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"Radfahren ist ein ideales Fitnessprogramm"


Autor: Redaktion

Bamberg, Montag, 18. April 2016

Die Radelsaison beginnt - und jede Minute auf dem Drahtesel ist gut für die Gesundheit. Frühlings-Tipps von Fitnesscoach Deniz Bozkurt aus Bamberg.


Es ist höchste Zeit, das Fahrrad wieder aus dem Winterschlaf zu holen. Was es dabei zu beachten gilt, verrät Fitnesscoach Deniz Bozkurt, der den Personal Fitness Club One more in Bamberg betreibt.

Für viele ist das Fahrrad einfach nur ein Fortbewegungsmittel von A nach B. Kann man da schon von Sport sprechen?
Deniz Bozkurt: Das lässt sich so pauschal nicht sagen, weil es immer darauf ankommt, wie intensiv der Einzelne fährt, welches Fahrrad er nutzt und wie weit die Strecke ist, die etwa zwischen Wohnung und Büro zurückgelegt wird. Aber: Wer vier oder fünf Mal wöchentlich 20 Minuten mit dem Rad unterwegs ist, tut auf jeden Fall schon Einiges für seine Gesundheit, stärkt das Herz-Kreislauf-System und senkt den Cholesterinspiegel. Wir bezeichnen das als Gesundheitsminimalprogramm.
Worauf sollte jemand achten, der sein Fahrrad wirklich als Sportgerät verwenden möchte - also beim Rad selbst, aber auch bei der Kleidung?
Das kommt ganz drauf an: Wer in erster Linie auf Schnelligkeit Wert legt, der sollte sich auf jeden Fall ein leichtes Fahrrad zulegen. Für Menschen, denen es eher um Ausdauer geht, darf das Gewicht ruhig etwas höher sein. Für rund 500 Euro bekommt man da schon anständige Qualität. Bei der Kleidung rate ich dazu, nicht zu viel Geld auszugeben, Haupt sache, sie ist funktional und eng anliegend. Alles andere ist oft einfach Mode. Wer nur von A nach B kommen will, kann natürlich auch ganz normal in Jeans und Pulli aufs Rad steigen.

Immer wieder wird darüber diskutiert, welche Höhe zum Beispiel der Sattel haben sollte. Auf was sollte bei den Einstellungen geachtet werden?
Es geht vor allem darum, Fehlhaltungen zu vermeiden. Sattel und Lenker sollten so eingestellt sein, dass der Fahrer leicht nach vorne gebeugt ist, der Rücken dabei aber gerade bleibt. Außerdem sollte beim Treten der gesamte Bewegungsradius ausgenutzt werden, das Knie also fast durchgestreckt sein. Damit alles perfekt passt, empfehlen wir zehn bis 15 Euro zu investieren und das Rad im Laden von einem Profi einstellen zu lassen.

Fahrradfahren gilt als schonender Sport. Stimmt das? Und: Für wen ist das Rad als Sportgerät besonders gut geeignet?
Radsport ist ein ideales Fitnessprogramm, und zwar für fast alle Zielgruppen. Die Gelenke werden in der Tat geschont, und trotzdem haben wir eine sehr gute muskuläre Gesamtauslastung. Vorsicht ist wegen der Sturzgefahr nur bei älteren oder einfach unsicheren Menschen geboten.

Was halten Sie von Spinning-Kursen im Fitnessstudio, bei denen in der Gruppe und mit lauter Musik geradelt wird?
Das kommt stark auf den Trainer an. Kann er motivieren? Achtet er darauf, dass sich niemand überanstrengt? Grundsätzlich ist Spinning aber eine gute Alternative für den Winter oder bei schlechtem Wetter.

Die Fragen stellte Daniel Segal.