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Rattelsdorf
Corona-Ausfall

Rattelsdorfer Gartentüren mussten zu bleiben

Der "Tag der offenen Gartentür", heuer in Rattelsdorf, fiel aus. Der Veranstaltungsort bleibt jedoch und erwartet die Gartenfreunde dann 2021.
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Ein echter Blickfang, auf den man sich nun bis  2021 gedulden muss und freuen kann: Die Rosen-Haustür in Rattelsdorf. Foto: Claudia Kühnel
Ein echter Blickfang, auf den man sich nun bis 2021 gedulden muss und freuen kann: Die Rosen-Haustür in Rattelsdorf. Foto: Claudia Kühnel

Am Wochenende wäre der Termin gewesen: Gartenbesitzer in Rattelsdorf wollten am Sonntag ihre grünen Paradiese öffnen und alle Bürger einladen, sich an ihren Blumen und Anlagen zu erfreuen. Doch bereits Anfang April musste der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg als Veranstalter des Tags der offenen Gartentür die Entscheidung treffen, dass die beliebte Garten-Veranstaltung aufgrund der Pandemie ausfallen muss. Ein kleiner Trost für alle Gartenfans: Der "Tag der offenen Gartentür" in Rattelsdorf wird kurzerhand ins nächste Jahr 2021 verschoben. Dann öffnen sich die Gartenpforten bereits zum 23. Mal für interessierte Besucher.

Auch wenn sich Obst- und Gartenbauvereine jetzt wieder zu Sitzungen treffen dürfen (mit dem gebotenen Sicherheitsabstand und unter Einhaltung der Hygienebestimmungen), hätte der "Tag der offenen Gartentür" mit seinen tausenden Besuchern den Rahmen der derzeit zugelassenen Veranstaltungsgröße gesprengt. Denn die privaten grünen Kleinode haben sich seit vielen Jahren als wahre Besuchermagnete erwiesen. Allein die zu erwartende Besucherzahl hätte die Veranstaltung von vorneherein untersagt. Zudem wäre eine entsprechende Lenkung der Besucherströme unter Corona-Bedingungen nicht vorstellbar, wie die Organisatoren Alexandra Klemisch und Claudia Kühnel von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt in Bamberg erklären.

Ein Rückzugsort

Der Tag der offenen Gartentür wird seit 1997 jährlich vom landkreisweiten Zusammenschluss der 80 Obst- und Gartenbauvereine mit seinen ungefähr 11 000 Mitgliedern veranstaltet.

"Es ist wirklich schade, dass wir auf dieses Gartenschmankerl verzichten müssen", meint Kühnel, "denn die Gartenbesitzer wären bereit und der Regen der letzten Tage hat den Gärten gut getan. Sie hätten prächtig ausgesehen!" Gerade jetzt, wo viele Menschen den Rückzug und die Beschäftigung im eigenen Garten wieder suchen und schätzen, wären die Anregungen aus den exklusiv geöffneten grünen Schatzkästchen sicher auf besonderes Interesse gestoßen.

Insgesamt acht Gärten unterschiedlicher Größe und Struktur hätte man besuchen können. Vom geschützten Innenhofgarten über liebevoll wieder hergerichtete historische Gärten - im Rattelsdorfer Kloster und im Anwesen am Torhaus - bis hin zu geschmackvoll gestalteten Wohn- oder Nutzgarten wäre für jeden Gartenfan etwas dabei gewesen.

Eines zeichnet die teilnehmenden Gartenbesitzer aus: Garteln liegt ihnen im Blut. Sie betrachten es nicht als mühevolle Arbeit, im Garten zu hacken, zu jäten und zu schneiden, sondern als willkommenen Ausgleich, um den Kopf frei zu bekommen und sich zu erden.

Ein Wunsch

"Und wenn man dann noch mit Blütenfülle belohnt wird, dann muss es einem doch gut gehen", meinen Carola Schmittwolf, Gartenbesitzerin und Teilnehmerin und Agnes Lunz (Erste Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Rattelsdorf).

Der Rattelsdorfer Verein hat sich den "Tag der offenen Gartentür" für den Ort gewünscht und den Kreisverband für Gartenbau und Landespflege bei der Vorbereitung tatkräftig unterstützt.

Auch Erster Bürgermeister Bruno Kellner heißt die Veranstaltung rund um die ausgewählten Rattelsdorfer Gärten willkommen. "Rattelsdorf wird sich von der schönsten Seite zeigen", schwärmt er. Er ist erleichtert, dass der Termin verschoben werden kann. Einen Vorteil hat die Corona geschuldete Terminverschiebung, denn bis zum kommenden Jahr werden weitere Sanierungen im alten Dorfkern abgeschlossen sein.

Naturnah und ästhetisch

Für den geplanten "Tag der offenen Gartentür" in Rattelsdorf wird es noch eine weitere Besonderheit geben: Erstmals werden zertifizierte Naturgärten aus der Aktion "Bayern blüht - Naturgarten" (FT berichtete) zu erleben sein. Ökologisches Bewirtschaften beziehungsweise naturnahe Gartengestaltung lässt sich mit ästhetischem Gartengenuss wunderbar vereinbaren.

Davon zeigen sich die beiden Kreisfachberaterinnen überzeugt. Gärten sind eben auch wichtige Rückzugsräume und Entfaltungsmöglichkeiten für Pflanzen, Menschen und Tierwelt.