen schöner gefunden - hat auf der anderen Brückenseite jemand einen künstlerisch anspruchslosen, grünen Schriftzug hinterlassen. Da kann der Bamberger nur die Daumen drücken: Dem Club, dass er den Klassenerhalt schafft; und dem städtischen Entsorgungsbetrieb bei seiner Sisyphusarbeit mit den Graffiti. ? Nicht am Zelt der Religionen rütteln Einen unpassenden Farbklecks sah Jonathan G. auch im Zelt der Religionen am Markusplatz. Für die Idee eines interreligiösen Begegnungsortes konnte sich unser Leser zwar erwärmen - nicht aber für die Gestaltung: Er könne nicht verstehen, "wie man inmitten eines Ensembles alter Häuser völlig unsensibel moderne Skulpturen oder Bauten platzieren kann". Die Stadt will das so nicht stehen lassen: "Was das Zelt der Religionen angeht, so hat dieses aus unserer Sicht nichts in dieser Kategorie verloren", betont deren Sprecher. "Natürlich muss nicht alles allen gefallen, das ist auch nicht möglich. Für die Stadt ist diese Begegnungsstätte aber in jedem Fall eine Bereicherung."

Das runde Gerüst aus ineinander verschobenen Segeln mit Schriftzeichen und Symbolen der drei monotheistischen Religionen ist ein gemeinsames Projekt der evangelischen und katholischen Kirche, der jüdischen Kultusgemeinde sowie des türkisch-islamischen Kulturvereins. Auf der Landesgartenschau 2012 hat es den Besuchern Schatten und Schutz vor dem Regen gespendet und hat später einen festen Standort am studentischen Markusplatz gefunden. Und daran gibt es laut Stadt auch überhaupt nichts zu rütteln. ? Öko-Quadrat soll entstehen Der Planierraupe zum Opfer fallen soll dagegen bald das Gebäude an der Annastraße. Eigentlich war der Abbruch für den 7. Januar geplant. Laut der federführenden Öko-Firma Eco-Eco hat sich das Datum verschoben. Bis Ende Januar soll laut Marketingsprecherin Antonia Grim das Gebäude Geschichte sein und eine neue Geschichte beginnen: Für Februar sei der Spatenstich zum neuen urbanen Quartier "Eco-Square" - "Öko-Quadrat" - geplant. Wohnungen, Büroräume, ein Hotel und Nahversorger sollen entstehen. Die Idee einer Wohngenossenschaft steht dafür im Raum. ? "Vierkirchenblick" lässt sich erahnen Die Idee eines Hinweisschildes am Unteren Stephansberg war es einst, auf den Vierkirchenblick hinzuweisen. Die Türme von St. Michael, Dom, Obere Pfarre und St. Stephan ließen sich hier bewundern. Heute könnte man von einem Vierfichtenblick sprechen - Bäume versperren die Sicht. Was unsere Leserin Barbara M. kritisiert, bestätigt Schützwohl: "Der Vierkirchenblick ist tatsächlich nicht gegeben." Er werde aber auch nicht beworben und sei kein "offizieller" Aussichtspunkt. "Die jahrzehntealte Wegweisung verspricht derzeit sicher mehr, als sie halten kann", räumt er ein. Die Bäume stehen allerdings in einem Privatgarten. Dort wurden kürzlich Stämme gefällt, und durch das winterliche, blattlose Dickicht lassen sich wirklich vier Kirchen erahnen. "Man wird sich darüber unterhalten, ob die Beschilderung noch Sinn macht unter diesen Umständen", erklärt die Stadt. ? Appelle rund um den Abfall Bereits seit vielen Jahren beschäftigt sich das Rathaus mit überquellenden Müllbehältern. "Wir haben ja schon die großen Müllhaie aufgestellt, was sicher die Lage durchaus verbessert hat", sagt der Stadtsprecher. Die Kritik unseres Lesers zielte auch eher auf manche Standbetreiber am Maxplatz, die ihre Abfälle auf Kosten der Allgemeinheit loswerden. Am Freitag war alles picobello. ? Vom Verfall bedroht Hohe Kosten würden sicher für eine Sanierung des Walmdachbaus am Oberen Stephansberg anfallen. Er steht auf der städtischen Liste vom Verfall bedrohter Einzeldenkmäler im Welterbe. "Äußerlich sind lediglich partielle Feuchteschäden im Putz erkennbar. Augenscheinlich besteht derzeit keine akute Gefahr für fortschreitenden Verfall. Behördliche Maßnahmen sind daher gegenwärtig nicht veranlasst", berichtet das Baureferat. Sanierungskonzepte liegen viele Jahre zurück. Die Stadt biete hierzu Bauberatung rund um die Denkmalpflege an, erklärt Schützwohl.